Deutsche Hülsenindustrie
Verhaltener Ausblick auf 2019

04.12.2018 Die Hersteller von Hartpapierhülsen für die Papier-, Folien- und Textilindustrie können im letzten Quartal auf ein ereignisreiches Jahr 2018 zurückblicken. Insbesondere die ersten beiden Quartale waren geprägt von einer extrem hohen Nachfrage, bei gleichzeitig katastrophaler Rohstoffknappheit für Hülsenwickelkarton.

2018: Hohe Nachfrage nach Hülsen bei schlechter Verfügbarkeit von Hülsenwickelkarton
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2018: Hohe Nachfrage nach Hülsen bei schlechter Verfügbarkeit von Hülsenwickelkarton
Die Kostensteigerungen und Lieferzeiten überstiegen dabei oftmals alle bisher in der Branche gekannten Grenzen. Einerseits lag die Auslastung der Betriebe daher oft an der Kapazitätsgrenze, andererseits mussten Aufträge mangels Rohstoff abgelehnt werden.

Das zweite Halbjahr 2018 zeigte immerhin keine weitere Verschärfung der Lage im Papierbereich. Es ist jedoch festzustellen, dass damit für die Hersteller von Hartpapierhülsen nicht alle Herausforderungen gelöst sind. Bisher in den Hintergrund gedrängte Kostenfaktoren wie die Verpackungskosten oder die Logistik (5-15% Steigerung je nach Region) sowie übertarifliche Lohnsteigerungen belasten seit Monaten die Firmen. Hinzu kommen bereits vorhandene und schon absehbare Probleme durch die extreme Trockenheit in Mitteleuropa. So sind aktuell einige Chemikalien durch anhaltendes Niedrigwasser knapp und teuer. Bei Dextrin, einem Klebstoff für Hülsen aus Kartoffelstärke, wird in 2019 mit Kostensteigerungen bis zu 20% gerechnet, da die Kartoffelernte voraussichtlich 25% niedriger als im Vorjahr ausfallen wird.

Verbunden mit den aktuell abgekühlten Konjunkturdaten bewerten die Hülsenhersteller daher die Aussicht für 2019 sehr verhalten. Es wird mit einer guten Beschäftigung und einer stabilen Auftragslage etwas unterhalb des Ausnahmejahres 2018 gerechnet.



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