UPM
Investition in weltweit führende Zellstofffabrik in Zentraluruguay

07.08.2019 UPM hat entschieden, in der Nähe der Stadt Paso de los Toros in Zentraluruguay eine Neuinvestition zu tätigen und dort eine Zellstofffabrik mit einer Kapazität von 2,1 Millionen Tonnen Eukalyptuszellstoff zu errichten.

Zellstoffproduktion bei UPM
© Foto: UPM
Zellstoffproduktion bei UPM

 Die sehr wettbewerbsfähige Investition in das Werk in Höhe von 2,7 Milliarden USD wird die Zellstoffproduktionskapazität von UPM um über 50 % erhöhen, wodurch sowohl der Umfang von UPMs Zellstoffgeschäft als auch das zukünftige Ergebnis des Unternehmens deutlich wachsen werden. Darüber hinaus wird UPM 350 Millionen USD in den Hafenbetrieb in Montevideo und lokale Infrastruktur in Paso de los Toros investieren. Die Inbetriebnahme des Werks ist für die zweite Jahreshälfte 2022 geplant.

 

Es wird erwartet, dass das Werk dank wettbewerbsfähiger Holzbeschaffung in Verbindung mit der Anlagengröße, besten verfügbaren Technologien und effizienter Logistik ein sehr wettbewerbsfähiges Cash-Kosten-Niveau von rund 280 USD je ausgelieferter Tonne Zellstoff erreichen wird. In dieser Zahl sind die variablen und fixen Kosten des Plantagenbetriebs, der Holzbeschaffung, der betrieblichen Tätigkeiten der Fabrik und der Logistik für die Auslieferungen in die wichtigsten Märkte berücksichtigt. Damit würde die Fabrik zu den wettbewerbsfähigsten Werken auf der ganzen Welt gehören und in verschiedenen Marktszenarien attraktiven Renditen erzielen. Darüber hinaus wird erwartet, dass die Arbeitssicherheits- und Nachhaltigkeitsleistung entlang der gesamten Wertschöpfungskette von den Plantagen bis hin zur Auslieferung an die Kunden branchenführend sein wird.

 

Die Voraussetzungen für die Investition wurden in Zusammenarbeit mit dem Land Uruguay sorgfältig vorbereitet. Für UPM war es wichtig, langfristig eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Geschäftstätigkeit sicherzustellen und sowohl während der Projektphase als auch während des laufenden Betriebs Risiken zu minimieren. Für Uruguay bieten das Projekt und die Infrastrukturentwicklung maßgebliche Chancen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung.

 

„Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat UPM in Uruguay zusätzliche Plantagen angelegt und sein Zellstoffgeschäft mit einer breiten Kundenbasis in wachsenden Endanwendungsbereichen marktorientiert weiterentwickelt. Gleichzeitig haben wir konsequent unser Finanzergebnis verbessert und unsere Bilanz ist branchenführend. Wir haben so eine ausgezeichnete Ausgangsposition dafür geschaffen, die Transformtion des Unternehmens fortzusetzen und die sich uns in attraktiven Wachstumsmärkten bietenden Chancen nachhaltig und sehr wettbewerbsfähig zu nutzen“, sagt Jussi Pesonen, President &  CEO, UPM.

 

 

Attraktiver langfristiger Marktausblick

 

Die Geschäftsgrundlagen für die Investition sind dank der insbesondere in Asien soliden langfristigen Nachfrageaussichten für Zellstoff positiv. Das robuste Marktwachstum basiert auf globalen Verbraucher-Megatrends, die eine steigende Nachfrage nach Tissue-, Hygiene-, Verpackungs- und Spezialpapieren zur Folge haben. Es wird geschätzt, dass die Nachfrage nach Zellstoff jährlich um etwa 3 % wachsen wird.

 

Man geht davon aus, dass in den kommenden drei Jahren nur begrenzte Zusatzkapazitäten auf die Märkte kommen werden. Langfristig stellt die Schaffung wettbewerbsfähiger und nachhaltiger Formen der Holzbeschaffung eine Eintrittsbarriere dar, welche den Zufluss neuer Kapazität in den Markt beschränkt.

