Karl Knauer und Krones setzen auf Karton
Revolution bei Sekundär-Getränkeverpackungen

13.08.2020 Klotzen, statt kleckern – wer Kunststoffverpackungen im Lebensmitteleinzelhandel reduzieren möchte, findet im Getränkebereich das größte Potenzial. Eine Innovation, die jetzt gemeinsam vom Schwarzwälder Verpackungsspezialisten Karl Knauer KG und dem Systemlieferanten der Getränkeindustrie, der Krones AG aus Neutraubling, präsentiert wurde, könnte die Sekundärverpackungen im Getränkesegment revolutionieren.

Das Monomaterial des Lite Pac Top besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, die aus FSC- bzw. PEFC-zertifizierten Wäldern sowie Faserstoffen aus Agrarabfällen stammen.
© Foto: Karl Knauer
Das Monomaterial des Lite Pac Top besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, die aus FSC- bzw. PEFC-zertifizierten Wäldern sowie Faserstoffen aus Agrarabfällen stammen.

Denn der weltweit patentierte Kartonträger „LitePac Top“ macht die bei Gebinde-Verpackungen bisher übliche Schrumpffolie überflüssig und vermeidet so Packung für Packung unnötigen Plastik. Das Einsparpotential alleine für Westeuropa ist mit 60.000 bis 80.000 Tonnen Schrumpffolie pro Jahr enorm.

 

Karton statt Folie:
Milliardenfach mehr Umweltschutz, Effizienz und Convenience

Trotz der beschlossenen „Plastic Ban“-Ziele werden allein in Deutschland noch immer zwischen 1,5 und 2 Milliarden Einheiten PET-Pfand-Getränkeflaschen pro Jahr verkauft. Ob als 2, 1,5 oder 0,5 Liter-Variante – PET-Flaschen sind und bleiben damit die beliebteste Verpackung im Getränkesegment. Da diese Einwegflaschen aus Kunststoff für den Handel im Vergleich zu Glas- bzw. Pfandflaschen einfacher zu managen sind, wird ihr Anteil sicher auch in den nächsten Jahren hoch bleiben. Um so wichtiger ist es, jedes Gramm vermeidbaren Kunststoff „drum herum“, also bei der Sekundärverpackung, zu vermeiden. Bisher werden die handelsüblichen 4er- oder 6er-Gebinde mit Shrink Pacs aus Schrumpffolie zusammengehalten. Diese Folie wird jedoch aus fossilen Rohstoffen hergestellt und daher von immer mehr Verbraucherinnen und Verbrauchern kritisch wahrgenommen. 

Um für Handel und Abfüller eine Alternative zu den herkömmlichen Folienlösungen bieten zu können, haben sich zwei Schwergewichte im Verpackungsbereich zusammengeschlossen: Der Schwarzwälder Verpackungsspezialist Karl Knauer KG hat zusammen mit dem Systemlieferanten der Getränkeindustrie, der Krones AG aus Neutraubling, mit „LitePac Top“ eine nachhaltige Gebindeverpackung aus Karton entwickelt. Anstelle von Schrumpffolie hält ein stabiler Karton die 6er-Gebinde von 0,5 bis 2,0-Liter-PET-Flaschen oder auch Getränkedosen stabil zusammen. „LitePac Top“ wird – angepasst an das Flaschen- oder Dosen-Design – ganz einfach oben aufgesteckt und hält so jeweils das halbe Dutzend sicher zusammen. Zusätzlich sorgt bei den 1,5- und 2-Liter-Flaschen eine Umreifung, also ein Bindeband, aus 100 Prozent Papier für Stabilität. Was simpel klingt, ist auch simpel und bringt gerade deshalb viele Vorteile mit sich. 

