DS Smith
Mehrheit akzeptiert Aufpreis für Kunststoffreduktion

06.11.2019 62 % der europäischen Verbraucher sagen, dass sie lieber Lebensmittel kaufen, die nicht in Plastik verpackt sind und bereit wären, mehr dafür auszugeben. 59 % geben darüber hinaus an, dass sie mehr sortieren und recyceln als noch vor fünf Jahren.

© Foto: DS Smith

Vor die Wahl zwischen zwei Verpackungsoptionen für dasselbe Produkt gestellt, würden 9 von 10 befragten Verbrauchern (91,5 %) die Verpackungsvariante mit 85 % weniger Kunststoff wählen. 62 % von ihnen erklärten sich auch bereit, dafür einen Aufpreis von 12,5 % auf diese Verpackungsoption mit weniger Kunststoff zu zahlen.

 

Dies sind nur einige der Ergebnisse einer neuen, heute veröffentlichten Studie von DS Smith, einem der in Europa führenden Unternehmen für nachhaltige Verpackungslösungen. Die Erkenntnisse resultieren aus einer Umfrage vom Juli 2019 zu den Verhaltensweisen und Gewohnheiten der Verbraucher in Bezug auf Verpackung, Recycling und Müllentsorgung. Befragt wurden 3.395 Konsumenten in DS Smiths wichtigsten Märkten Belgien, Deutschland, Großbritannien und Polen.

 

Für die Befragten in Belgien stand der Preis bei der Verpackung im Vordergrund. So wären dort nur knapp über die Hälfte (54 %) bereit, mehr für kunststoffarme Verpackung zu zahlen, wohingegen in Polen die meisten (72 %) einen höheren Preis für weniger Kunststoff in ihrer Verpackung akzeptieren würden. Die britischen und deutschen Verbraucher lagen mit 60 % bzw. 63 % im Durchschnitt der Umfrage.

 

Kunststoff: Europas Verpackungsproblem Nummer 1

Eine große Mehrheit der Befragten (86 %) sehen in Umweltproblemen die größte Herausforderung der heutigen Gesellschaft. Für Europas Verbraucher von Cardiff bis Krakau sind Verpackungen dabei ein Hauptanliegen. Am stärksten betroffen vom Thema Verpackung zeigten sich die Deutschen (83 %), gefolgt von den Briten (78 %), Belgiern (73 %) und Polen (71 %).

 

In Bezug auf Verpackung bezeichneten 70 % aller Befragten Plastik als das Problem Nummer 1 – wesentlich mehr als die an zweiter Stelle folgenden Kaffeekapseln, die nur von 6 % angesprochen wurden. Verpackungen aus Metall (Aluminiumdosen, Aluminiumschalen usw.) stellten für 5 % der Befragten und wasserdicht beschichtete Verpackungen für Flüssigkeiten wie Milch und Fruchtsäfte für 4 % der Befragten eine Umweltbelastung dar.

 

Nur 1 % der Befragten in den vier Ländern führten Wellpapp- und Kartonverpackungen an, was diese Verpackungsoption in Bezug auf Bedenken der Europäer ans Ende der Skala stellt.

 

Überall bessert man sich beim Recyclen – außer in Deutschland

Das Recyclingverhalten der Europäer hat sich indes erheblich verbessert. Durchschnittlich 59 % der Befragten in den vier Märkten erklärten, heute mehr zu sortieren und zu recyceln als noch vor fünf Jahren. Mit 62 % in Belgien, 64 % in Großbritannien und 65 % in Polen repräsentiert dies die Mehrheit der Befragten. Deutschland bildet hier eine Ausnahme: Hier recyclen nur 44 % der Befragten mehr als vor fünf Jahren. Zurückzuführen ist dieser niedrige Prozentsatz vermutlich auf die Tatsache, dass das Sortieren und Recyceln bereits seit langem fest bei den Deutschen verankert ist. 53 % der Befragten gaben an, heute genauso viel wie vor fünf Jahren zu recyceln.

 

Michael Lamprecht, Cluster Director Conventional South von DS Smith, zu den Ergebnissen der Studie:

 

„Überflüssige Verpackungen und insbesondere Kunststoffverpackungen sehen Verbraucher in Europa zunehmend kritisch – sodass sie jetzt sogar bereit sind, mehr Geld für weniger Kunststoff in ihrer Verpackung zu zahlen. Sie haben außerdem verinnerlicht, dass Wellpappverpackungen wesentlich unproblematischer sind und eine nachhaltige, größtenteils recyclingfähige Verpackungsalternative zu Kunststoff sind. Viele Europäer haben zudem ihre Bemühungen deutlich verstärkt und sortieren und recyceln heute mehr als noch vor fünf Jahren. Unserem Planeten zu Liebe müssen wir eine umfassende Kreislaufwirtschaft schaffen, in der Verpackungen auf das absolut Nötigste reduziert werden und in der Konsumgüterverpackungen zunehmend aus recycelfähigem und recyceltem Material wie Wellpappe oder Karton bestehen.“

 

Informationsbedarf trotz wachsender medialer Präsenz

Treibende Kräfte des Umweltbewusstseins sind laut der Studie die Medien und die Einzelhandelsinitiativen, weniger Kunststofftüten anzubieten. 30 % der befragten Verbraucher gaben an, dass insbesondere die Berichterstattung in den Medien dazu beigetragen hat, sich stärker mit den Themen Verpackung und Recycling auseinanderzusetzen. 26 % hat die zunehmende Eliminierung von Kunststofftüten im Einzelhandel zum Umdenken animiert.

 

Trotz des wachsenden Bewusstseins unter den Verbrauchern sehen die Befragten noch Informationsbedarf in puncto Verpackungs-Recycling. Durchschnittlich 42% der Befragten empfinden, dass sie beim Lebensmitteleinkauf gar nicht oder fast gar nicht über die Recyclingfähigkeit von Verpackungen informiert werden (Deutschland: 43%). Unter allen Befragten signalisierten die deutschen Verbraucher den größten Wissensbedarf, wie man Verpackungsmüll richtig sortiert. Während nur 7 % der belgischen Verbraucher über Informationsmangel klagen, sind es in Deutschland bereits 25%.

 

www.dssmith.com

 

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