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Papiersack im Nachhaltigkeitstest

22.11.2018 Die CO2-Bilanz von Zementsäcken aus Papier ist 2,5-mal kleiner als die CO2-Bilanz von Form-Fill-Seal-Polyethylene (FFS PE) Zementsäcken. Dies ist das Ergebnis einer Vergleichsstudie des schwedischen Forschungsinstituts RISE im Auftrag der European Paper Sack Research Group (ESG), einer Kooperation von CEPI Eurokraft und Eurosac. Zudem kommt die Studie zu dem Schluss, dass der Papiersack energiesparender ist. Die wichtigsten Ergebnisse wurden in einer Infografik zusammengefasst.

 Eurosac: Studie zu Papiersäcken
© Foto: Eurosac
Eurosac: Studie zu Papiersäcken
Die RISE-Studie verglich die Sachbilanz (LCI = Life Cycle Inventory) eines typischen europäischen 25-kg-Zementsacks aus Papier mit derjenigen eines typischen europäischen 25-kg-Zementsacks aus Polyethylen. Der Schwerpunkt lag hierbei auf den unterschiedlichen Umweltauswirkungen der beiden Verpackungslösungen: die gesamte CO2-Bilanz und der Verbrauch fossiler Energien als Indikatoren für den Klimawandel sowie andere Umweltparameter, insbesondere Emissionen in die Luft und die Trinkwasserbelastung. Die Studie wurde von Intertek begutachtet (Peer Review Bessere CO2-Bilanz).

Mit einer Emission von 71 g CO2-Äquivalenten (CO2e) über den gesamten Lebenszyklus ist die CO2-Bilanz von Papiersäcken 2,5-mal geringer als diejenige von Kunststoffsäcken, die sich auf 192 CO2e beläuft. Die Menge an fossilem CO2e, die der PE-Ssack mehr verbraucht, ist mit den Emissionen eines Laptops (mit einem Stromverbrauch von 25 W) vergleichbar, der neun Stunden lang läuft. Auch bei Erweiterung der Systemgrenzen der Studie auf die End-of-Life-Szenarien – Deponie, Verbrennung oder Recycling –, ist die CO2-Bilanz des Papiersacks geringer.

Effizienterer Verbrauch fossiler Energie

Auch hinsichtlich des Verbrauchs fossiler Energie beim Produktionsprozess kommt die Studie zu der Schlussfolgerung, dass der Papiersack die klimafreundlichere Lösung ist. Die Produktion eines Kunststoff-Zementsacks verbraucht demnach 4,72 MJ an fossiler Energie je Sack in Form von Brennstoff. Das ist rund fünfmal so viel wie der Verbrauch für die Herstellung eines Papier-Zementsacks (0,97 MJ fossile Energie/Sack). Das bedeutet, dass man mit der Menge an fossiler Energie, die bei der Herstellung eines Plastiksacks verbraucht wird, fast fünf Papiersäcke herstellen könnte. Die Studie zeigt, dass das Papiersack-System mehr erneuerbare Energiequellen (0,19 MJ erneuerbare Energie/Sack) für den Energiebedarf bei der Produktion einsetzt als bei Kunststoffsäcken (0 MJ erneuerbare Energie/Sack). Hinsichtlich der fossilen Ressourcen, die als Rohstoffe für den Sack eingesetzt werden, verbraucht der Papiersack 18-mal weniger fossile Energie (0,18 MJ fossile Energie/Sack) als der Kunststoffsack (3,19 MJ fossile Energie/Sack).

Gemischtes Bild bei anderen Umweltparametern

Betrachtet man die Studienergebnisse bezüglich anderer Emissionen in die Luft und in das Trinkwasser während des Produktionsprozesses, lässt sich kein Fazit ziehen, welche der beiden Verpackungslösungen für die Umwelt besser ist. Papiersäcke und FFS-PE-Säcke haben unterschiedliche Emissionsprofile, weil dafür unterschiedliche Grundstoffe, Prozesse, Energieaufwendungen und -Mischungen eingesetzt werden. In mancher Hinsicht weist der Papiersack bessere Ergebnisse auf, in anderen der Kunststoffsack. Ein Beispiel für Emissionen ins Trinkwasser: Der Zementplastiksack emittiert mehr Schwermetalle, während der Zementpapiersack mehr organische Stoffe emittiert.

Stetige Verbesserungen der CO2-Bilanz

Auch die von RISE regelmäßig durchgeführte Analyse der CO2-Bilanz der Wertschöpfungskette eines durchschnittlichen europäischen Papiersacks zeigt ein Ergebnis: Allein von 2007 bis 2015 haben sich die CO2e-Emissionen um 22 Prozent verbessert. Damit wurde eines der von der EU für 2020 gesetzten Klimaziele bereits fünf Jahre zuvor erreicht: die Reduktion der Treibhausgase gegenüber 1990 um 20 Prozent.

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