MAYR-MELNHOF KARTON Aktiengesellschaft
Weiterer Ergebnisanstieg im 3. Quartal 2018

15.11.2018 Hohe Auslastung, deutlicher Ergebniszuwachs bei MM Karton, höhere Kosten belasten Marge von MM Packaging, Nachfragedynamik verlangsamt sich, Wachstumskurs mit Akquisition TANN-Gruppe fortgesetzt

Mayr Melnhof konnte im 3. Quartal 2018 einen weiteren Ergebnisanstieg verzeichnen
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Mayr Melnhof konnte im 3. Quartal 2018 einen weiteren Ergebnisanstieg verzeichnen
Die Mayr-Melnhof Gruppe konnte mit einem guten dritten Quartal das verbesserte Ertragsniveau des bisherigen Jahresverlaufs fortsetzen und somit nach drei Quartalen weiter über Vorjahr abschließen. Beide Divisionen verzeichneten auch unter zunehmend verlangsamter Marktdynamik anhaltend hohe Auslastung.
Getragen durch einen Ergebnisanstieg in der Kartondivision, vor allem infolge besserer Preise, lag das betriebliche Ergebnis des Konzerns um mehr als 8 % über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Packagingdivision konnte weiter wachsen, ein starker Anstieg der Inputkosten, insbesondere bei Karton, drückte jedoch deutlich auf die Margen. Preiserhöhungen zur Kostenweitergabe sind schwer bzw. nur verzögert möglich. Für das vierte Quartal bleibt die Fortführung des hohen Ergebnisniveaus eine Herausforderung.

MM Packaging hat im Oktober mit der Akquisition der TANN-Gruppe einen bedeutenden Wachstumsschritt bekanntgegeben. TANN bedruckt und veredelt zugekauftes Feinpapier zu Zigarettenfilterpapier (Tipping Paper) und ist Weltmarktführer in diesem mit MM Packaging technologieverwandten Bereich. Zielsetzung ist die Ausweitung der Wertschöpfung und Stärkung der Ertragskraft von MM Packaging sowie weiteres Wachstum. Die Übernahme steht unter Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Das Closing des Erwerbs wird für Anfang 2019 erwartet.

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns beliefen sich in den ersten neun Monaten 2018 auf 1.763,1 Mio. EUR und lagen damit leicht über dem Vorjahreswert (Q1-3 2017: 1.749,1 Mio. EUR). Beide Divisionen trugen dazu bei.
Mit 172,3 Mio. EUR wurde ein betriebliches Ergebnis um 8,4 % bzw. 13,4 Mio. EUR über dem Vergleichswert des Vorjahres (Q1-3 2017: 158,9 Mio. EUR) erzielt. Einem signifikanten Ergebnisanstieg in der Kartondivision stand ein Rückgang in der Packagingdivision gegenüber. Die Operating Margin des Konzerns erhöhte sich somit auf 9,8 % (Q1-3 2017: 9,1 %).
Finanzerträgen in Höhe von 1,0 Mio. EUR (Q1-3 2017: 1,6 Mio. EUR) standen Finanzaufwendungen von -4,7 Mio. EUR (Q1-3 2017: -4,5 Mio. EUR) gegenüber. Das „Sonstige Finanzergebnis – netto“ belief sich auf 0,4 Mio. EUR (Q1-3 2017: -4,1 Mio. EUR) nachdem im Vorjahr im Zuge der Entkonsolidierung der tunesischen Packaging-Gesellschaften ein Einmalaufwand aus der kumulierten Währungsumrechnung von 2,3 Mio. EUR zu verbuchen war.
Das Ergebnis vor Steuern lag mit 169,0 Mio. EUR um 11,3 % über dem Vergleichswert des Vorjahres (Q1-3 2017: 151,9 Mio. EUR). Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrugen 42,6 Mio. EUR (Q1-3 2017: 38,6 Mio. EUR), woraus sich ein effektiver Konzernsteuersatz von 25,2 % (Q1-3 2017: 25,4 %) errechnet. Der Periodenüberschuss stieg demnach um 11,6 % auf 126,4 Mio. EUR (Q1-3 2017: 113,3 Mio. EUR).

VERLAUF DES DRITTEN QUARTALS

Sowohl bei Umsatz als auch betrieblichem Ergebnis gelang es im dritten Quartal 2018 an die starken Vorquartale des laufenden Jahres sowie die guten Werte im Vergleichsquartal des Vorjahres anzuschließen. Die Auslastung der Werke blieb insgesamt auf hohem Niveau, obwohl dem positiven Momentum der ersten Jahreshälfte zunehmend eine Normalisierung der Nachfrage folgte.

Die Kartondivision war mit einer Kapazitätsnutzung von rund 99 % (Q1/Q2 2018: jeweils 99 %; Q3 2017: 98 %) weiter voll ausgelastet. Die Operating Margin belief sich auf 9,0 % und konnte infolge höherer Kosten nicht an die starken Werte der ersten beiden Quartale dieses Jahres (Q1/Q2 2018: 10,3 % bzw. 10,6 %) anschließen, lag aber weiterhin deutlich über dem Vorjahr (Q3 2017: 7,4 %).

In der Packagingdivision gelang es insbesondere aufgrund erhöhter Wertigkeit im Produktmix sowie Einsparungen eine Operating Margin von 9,7 % zu erzielen, nach 8,3 % bzw. 8,6 % im ersten und zweiten Quartal 2018 sowie 10,3 % im dritten Quartal des Vorjahres.
Das betriebliche Ergebnis des Konzerns erreichte 58,0 Mio. EUR (Q1/Q2 2018: 57,1 Mio. EUR bzw. 57,2 Mio. EUR; Q3 2017: 56,8 Mio. EUR), wodurch eine Operating Margin von 9,8 % (Q1/Q2 2018: 9,6 % bzw. 9,9 %; Q3 2017: 9,5 %) erzielt wurde.
Der Periodenüberschuss lag mit 42,7 Mio. EUR sowohl über dem Vergleichswert des Vorjahres (Q3 2017: 41,4 Mio. EUR) als auch über jenen der Vorquartale (Q1/Q2 2018: 41,7 Mio. EUR bzw. 42,0 Mio. EUR).

