Kolb
Neue Wellpappen-Kühlverpackungen

04.03.2019 Die weiter zunehmende Bedeutung des E-Commerce-Handels von Lebensmitteln stellt auch die Logistikprozesse kühlpflichtiger Produkte vor neue Herausforderungen. Schließlich sollen die Produkte sicher, kontrolliert gekühlt und dennoch nachhaltig verpackt zum Käufer gelangen. Gerade Entrepreneurs und kleine Produzenten legen dabei Wert auf konventionelle Transportwege ohne oft kostspielige Kühltransporte, mit denen sie schnell eine breite Käuferzielgruppe beliefern können.

Kühlverpackung „Corcool, die Klimabox von Kolb“ mit Cooltray-Kühlkammer am Boden.
© Foto: Kolb
Kühlverpackung „Corcool, die Klimabox von Kolb“ mit Cooltray-Kühlkammer am Boden.
Derzeit wird zwar nur zirka ein Prozent der Lebensmittel über Onlinehandel vertrieben, es wird aber langfristig mit einer Steigerung auf bis zu 20 % gerechnet [1,2]. Mit Corcool entwickelte die Kolb Unternehmensgruppe eine innovative Monomateriallösung aus Wellpappe für einen sicheren Versand der Waren über Standard-Paketdienste. Die besondere Konstruktion verhindert dabei den direkten Kontakt der Kühlelemente (Kühlakkus) mit dem Packgut. Diese sind in sogenannte Cooltrays mit speziellen Öffnungen zur Kältezirkulation integriert, die von oberhalb und unterhalb der Produkte auf einem besonderen Coolring aufliegen. Dieser Rahmen bietet darüber hinaus auch rundum eine weitere Isolationszone. Die entsprechende Umverpackung, Kolb nennt diese Coolbox ist aus einer innovativen Sandwichwellpappe gefertigt, die eine Kondensation in der kühleren Umgebung im Inneren der Verpackung zu verhindern vermag.

Gemäß der Lebensmittelhygieneverordnung zählen kühlpflichtige Lebensmittel zur Gruppe leicht verderblicher Lebensmittel. Deshalb muss die Zustellung zum Kunden unter Einhaltung eines bestimmten Temperaturbereiches erfolgen. In der DIN 10508 sind maximal zulässige Transporttemperaturen für verschiedene Lebensmittelgruppen festgelegt. Beispielsweise liegt der Temperaturgrenzwert für frisches Fleisch und diverse Fleischzubereitungen bei +7 °C und für diverse Milcherzeugnisse bei +10 °C. [3].

Für die unabhängige Analyse des effektiven Kühlwirkungsgrades von Corcool arbeitete die Kolb Group mit dem Kompetenzzentrum für Lebensmittel und Verpackungen Klevertec in Kempten zusammen. Klevertec ist mit entsprechenden Messmethoden für die Analyse und die Bewertung von Verpackungen kühlpflichtiger Versandgüter etabliert.

Corcool wurde im Rahmen eines  Experiments mit Kühlelementen ausgestattet, die eine Kühlflüssigkeit mit ausreichend großer spezifischer  Wärmekapazität aufweisen. Üblicherweise werden hier Wasser oder Kochsalzlösungen verwendet. Die Kühlakkus müssen vorab gekühlt werden. In den dargestellten Versuchen wurden sie für 72 Stunden bei -25 °C vorkonditioniert. Zur Prävention von sogenannten Gefrierbrandschäden durch partielles Gefrieren werden die Kühlakkus und die Lebensmittel mittels des Cooltrays räumlich voneinander getrennt. Diese werden unterhalb und oberhalb der Lebensmittel am Boden und im oberen Bereich der Verpackung eingesetzt. Für die Versuche wurden jeweils 4 Kühlelemente im oberen und unteren Cooltray integriert.

Als Lebensmittelsimulanz wurden eine PET-Flasche mit Wasser und Kühlakkus (flexible Gelpacks auf Wasserbasis) verwendet. Die Gesamtfüllmenge betrug 10,6 kg, was einem Füllgrad von 76 Vol.-% entspricht. Diese Kühlakkus stellen eine besonders geeignete Lebensmittelsimulanz dar, weil ihr Temperaturverhalten dem von Lebensmitteln mit hohem Wassergehalt sehr nahe kommt. Diese Elemente lagerten 72 h bei
Ca. 6 °C.

