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Kunststoffe ersetzen, wo es sinnvoll ist

22.05.2019 Kunststoffverpackungen werden derzeit fast ausschließlich als weltweites Müllproblem wahrgenommen. In den letzten Jahren haben sich aus diesem Grunde zahlreiche Unternehmen entlang der Wertstoffkette der Verpackungen zusammengeschlossen, um Lösungen für einen ressourceneffizienten und nachhaltigen Einsatz von Verpackungsmaterial zu finden.

Kunststoffersatz durch faserbasierte Lösungen
© Foto: Paptic
Kunststoffersatz durch faserbasierte Lösungen

 Einen anderen Ansatz, nämlich Kunststoffe zu vermeiden, verfolgen drei Forscherinnen und  Forscher des staatlichen Forschungsinstitutes VTT in Finnland.

Das VTT ist ein technisches Forschungszentrum in Finnland, ähnlich organisiert wie das Fraunhofer Institut in Deutschland. Dort arbeiteten Frau Karita Kinnunen-Raudaskoski, Herr Esa Torniainen und Herr Tuomas Mustonen seit vielen Jahren in der Forschung von Papierprodukten zusammen, der Idee folgend, dass Papierprodukte mehr können als nur als Druckträger zu dienen. Zugleich war ihre Arbeit auch davon getrieben, der Kunststoffproblematik im Verpackungsmüll etwas entgegenzusetzen. Als deren Ursache steht mitunter die weit verbreitete Ansicht, dass es keine Alternativen zu Kunststoffverpackungen gäbe, was Barriereeigenschaften, Funktionalität, Festigkeiten, Haptik und Eignung für Verpackungsanlagen angeht.

Nach intensiver Forschung gelang die Entwicklung eines Produktes, das auf Holzrohstoffen basiert und keine Kunststoffe enthält. Gleichzeitig besitzt es hohe Gebrauchseigenschaften, ist wiederverwendbar und vor allem recyclebar. Nachdem Versuche auf Pilotanlagen gefahren wurden, wurden in den anschließenden Verarbeitungstests durchweg überzeugende Ergebnisse erzielt.

Das Forscherteam kam zu der Überzeugung, dass dies eine Möglichkeit sei, den Kunststoffeinsatz ein wenig zu reduzieren. Gemeinsam gründeten sie im Jahre 2015 die Paptic Oy in Espoo (www.paptic.com) vor den Toren von Helsinki, um ihre Idee wirtschaftlich zu nutzen. Daraufhin musste alles sehr schnell gehen. Patente mussten eingereicht werden, Fördergelder der EU beantragt und natürlich der Vertrieb aufgebaut werden.

Als erstes kommerziell verfügbares Produkt wurde Paptic® Tringa Ende 2018 auf den Markt gebracht. Es ist ein flexibles Material mit einer haptisch weichen Oberfläche, das sich für Einkaufs- als auch E-Commerce-Taschen eignet. Erhältlich in den Grammaturen 60, 80 und 110 g/m2 kann es als Rollen- oder Bogenware geliefert werden. Bedruckbar ist es in allen gängigen Druckverfahren. Aufgrund seiner Haltbarkeit, Flexibilität und Festigkeit kann es mehrmals wiederverwendet als auch recycelt werden.

Die heutigen Barriereeigenschaften des Materials sind mit denen von ungestrichenem Papier vergleichbar. Und natürlich hat das Produkt das ISEGA Zertifikat nach der Empfehlung XXXVI des BfR. Um weitere Marktchancen zu nutzen entwickelt Paptic Oy aktuell neue Qualitäten für mehrere neue Anwendungen/Endanwendungen.

Nach der erfolgreichen Markteinführung von Paptic Tringa hat sich das Unternehmen schell weiterentwickelt und beschäftigt heute ca. 40 Mitarbeiter. Als nächsten Entwicklungsschritt ist die Schaffung einer Produktionsstätte mit einer Kapazität von ca. 25.000 to/Jahr geplant, was noch Mitte dieses Jahres erfolgen soll.

 

www.paptic.com

 

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