VDW
Kostenfaktor: Hohe Papierpreise

22.11.2018 Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW) haben im dritten Quartal insgesamt 1,995 Milliarden Quadratmeter Wellpappe abgesetzt. Das sind etwa 20 Millionen mehr als im zweiten Quartal.

Entwicklung der Papierpreise von 2011 bis zum dritten Quartal 2018
© Foto: EUWID
Entwicklung der Papierpreise von 2011 bis zum dritten Quartal 2018
In der Summe beläuft sich der Absatz zwischen Januar und September 2018 auf 6 Milliarden Quadratmeter. Das entspricht im arbeitstäglich bereinigten Vergleich zu den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres einem Zuwachs von 2,9 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Situation mit einem Anstieg der Papierpreise um 4,7 Prozent auf der Kostenseite weiter angespannt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum liegt der Absatz des dritten Quartals in der arbeitstäglichen Betrachtung bei minus 0,9 Prozent. „Die Wellpappenindustrie verzeichnet damit zum ersten Mal seit Sommer 2016 einen leichten Rückgang des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes. Das zu Beginn des Jahres erwartete Absatzwachstum von 3,9 Prozent werden wir wohl nicht erreichen“, sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des VDW. „Ebenso wie die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute müssen auch wir unsere Wachstumsprognose etwas senken.“ Trotzdem bleibt Wolfrum für die verbleibenden Wochen des Jahres optimistisch, denn „die derzeitige Mengenentwicklung ist auch auf den absatzstarken Vergleichszeitraum in 2017 zurück zu führen“, so der VDW-Geschäftsführer.

Besorgniserregend stellt sich dagegen nach Wolfrums Ansicht die Situation der Wellpappenhersteller auf der Kostenseite dar. „Die Rohstoffkosten unserer Mitglieder bleiben im dritten Quartal auf konstant hohem Niveau“, sagt Wolfrum. Nach EUWID-Index stiegen allein die Papierpreise seit Jahresbeginn insgesamt um 4,7 Prozent. „Die im gleichen Zeitraum erzielten Erlöszuwächse unserer Mitglieder in Höhe von 4,2 Prozent konnten diesen Kostenanstieg nicht kompensieren“, so Wolfrum weiter. Richtig einordnen lässt sich die Kostendramatik bei den Rohstoffen jedoch erst bei Betrachtung des Zeitraums ab Januar 2017. „In den vergangenen 22 Monaten stiegen die Papierpreise laut EUWID um insgesamt 23,2 Prozent, wogegen unsere Mitglieder ihre durchschnittlichen Erlöse lediglich um 9,7 Prozent steigern konnten. Eine erneute Erhöhung der Papierpreise würde innerhalb dieser kritischen Lage zu weiteren gravierenden Belastungen unserer Mitglieder führen.“

Dies ist vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass es im Jahresverlauf auch in weiteren Kostenbereichen zu teils erheblichen Steigerungen kam. Beim Personal, dem mit 21 Prozent zweitgrößten Kostenblock nach den Rohstoffen (53,3 Prozent), griffen im Frühjahr die tariflichen Erhöhungen um 2,1 Prozent. Die Frachtraten stiegen laut Preisindex der VerkehrsRundschau seit Jahresbeginn um 4,6 Prozent und der Börsenpreis für Strom legte im selben Zeitraum gar um 87,2 Prozent zu.

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