Öko-Test
Keine MOAH-Verbindungen mehr in Schokolade

27.11.2019 Der Schokoladen-Test 2019 von Öko-Test zeigt, dass im Gegensatz zu 2017 keine krebserregenden MOAH-Verbindungen mehr in den nun 25 getesteten Schokoladen im deutschen Handel nachgewiesen werden können. Trotzdem bemängelt Öko-Test immer noch Mineralölspuren und intransparente Kakaoproduktion.

Öko-Test ließ 25 Schokoladen-Produkte im Labor auf problematische Inhaltsstoffe untersuchen.
© Foto: Öko-Test
Öko-Test ließ 25 Schokoladen-Produkte im Labor auf problematische Inhaltsstoffe untersuchen.

Nur 2 von 25 bewertet Öko-Test mit "gut". Die Probleme: Mineralöl und schlechte Arbeitsbedingungen. Viele Schokoladen-Hersteller wissen nur lückenhaft, von welchen Farmen der Kakao überhaupt stammt.

 

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In der Vergangenheit ist die Süßigkeit, hergestellt aus Zucker, Kakaobutter, Milchpulver und Kakaomasse, allerdings auch negativ aufgefallen. Zuletzt im Schokoladen-Test von 2017. Damals stellte Öko-Test teils erhebliche Belastungen mit Mineralölbestandteilen fest. Ein ähnliches Bild ergab der Test von Schokoladen-Adventskalendern aus dem vergangenen Jahr.

 

Deshalb hat Öko-Test gefragt, ob sich die Belastung zwischenzeitlich verringert hat und 25 Sorten Milchschokokolade überprüft. Labore haben die Tafeln auf Mineralöl untersucht, außerdem auf krebsverdächtiges Acrylamid, Cadmium, Nickel und Salmonellen. Auch von Interesse war, ob die Hersteller bei den Angaben zum Kakaogehalt korrekt sind.

 

Beim Anbau von Kakao werden oft Menschen ausgebeutet und Wald zerstört. Die Anbieter der Schokolade im Test wurden deshalb befragt, ob sie wissen, woher ihr Kakao stammt und wie er produziert wird. Dafür hat Öko-Test dann auch Belege gefordert: Lieferdokumente, Rechnungen und Zertifikate. Denn Menschenrechtsverstöße, Kinderarbeit und illegale Waldrodung sind ohne eine komplette Rückverfolgbarkeit der Schokolade nicht zu erkennen.

 

Gute Schokolade überzeugt mit fairem Handel

Nur zwei Milchschokoladen im Test sind "gut" – eine Bio-Schokolade und ein bekanntes Markenprodukt. Beide Hersteller konnten die Lieferkette überwiegend zurückverfolgen und belegen. Von den 25 Tafeln im Test fallen sieben mit "mangelhaft" oder "ungenügend" durch, die restlichen sind mittelmäßig.

 

Die Kritik in Kürze: 24 von 25 Schokoladen im Test sind noch immer mit Mineralölbestandteilen verunreinigt. Die eine Schokoladentafel ohne Mineralöl enttäuschte allerdings in Sachen Kakaoproduktion und Transparenz. Gleich 22 Hersteller konnten ihre Lieferkette nicht bis zum Kakao-Bauern offenlegen; neun Hersteller überhaupt nicht.

 

Keine krebserregenden MOAH-Verbindungen mehr

Bereits der Schokoladen-Test von 2017 hatte teils erhebliche Belastungen mit Mineralölbestandteilen offengelegt. Im aktuellen Test hat das beauftragte Labor immerhin keine krebsverdächtigen MOAH-Verbindungen mehr nachgewiesen.

 

Allerdings kritisieren Öko-Test nur zwei Hersteller im Schokoladen-Test nicht wegen MOSH-Verbindungen. Diese gesättigten Kohlenwasserstoffe reichern sich im menschlichen Körper an. In vier Tafeln stecken Öko-Test zufolge "sehr stark erhöhte" Belastungen.

 

In zwei getesteten Milchschokoladen überschritten die MOSH-Mengen sogar einen Orientierungswert, den Lebensmittelämter mit dem Lebensmittelverband Deutschland, also der Industrie selbst, festgelegt haben. Neun Milligramm pro Kilogramm – eine hoch angesetzte Grenze und aus unserer Sicht eher eine Einladung zum Ausruhen. Grundlage für den Wert war die Belastungssituation ab 2016 – 90 Prozent aller Schokoladen lagen schon damals unter diesem Wert.

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