 

 

Wettbewerbsfähige Holzbeschaffung

 

Die Verfügbarkeit von Eukalyptusholz für das Werk wird sowohl durch UPMs eigene und gepachtete Plantagen als auch durch Liefervereinbarungen mit Privatunternehmen sichergestellt. Eine über 30-jährige Erfahrung im Plantagenbetrieb gewährleistet, dass die Plantagen gut und produktiv arbeiten, ohne Kompromisse in puncto Nachhaltigkeit einzugehen. UPMs eigene und gepachtete Plantagen in Uruguay haben aktuell eine Fläche von 382.000 Hektar. Sie werden die bestehende UPM Zellstofffabrik in Fray Bentos und das neue Werk bei Paso de los Toros beliefern.

 

 

Ein nach dem neuesten Stand der Technik konzipiertes Werk

 

Die Zellstofffabrik wird über eine einzelne effiziente Produktionslinie verfügen und ist branchenweit nach dem neuesten Stand der Technik konzipiert. Die eingesetzten Maschinen und Materialien sowie der Automatisierungsgrad und die Automatisierungsstandards sorgen während der gesamten langen Lebensdauer des Werks für eine hohe Auslastung und Wartungsfähigkeit, einen hohen Energieausstoß, eine ausgezeichnete Arbeitssicherheits- und Umweltleistung und geringe Betriebskosten.

 

Es wird erwartet, dass sich die Investition in das Werk auf insgesamt 2,7 Milliarden USD belaufen wird. Dies ist im Vergleich zu entsprechenden Investitionen in Zellstoffwerke in den vergangenen Jahren ein sehr effizienter Investitionsaufwand.

 

Das Werk ist so konzipiert, dass es sowohl die strengen uruguayischen Umweltvorschriften als auch internationale Normen und Empfehlungen für moderne Fabriken durch den Einsatz der modernsten und besten verfügbaren Techniken (BVT) im vollen Umfang erfüllt. Die Umweltleistung des Werks wird durch ein umfangreiches und transparentes Monitoring bestätigt.

 

Die Produktionskapazität des Werks wird sich anfänglich auf 2,1 Millionen Tonnen belaufen. Laut den  Umweltgenehmigungen sind darüber hinaus Kapazitätserhöhungen möglich.

 

Nach der Inbetriebnahme wird das Werk über 110 MW an überschüssigem erneuerbarem Strom erzeugen, die eine stabile Ertagssquelle darstellen und Uruguays Energiebilanz verbessern.

 

 

Effizientes Logistikkonzept

 

Eine effiziente Logistikkette ist eine Grundvoraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit des Werks und eine sichere Belieferung der globalen Märkte. Um dies sicherzustellen, wurden Maßnahmen zum Straßenausbau, eine umfasssende Moderniserung der Bahn und der Bau eines Hafenterminals vereinbart. Diese Infrastrukturinvestitionen unterstützen auch die wirtschaftliche Entwicklung in anderen Branchen in Uruguay. Die Arbeiten an der zentralen Bahnstrecke haben begonnen und die Finanzierung eines Eisenbahnbaukonsortiums läuft, muss aber noch abgeschlossen werden.

 

UPM hat entschieden, in Montevideo rund 280 Millionen USD in den Bau eines Hafenterminals für Hochseeschiffe zu investieren. Der direkte Bahnzugang des Werks zu einem modernen Hochsee-Hafenterminal sorgt für eine effiziente Lieferkette zu den Weltmärkten. Der Hochseehafen in Montevideo ermöglicht darüber hinaus Synergien bei der Schiffslogistik mit den bestehenden UPM Geschäftstätigkeiten in Uruguay, weil der gesamte Zellstoff in vollen Schiffsladungen direkt zu den Hauptmärkten geliefert werden kann.

 

UPM plant den Abschluss von Vereinbarungen für Hafenterminalkonzessionen und Bahnlogistikdienstleistungen, die unter IFRS 16 Leases als Leasingassets und -verbindlichkeiten verbucht werden. Die Gesamthöhe dieser Leasingassets und -verbindlichkeiten wird sich voraussichtlich auf 200 Millionen USD belaufen.