AUSBLICK

Infolge einer gut bevorrateten Supply Chain zeigt sich die Nachfrage auf unseren Märkten und damit auch der Auftragseingang aktuell zunehmend verhaltener. Entsprechend nimmt die Wettbewerbsintensität wieder deutlich zu. Auf den Faserstoffmärkten haben die Preise für gemischte Altpapiersorten die Talsohle verlassen. Ferner machen gestiegene Zellstoff- und Holzschliffpreise eine Preiserhöhung bei Frischfaserkarton notwendig. Konsequenz in Preis- und Produktpolitik sowie weitere Rationalisierungen sind auf die Absicherung der Ertragsqualität des Konzerns gerichtet. Für das vierte Quartal bleibt die Fortführung des hohen Ertragsniveaus der Vorquartale dennoch eine Herausforderung.

MM Karton

Dem positiven Momentum auf den Kartonmärkten bis Jahresmitte ist zunehmend eine Normalisierung der Nachfragedynamik gefolgt. Die Marktsituation bleibt entsprechend durch intensiven Wettbewerb geprägt.
Im Zuge hoher Auslastung, besserer Preise und eines vorteilhaften Produktportfolios gelang MM Karton in den ersten drei Quartalen 2018 ein deutlicher Ergebniszuwachs gegenüber dem Vorjahr. Eine disziplinierte Preispolitik unter Behauptung der Marktanteile sowie ein steigender Anteil neuer Produkte mit hoher Wertschöpfung blieben konsequent im Fokus.

Der durchschnittliche Auftragsstand in Höhe von 82.000 Tonnen belief sich auf Vorjahresniveau (Q1-3 2017: 82.000 Tonnen). Sowohl Kartonproduktion als auch –verkauf lagen mit 1.271.000 Tonnen bzw. 1.260.000 Tonnen nahe an den Vergleichswerten des Vorjahres (Q1-3 2017: 1.269.000 Tonnen bzw. 1.266.000 Tonnen). Mit einem Verkaufsanteil von rund 82 % nach Europa und 18 % in Märkte außerhalb Europas wurde leicht mehr auf den europäischen Märkten abgesetzt (Q1-3 2017: 80 % bzw. 20 %). Die Kapazitäten waren mit rund 99 % (Q1-3 2017: 98 %) weiterhin nahezu voll ausgelastet.
Auf den Faserstoffmärkten ist dem Preisrückgang für gemischte Altpapierqualitäten ab Mitte des Jahres wieder ein leichter Anstieg gefolgt. Demgegenüber waren frischfaserbasierte Produkte von durchgehend starkem Preisauftrieb geprägt.

Die Umsatzerlöse erhöhten sich preisbedingt auf 799,9 Mio. EUR (Q1-3 2017: 788,9 Mio. EUR).
Das betriebliche Ergebnis lag demzufolge sowie aufgrund niedrigerer direkter Kosten mit 79,9 Mio. EUR deutlich über der Vergleichsperiode (Q1-3 2017: 54,6 Mio. EUR), sodass eine Operating Margin von 10,0 % erreicht wurde (Q1-3 2017: 6,9 %).

MM Packaging
Auch auf den europäischen Faltschachtelmärkten hat sich die Nachfragedynamik mit Beginn des dritten Quartals verlangsamt. Infolge einer gut bevorrateten Supply-Chain wird nun zurückhaltender disponiert. Dadurch und aufgrund des ausreichenden Kapazitätsangebotes in der Branche ist die Wettbewerbssituation weiterhin von hoher Intensität gekennzeichnet.
Infolge des guten Auftragsstandes verzeichneten die Werke von MM Packaging während der ersten drei Quartale eine insgesamt hohe Auslastungssituation. Durch Spezialisierung auf die Anforderungen verschiedener Konsumgüterbranchen und die breite geographische Aufstellung gelang es MM Packaging sowohl bei Menge als auch Umsatz weiter zu wachsen.

Aufgrund von Kartonpreiserhöhungen und weiteren Kostensteigerungen, vor allem für Transport und Logistik, standen die Margen aber deutlich unter Druck, da die Kostenweitergabe über höhere Verkaufspreise nur schwer bzw. verzögert umgesetzt werden kann. Mit gezielten Einsparungsprogrammen und Mehrmenge gelang es jedoch die Belastung des Ergebnisses abzufedern. Im dritten Quartal unterstützte insbesondere ein höherwertiger Produktmix die Ergebnisqualität.
Die verarbeitete Tonnage stieg in den ersten drei Quartalen 2018 um 2,6 % von 569.000 Tonnen auf 584.000 Tonnen, das Bogenäquivalent um 1,4 % auf 1.730,8 Millionen (Q1-3 2017: 1.707,0 Millionen).

Die Umsatzerlöse lagen mit 1.045,3 Mio. EUR im Wesentlichen mengenbedingt um 0,8 % über dem Vergleichswert des Vorjahres (Q1-3 2017: 1.036,8 Mio. EUR). Der Rückgang des betrieblichen Ergebnisses um 11,4 % auf 92,4 Mio. EUR (Q1-3 2017: 104,3 Mio. EUR) resultiert vor allem aus dem deutlichen Anstieg direkter Kosten. Die Operating Margin betrug demnach 8,8 % (Q1-3 2017: 10,1 %).

www.mayr-melnhof.com

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