Papier, Karton oder Kunststoff?
Was HelloFresh in Sachen Verpackung plant

03.12.2020 HelloFresh, 2011 in Berlin gegründet und eigenen Angaben zufolge der weltweit führende Anbieter von Kochboxen, beschäftigt global ein Team von über 7.000 Mitarbeitern. Im zweiten Quartal 2020 lieferte HelloFresh mehr als 149 Millionen Mahlzeiten und zählte 4,18 Millionen aktive Kunden. Welche Prioritäten setzt das Unternehmen in Bezug auf Verpackungen?

HelloFresh hat für sich drei zentrale Verpackungsziele formuliert.
© Foto: HelloFresh
HelloFresh hat für sich drei zentrale Verpackungsziele formuliert.

80 g Papier und Karton sowie 40 g Kunststoff und Verbundstoffe – das sind Zahlen aus dem Jahr 2019. Sie besagen, so HelloFresh, wie viel Verpackungsmaterial pro hauseigener Mahlzeit anfällt – in den Märkten Deutschland und Österreich. „Wir nutzen einen Konfigurator, der bestimmt, wie viel Verpackung für die einzelnen Lieferungen gebraucht wird, wie groß die Box, wie groß die Kühltasche wirklich sein muss. Hier schauen wir, ob wir noch mehr verschiedene Verpackungsgrößen einführen können. Das bedeutet für uns zwar mehr Komplexität, aber eben auch, dass wir Material und somit Abfall einsparen. Das ist eine spannende Aufgabe“, erklärt Tilman Eichstädt, Einkaufs- und Nachhaltigkeitschef bei HelloFresh.

Auf Anfrage von verpackungswirtschaft.de erläutert das Unternehmen nun seine Pläne.

Weshalb ist für HelloFresh eine Verpackung unabdingbar?

„Die Gewährleistung von Qualität, Frische und sicherem Transport in vielen verschiedenen Klimazonen hat für uns höchste Priorität. Um dies zu gewährleisten, sind natürlich einige Verpackungen notwendig. Es ist derzeit nicht möglich, Fisch, Fleisch, Reis und auch gewisse Gemüsesorten ohne Verpackung zu versenden. Gleichzeitig arbeiten wir stetig an der Verringerung, Verbesserung und Recyclingfähigkeit aller Verpackungen.“

Warum will HelloFresh noch mehr verschiedene Verpackungsgrößen einführen?

„Wir arbeiten fortlaufend daran, Verpackungsmaterial einzusparen. Durch eine erweiterte Spanne an Verpackungsgrößen können wir die jeweils exakt passende Verpackung für unsere Zutaten nutzen. Das bedeutet für uns zwar mehr Komplexität, aber eben auch, dass wir so wenig Material wie möglich nutzen und somit überflüssige Verpackung vermeiden.“

Wo will HelloFresh im Jahr 2021 in Sachen Verpackung hin?

„Auch in 2021 erweitert HelloFresh das Spektrum der Produkte und Märkte, bei denen Zutaten ohne zusätzliche oder mit reduzierter Verpackung versendet werden können. Wir verfolgen dabei drei zentrale Ziele: Wir wollen jede nicht zwingend notwendige Verpackung vermeiden. Wir wollen jede notwendige Verpackung auf Mindestmaß und -stärke reduzieren. Wir wollen die Recyclingfähigkeit unserer Verpackungen erhöhen.

Zum dritten Punkt: Die Recyclingfähigkeit unserer Verpackungen erhöhen wir, indem wir Papier gegenüber Plastik bevorzugen. Wo Plastik notwendig ist, arbeiten wir, wenn möglich, mit Recyclingmaterialien und Monomaterialien.

Dafür setzen wir auch hauseigene Verpackungsinnovationen ein, wie zum Beispiel unsere so genannte Paper Pouch: Die Kühltasche für Zutaten, die Kühlung benötigen, besteht aus Recyclingpapier und kann auch über die Papiertonne wieder dem Recyclingkreislauf zugeführt werden.

Auch in 2020 haben wir bedeutende Innovationen eingeführt. In vielen unserer Märkte sind Milchprodukte (Sahne, Joghurt, etc.) nun in Monomaterial verpackt.

Zum Ende des Jahres werden wir in Deutschland die Verpackungen von Reis und Getreide zu 100 Prozent auf Papier umstellen.“

 

www.hellofresh.de

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