 

 

Investitionen im Umfeld des Standorts

 

Außer in das Werk und den Hafen wird UPM in den Bau eines neuen Wohngebiets in Paso de los Toros investieren und wird vorübergehend Wohnmöglichkeiten für die Projektmitarbeiter schaffen. Darüber hinaus wird das Unternehmen in Paso de los Toros die Verbesserung der städtischen Kläranlage und die Modernisierung der städtischen Abfalldeponie finanzieren. Die Investitionen im örtlichen Umfeld der Fabrik belaufen sich auf insgesamt 70 Millionen USD.

 

 

Maßgebliche Auswirkungen auf die uruguayische Wirtschaft

 

Aufgrund unabhängiger Studien zu den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen geht man davon aus, dass das Werk nach seiner Fertigstellung das Bruttosozialprodukt von Uruguay um rund 2 % und den jährlichen Exportumsatz um rund 12 % steigern wird.

 

„Uruguay hat schon seit mehreren Jahrzehnten beständig seine Vision verfolgt, gute Voraussetzungen für industrielle Produktion und Investitionen aus dem Ausland zu schaffen. Ich verneige mich vor den Entscheidungsträgern für die Entschlossenheit, mit der sie den Weg für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes bereitet haben. Die heute getroffene Entscheidung wird viele neue Chancen für kleine und mittlere Unernehmen und gut ausgebildete Mitarbeiter in Zentraluruguay bieten und vielen Tausenden Uruguayern über Jahrzehnte hinweg zugute kommen“, sagt Pesonen.

 

In der intensivsten Bauphase werden über 6000 Personen auf der Baustelle tätig sein. Durch die Fertigstellung des Werks werden in der uruguayischen Wirtschaft rund 10000 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen, 4000 davon direkt bei UPM und seinen Vertragspartnern. Es wird geschätzt, dass rund 600 Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette tätig sein werden.

 

Das Werk wird in einer der zahlreichen Freihandelszonen in Uruguay errichtet und eine feste jährliche  Steuerabgabe in Höhe von 7 Millionen USD entrichten. Es wird erwartet, dass die Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette des Werks jährlich Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 170 Millionen USD entrichten und jährlich 200 Millionen USD an Löhnen und Gehältern bezahlen werden.

 

 

Projektzeitplan und Kapitalfluss

 

Die erforderlichen Genehmigungen wurden erteilt und die wesentlichen Vereinbarungen mit der Regierung von Uruguay zur Zufriedenheit beider Vertragspartner geschlossen.

 

Die Vereinbarung über eine Public-Private-Partnerschaft zwischen der Regierung und dem Bauunernehmen, das die zentrale Eisenbahnstrecke errichten wird, wurde im Mai 2019 unterzeichnet und die Finanzierung des Bauunternehmens ist abgeschlossen.

 

Weitere Vorbereitungen für das Projekt, wie die Einrichtung der Baustelle und das Ausbaggern des Hafens, beginnen sofort. Die Ausschreibung für die wichtigsten Anlagen und die Personalausstattung sind im Gange. Verpflichtungen im Hinblick auf größere Kapitalaufwendungen werden entsprechend dem Finanzierungs- und Baufortschritt für die Bahnstrecke getroffen.

 

Es wird erwartet, dass das Werk in der zweiten Jahreshälfte 2022 in Betrieb gehen wird. Der Großteil des gesamten Investitionsauwands von 3 Milliarden USD wird im Zeitraum von 2020 – 2022 anfallen. UPM wird zu 91 % an dem Projekt beteiligt sein. Ein lokaler, langfristiger Partner, der auch an UPM Fray Bentos beteiligt ist, hält die restlichen 9 %. UPM finanziert seine Investition hauptsächlich durch den operativen Cashflow und regelmäßige Finanzierungsaktivitäten des Konzerns.

 

Aufgrund der heute getroffenen Entscheidung erhöht UPM den geschätzten Gesamtkapitalaufwand für 2019 von bisher 350 auf 450 Millionen Euro.

 

www.upm.com

 

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