 


Vorteile im Handling und in der Wahrnehmung

Die neun Kilogramm, die sechs 1,5-Liter-PET-Flaschen auf die Waage bringen, lassen sich dank des im „LitePac Top“ integrierten Griffs ganz bequem selbst über weitere Strecken ohne schmerzhaftes Einschneiden tragen. Bei der Variante für Dosen-Gebinde bieten Grifflöcher sicheren Halt für den Transport. „Bei der Produktentwicklung war uns wichtig, dass die Stabilität des Gebindes auch dann erhalten bleibt, wenn einzelne Flaschen bzw. Dosen entnommen werden. Dies ist uns gelungen, denn die Flaschen und Dosen lassen sich mit einem einfachen Drehen aus dem Gebinde lösen“, erklärt Michael Weber, Key Account Manager bei Karl Knauer. „Auch wenn das Gebinde nur noch wenige Flaschen enthält, lässt es sich sicher transportieren.“ 

In punkto Transsportstabilität ist der „LitePac Top“ also den Shrink Pacs überlegen. Dazu kommen zwei weitere Vorteile der Kartonvariante: Erstens: Dort, wo keine (Folien-)Verpackung aufgerissen werden muss, fällt auch kein Abfall an. Dadurch verringert sich das Müllvolumen im Handel drastisch – räumlich, aber auch optisch ein echter Gewinn für den Handel. 

Zweitens wird die Karton-Verpackung von Kundinnen und Kunden als deutlich nachhaltiger wahrgenommen und positiv bewertet. „Auch wer zu Getränken in Einweg-Verpackungen greift, kann so ein kleines Stück dazu beitragen, Plastik zu reduzieren. Und dieses positive Gefühl zahlt sich für den Hersteller aus, weil es zur Kundenbindung beitragen kann“, ist sich Michael Weber sicher. 

 


Beeindruckend effizient und nachhaltig:
von der Produktion über die Nutzung bis zum Recycling

Der Umstieg auf die Sekundärverpackung aus Karton rechnet sich aber auch finanziell für die Anbieter. Denn neben der positiven Markenbotschaft und einem angenehmen Tragekomfort, bringt „LitePac Top“ bei der Abfüllung eine signifikant bessere Umweltbilanz mit sich. „Wir haben „LitePac Top" mehrfach hochwirtschaftlich produziert, in allen Stufen der Supply Chain getestet und von einem der führenden Getränkeabfüller auf Herz und Nieren prüfen lassen. Die Ergebnisse haben selbst uns beeindruckt, denn sie übertreffen all unsere Erwartungen“, fasst Martin Glatz, Leiter Verkauf, Marketing, Forschung und Entwicklung bei Karl Knauer, zusammen. „Der Stromverbrauch reduziert sich zum Beispiel im Vergleich zum Abpacken in Schrumpffolie von ca. 120 kW/h auf nur noch 10 kW/h, d.h. um 92 Prozent! Der Energieverbrauch lässt sich umgerechnet auf ein Gebinde um 85 Prozent von 17 W/pro Gebinde auf nur noch 2,5 W senken. Und auch die CO2-Emissionen, die sich durch den Einsatz von „LitePac Top“ anstelle von Shrink Pac einsparen lassen, sprechen für unseren neuen Karton-Träger. Betrachtet man Material plus Abpackprozess, können wir 30,4 Prozent CO2 einsparen – also fast ein Drittel. Aber in der noch ganzheitlicheren Nachhaltigkeitsbetrachtung dem „Material Circularity Indicator (MCI) Score“ als Indikator für die Kreislaufwirtschaft sind die Zahlen noch beeindruckender. Hier kommen wir dem Zielwert von 1, was einer vollständig zirkulären Wirtschaft bedeuten würde, mit 0,867 beim „LitePac Top“ beeindruckend nahe und verbessern den Wert beim Shrink Pac von nur 0,301 um ein Vielfaches.“

Das Monomaterial des „LitePac Top“ besteht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, die aus FSC®- bzw. PEFC™-zertifizierten Wäldern sowie Faserstoffen aus Agrarabfällen stammen. Dadurch lassen sich die Verpackungen ganz einfach über die Papiertonne entsorgen und können bis zu siebenmal recycelt werden. Durch ihre besondere Faserstruktur verbessern sie sogar die Qualität des Papierabfalls und wirken sich so positiv auf den Recyclingprozess aus.

Nach dem Verbot von Plastiktüten und von Einweg-Plastik ist es sicher nur eine Frage der Zeit, wann auch Sekundärverpackungen aus Kunststoff in der EU vor dem Aus stehen. Darum haben Hersteller wie Krones und Karl Knauer, die sich bereits jetzt innovative und nachhaltige Produkte wie den „LitePac Top“ haben patentieren lassen, sicher schon bald mit einer verstärkten Nachfrage zu rechnen. Das wird die Verantwortlichen, aber auch die Umwelt, freuen.

 

www.karlknauer.de

 

 

stats