Kühlverpackung „Corcool, die Klimabox von Kolb“ gefüllt mit wassergefüllter PET-Flasche und Kühl-Gelakkus als Simulanz für Lebensmittel. Vor dem Verschließen wird noch die obere Kühlkassette aufgesetzt. © Foto: Kolb
Kühlverpackung „Corcool, die Klimabox von Kolb“ gefüllt mit wassergefüllter PET-Flasche und Kühl-Gelakkus als Simulanz für Lebensmittel. Vor dem Verschließen wird noch die obere Kühlkassette aufgesetzt.


Durch die besondere Konstruktion der Cooltrays wird eine hervorragende Kältezirkulation erreicht - ohne dass dabei die Produkte gefrieren, da kein direkter Kontakt zwischen Kühlelementen und verpacktem Produkt erfolgt.

„Die exemplarisch getestete Coorcool-Verpackung von Kolb ist bestens geeignet, empfindliche Lebensmittel ausreichend zu schützen.“, so das Resultat von Klevertec. Dank eines innovativen Sandwichaufbaus der verwendeten Wellpappe für den Coolbox-Umkarton mit einer Wasserdampfbarriere, die den Eintritt von Wasserdampf von außen in den Verpackungsinnenraum verhindert, entsteht kein Aufweichen der Wellpappe. Erwähnenswert ist bei Corcool die Tatsache, dass das gesamte System über den Altpapierkreislauf sehr gut recycelbar ist. Kühlakku-Folien, die nur aus Polyolefinen bestehen, sind ebenfalls gut recyclingfähig.
 
Temperaturverlauf in der Lebensmittelsimulanz im durchgeführten Experiment Aus der zusammen mit Klevertec durchgeführten Studie können mehrere Erkenntnisse für die Praxis abgeleitet werden: 1.) Für kühlpflichtige Lebensmittel sollten speziell entwickelte Versandverpackungen zum Einsatz kommen um die Anforderungen an die Kühlkette erfüllen zu können. 2.) Möglichst niedrige Ausgangstemperaturen des Lebensmittels und des Kühlmittels verlängern natürlich die Zeit bis vorgeschriebene Temperaturgrenzwerte überschritten werden. 3) Im Experiment konnte bei einer Ausgangstemperatur der Lebensmittelsimulanz von ca. 6 °C und Kühlakkus von -25 °C die Lebensmittelsimulanz für 33 h unter der Zieltemperatur von 8 °C gehalten werden. © Foto: Kolb
Temperaturverlauf in der Lebensmittelsimulanz im durchgeführten Experiment Aus der zusammen mit Klevertec durchgeführten Studie können mehrere Erkenntnisse für die Praxis abgeleitet werden: 1.) Für kühlpflichtige Lebensmittel sollten speziell entwickelte Versandverpackungen zum Einsatz kommen um die Anforderungen an die Kühlkette erfüllen zu können. 2.) Möglichst niedrige Ausgangstemperaturen des Lebensmittels und des Kühlmittels verlängern natürlich die Zeit bis vorgeschriebene Temperaturgrenzwerte überschritten werden. 3) Im Experiment konnte bei einer Ausgangstemperatur der Lebensmittelsimulanz von ca. 6 °C und Kühlakkus von -25 °C die Lebensmittelsimulanz für 33 h unter der Zieltemperatur von 8 °C gehalten werden.


Da bei konventionell zu verschickenden, temperatursensiblen Produkten zahlreiche Variablen zu beachten sind, ist Corcool stets eine maßgeschneiderte Lösung. „Bei sämtlichen Fragen zu besonderen Versandlösungen für temperatursensible Produkte stehen unsere Verpackungsentwickler mit Rat und Tat zur Seite.“, sagt Reinhard Kartheininger, Leiter der Entwicklungsabteilung Kolb Design.

Quellen:
[1] Stiftung Warentest 10/2018
[2] Ernst & Young Studie 2014
[3] DIN 10508:2012-03: Temperaturen für Lebensmittel

www.kolb-wellpappe.com
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