DUH
Kampagne für klimafreundliche Getränkeverpackungen

25.10.2018 Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat kürzlich in Berlin die Kampagne „Mehrweg. Mach mit!“ vorgestellt. Kernbotschaft ist, dass jeder mit der Nutzung von Mehrwegflaschen und -bechern zum Klimaschützer werden könne.

Mehrweg steckt bei den Coffee-to-go-Bechern noch in den Kinderschuhen. Das Problem kann nur gelöst werden, wenn auch die großen Kaffeeketten mitmachen und der Verbraucher zum Beispiel immer seinen eigenen Becher nutzt.
© Foto: Sascha Krautz / DUH
Mehrweg steckt bei den Coffee-to-go-Bechern noch in den Kinderschuhen. Das Problem kann nur gelöst werden, wenn auch die großen Kaffeeketten mitmachen und der Verbraucher zum Beispiel immer seinen eigenen Becher nutzt.
Wenn es gelingt, den jährlichen Verbrauch von mehr als 2,7 Mrd. Getränkedosen, 16 Mrd. Einweg-Plastikflaschen und fast 3 Mrd. Wegwerfbechern für Kaffee zu verringern, dann können jährlich hunderttausende Tonnen des schädlichen Klimagases CO2 vermieden werden. Das DUH-Projekt ist Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

„Die deutsche Bundesregierung hält am nationalen Klimaschutzziel fest, seine Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2020 um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Allerdings ist bereits jetzt erkennbar, dass dieses Ziel kaum eingehalten werden kann. Deshalb sind Maßnahmen, die einen Beitrag zur Schließung der absehbaren Lücke in der Zielerreichung leisten, notwendiger denn je. Genau hierzu kann der konsequente Einsatz von Mehrweggetränkeverpackungen einen signifikanten Beitrag leisten. Würde man alle alkoholfreien Getränke ausschließlich in Mehrweg- statt in Einwegflaschen abfüllen, dann ließen sich so 1,25 Millionjen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen“, sagt die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

„Mehrweg schlägt Einweg“

„Wir haben uns eingehend mit allen einschlägigen Studien zu Umweltauswirkungen von Getränkeverpackungen beschäftigt und das Ergebnis ist eindeutig: Mehrweg schlägt Einweg beim Klimaschutz. Bei Getränkeflaschen ebenso wie bei Bechern. Allein durch die konsequente Nutzung wiederbefüllbarer Coffee-to-go-Mehrwegbecher könnte jedes Jahr der Ausstoß von mehr als 110.000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 vermieden werden. Dies entspricht dem CO2-Ausstoß von rund 30.000 Pkw, die durchschnittlich 15.000 Kilometer im Jahr fahren“, erklärt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.
„Mit dem Projekt möchten wir so viele Menschen wie möglich über die Vorteile von Mehrweggetränkeverpackungen informieren und damit einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Deutsche Umwelthilfe startet deshalb regelmäßig stattfindende Workshops und Schulungen. Die Teilnehmer sollen als Multiplikatoren eigenständig über die Klimafreundlichkeit von Getränkeverpackungen informieren. So sollen ökologische Kauf- und Systementscheidungen in der Breite unterstützt und herbeigeführt werden. Man kann nicht nur Klimaschützer, sondern auch Klimabotschafter werden“, sagt Fischer. Zielgruppen sind neben Verbrauchern auch Gastronomen, Verbandsvertreter, Vereine, Unternehmen, Abfallberater sowie Vertreter von Kommunen, Städten und der öffentlichen Beschaffung.

Musterbeispiel Hamburg


Wie Mehrweg in der Praxis konsequente Anwendung findet, zeigt das Musterbeispiel der Hamburger Stadtverwaltung. Dort wurde Anfang 2016 ein Leitfaden für eine umweltfreundliche öffentliche Beschaffung verabschiedet. „Der Hamburger Senat hat einen Kriterienkatalog beschlossen, der strenge ökologische Standards für Einkauf und Vergabe definiert. Hamburger Ämter, Behörden und Einrichtungen dürfen keine Kaffeemaschinen mit Alukapseln, Mineralwasser in Einwegflaschen oder Einweggeschirr einkaufen. Mit ihrem Einkaufsvolumen von jährlich rund 250 Millionen Euro kann die Stadt dazu beitragen, dass nachhaltige Produkte am Markt noch mehr Akzeptanz und Absatzchancen bekommen. Wir wollen den Anteil umweltfreundlicher Produkte bei der Stadt deutlich ausweiten und so auch zum Klimaschutz beitragen“, sagt die Verantwortliche für umweltverträgliche Beschaffung der Hamburger Behörde für Umwelt und Energie Gabriele Meusel.

www.mehrweg-mach-mit.de

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