Bundesinstitut für Risikobewertung
Migration von Azo in Lebensmitteln

02.10.2019 Materialien, die unmittelbar und bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen, heißen auch „Lebensmittelkontaktmaterialien“. Dazu zählen neben Kartonverpackungen, Bäckertüten und Servietten auch andere Utensilien wie Muffinformen und Trinkhalme. Bei ihrer Produktion werden zahlreiche Hilfs- und Veredelungsstoffe eingesetzt. Ein Beispiel sind (Azo-) Farbmittel, mit denen manche dieser Produkte eingefärbt oder bedruckt werden.

© Foto: Pixabay

Gelangen (Azo-) Farbmittel in den menschlichen Körper, können sie durch den Stoffwechsel aufgespalten werden. Zu den Spaltprodukten gehören unter anderem primäre aromatische Amine (paA). Einige Vertreter dieser Substanzgruppe sind krebserzeugend. PaA und weitere Stoffe können zudem als Verunreinigung in (Azo-) Farbmitteln vorkommen. In bunt bedruckten Papierservietten, Bäckertüten und anderen bedruckten Lebensmittelbedarfsgegenständen können sie ein Gesundheitsrisiko darstellen, wenn sie auf Lebensmittel übergehen und durch deren Verzehr in den menschlichen Stoffwechsel gelangen.

 

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat sich mit den möglichen Gesundheitsrisiken erneut beschäftigt (siehe frühere BfR-Stellungnahme Nr. 021/2014). Ausgangspunkt sind neue Daten aus dem Jahr 2018. Im vorliegenden Fall bewertete das BfR das gesundheitliche Risiko, das aus den gemessenen Übergängen der vier Stoffe Naphthol AS, NAAX, NDPA und HNS aus papierhaltigen Lebensmittelkontaktmaterialien resultiert. Die Substanzen sind sehr wahrscheinlich Ausgangsstoffe, Verunreinigungen oder Abbauprodukte von (Azo-) Farbmitteln. Zur Bestimmung der Übergänge ins Lebensmittel kam die Kaltwasserextrakt-Methode zum Einsatz. Die Proben wurden 24 Stunden lang bei Raumtemperatur mit dem Lebensmittelsimulanz Wasser in Kontakt gebracht, und anschließend wurden die resultierenden Gehalte der vier Stoffe im Wasser bestimmt.

Weitere Informationen finden Sie hier

stats