Koehler Paper
Knappe Rohstoffverfügbarkeit lässt Preise steigen

15.06.2021 Die Covid-Pandemie führte weltweit zu Unterbrechungen bei der Produktion von Rohstoffen, wie auch dem internationalen Schiffverkehr. Bereits nach einem halben Jahr hatte sich der Welthandel wieder erholt, was einen Mangel an Leercontainern in der Containerlogistik sowie zu wenig Transportkapazitäten im internationalen Schiffverkehr zur Folge hatte.

Firmenzentrale der Koehler-Gruppe am Standort Oberkirch.
© Foto: Koehler
Firmenzentrale der Koehler-Gruppe am Standort Oberkirch.
Durch die Havarie des Containerschiffes „Ever Given“ Ende März spitzte sich die Situation weiter zu. Das Schiff hatte den Suez-Kanal tagelang lahmgelegt, wodurch sich mehr als 400 Schiffe auf beiden Seiten der Wasserstraße stauten.

 

Die Konsequenzen dieser Entwicklungen waren weltweite Verschiebungen bei Rohstofflieferungen und bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen. Das alles bringt teilweise massive Kostensteigerungen auch in der Papierindustrie mit sich, wovon auch Koehler Paper betroffen ist.

 

Auf Grund der Ereignisse der vergangenen Monate rückt die Aufgabe des Einkaufs verstärkt in den Vordergrund, der insbesondere jetzt in dieser Krise gefordert ist, die Sicherheit der Produktionsversorgung sicherzustellen. Koehler Paper, wie auch andere Unternehmen in der Papierindustrie, sieht sich mit zum Teil deutlich verlängerten Lieferzeiten weltweit konfrontiert. Klaus Krieg, Leiter Supply Chain Management bei Koehler Paper, stellt fest: „Viele unserer Lieferanten ziehen bereits die Klausel bzgl. der Höheren Gewalt in ihren Verträgen mit uns, auf Grund der kritischen Versorgungslage mit Roh- und Hilfsstoffen.“ Hinzu kommt eine weltweite Knappheit an Containern und Schiffsraum, was die Lieferzeiten zusätzlich um vier bis sechs Wochen verzögert.

 

Koehler Paper handelt proaktiv mit Langfriststrategie bei Rohstoffsicherung

Koehler Paper hat frühzeitig Langfriststrategien implementiert, um die Rohstoffverfügbarkeit sicherzustellen. Für alle wichtigen Rohstoffe wurden Risikoanalysen erstellt und daraus abgeleitet eine Lieferantenstrategie. Das Bestandsmanagement kritischer Rohstoffe wird im Anbetracht der Situation laufend angepasst. „Just in time“ Lieferung war früher, heute spricht man auch von „just in case“ Modellen und legt sich Vorräte von kritischen Rohstoffen an. Geholfen in der angespannten Rohstoffsituation haben Koehler Paper vor allem auch direkte, langjährige und enge Kontakte zu Lieferanten weltweit. Darüber hinaus haben Jahreslieferverträge dazu beigetragen, die Versorgung mit Rohstoffen abzusichern.

Aber nicht nur die Rohstoffknappheit sorgt für Turbulenzen in der weltweiten Papierbranche. Hinzu kommen logistische Engpässe nicht nur auf der Beschaffungsseite, sondern auch bei der Auslieferung an Kunden. Koehler Paper setzt deshalb auf eine diversifizierte Lieferkette, um dem Problem zu begegnen. Ein Mix aus Bahn und Schiff über mehre Häfen sind bei Lieferungen aus Asien das Erfolgsrezept. Vor allem Schiffsraum für Seecontainer im internationalen Versand ist ein knappes Gut. Der wird für Kundenlieferungen bereits langfristig im Voraus reserviert. Koehler Paper übernimmt die Abstimmung und Überwachung der Transporte bis zum Ankunftshafen, um sicherzugehen, dass die abgestimmten Liefertermine auch erfüllt werden.

Die massiv gestiegenen Rohstoff- und Logistikpreise mussten in allen Sparten bereits durch Preissteigerungen an die Kunden weitergegeben werden. Weitere Preissteigerungen werden nicht zu vermeiden sein. Die Produktion und die Belieferung der Kunden konnte bisher allerdings sichergestellt werden, auch wenn gerade im Überseebereich Verzögerungen nicht vollumfänglich vermieden werden können.

 

Mehr zur Koehler-Gruppe

Die Koehler-Gruppe wurde 1807 gegründet und ist von Beginn an bis heute familiengeführt. Das Kerngeschäft der Gruppe liegt in der Entwicklung und Produktion von hochwertigen Spezialpapieren. Dazu zählen unter anderem Thermopapiere, Spielkartenkarton, Getränkeuntersetzer, Feinpapiere, Selbstdurchschreibepapiere, Recyclingpapiere, Dekorpapiere, Holzschliffpappe, Sublimationspapiere und seit 2019 auch innovative Spezialpapiere für die Verpackungsindustrie. In Deutschland verfügt die Koehler-Gruppe mit ihren mehr als 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über fünf Produktionsstandorte, drei weitere befinden sich in den USA. Die Gruppe ist international tätig, der Exportanteil lag 2020 bei 70 %, bei einem Jahresumsatz von 770 Mio. Euro.

Als energieintensives Unternehmen investiert Koehler in erneuerbare Energieprojekte wie Windenergie, Wasserkraft und Biomasse. Die Koehler-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mehr Strom aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, als für die Papierproduktion benötigt wird.

www.koehler.com

 

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