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Wellpappe behauptet sich in schwierigem Umfeld

12.12.2019 Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt weiterhin angespannt. Zwar ist der ifo-Geschäftsklimaindex im November leicht gestiegen, jedoch überwiegt nach wie vor eine eher pessimistische Erwartungshaltung bei den Unternehmern.

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Das Bruttoinlandsprodukt entwickelt sich im dritten Quartal mit einem Wachstum von 0,1 Prozent dezent positiv, nach -0,2 Prozent im zweiten Vierteljahr. In der deutschen Wellpappenindustrie werden die Wachstumsraten in 2019 niedriger als erwartet ausfallen. Dies gab der Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) anlässlich seiner Mitgliederversammlung bekannt.

 

Die Veränderungsrate beim arbeitstäglichen Wellpappenabsatz wird demnach erstmals seit 2009 in den negativen Bereich rutschen. "Mit voraussichtlich -0,5 Prozent, lägen wir zudem um 1,5 Prozentpunkte unter dem im Dezember 2018 für 2019 prognostizierten Ergebnis", kommentiert Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des VDW. Die Gründe für diese Entwicklung liegen laut Wolfrum auf der Hand: "Brexit und internationale Handelskonflikte führen dazu, dass sich die deutsche Industrie inzwischen in einer Rezession befindet. Besonders stark betroffen sind vom Export abhängige Branchen wie die Chemische Industrie, die Automobilindustrie und der Maschinenbau.“

 

Verzeichneten 2018 im produzierenden Gewerbe nahezu alle Abnehmerindustrien solide Zuwächse, ist der Produktionsindex inzwischen in fast allen Bereichen negativ. Einzige Ausnahme bildet die Ernährungsindustrie, die im bisherigen Jahresverlauf eine Steigerungsrate von +2,0 Prozent aufweist.

 

 

E-Commerce gibt der Wellpappenindustrie Aufwind

Der Online-Handel wird auch 2019 seine zunehmend wichtige Bedeutung für die Wellpappenindustrie bestätigen können. Werden die Umsätze des Einzelhandels 2019 wahrscheinlich um etwa 1,9 Prozent steigen, weist der E-Commerce eine Wachstumsrate von voraussichtlich 8,5 Prozent auf. Bezogen auf die Nettoumsätze des Einzelhandels, beträgt der Anteil des Online-Geschäfts inzwischen fast 11,0 Prozent.

 

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussion um die Vermeidung von Kunststoffen, trägt die anhaltende Kauflaune der privaten Haushalte maßgeblich zur steigenden Nachfrage nach ökologischen Verpackungslösungen aus Wellpappe bei.

 

Für das Jahr 2020 rechnet Dr. Wolfrum mit einer leicht anziehenden Nachfrage nach Wellpappenprodukten. "Trotz zahlreicher geopolitischer Unwägbarkeiten rechnen wir – auch aufgrund eines günstigen Konsumklimas in Deutschland – für 2020 mit einem arbeitstäglichen Wellpappenabsatz, der etwa 0,5 Prozent über dem des Jahres 2019 liegen wird."

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