Wirtschaftsverband NRW
SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Kutschaty und MdB Dirk Wiese besuchen WEPA

25.10.2018 Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, und Dirk Wiese MdB, forstpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, haben sich zu einem Meinungsaustausch mit Martin Krengel, dem Vorsitzenden des Wirtschaftsverbandes der rheinisch-westfälischen papiererzeugenden Industrie und Vorstandsvorsitzenden des Hygienepapierherstellers WEPA, getroffen.

Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, besucht die WEPA
© Foto: VDP
Thomas Kutschaty, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag, besucht die WEPA
Im Rahmen eines Betriebsbesuches wurden die besonderen Bedingungen der papiererzeugenden Industrie in Nordrhein-Westfalen mit mehr als 7.000 Beschäftigten dargestellt. Martin Krengel betonte: „Mit einer Altpapiereinsatzquote von etwa 80% zählt die Branche zu den Schlüsselindustrien in der Kreislaufwirtschaft. Für die Papierproduktion benötigen wir Zugang zu Wasser und Energie, die in passender Qualität und zu wettbewerbsfähigen Preisen kontinuierlich verfügbar sein müssen. In diesem Rahmen haben regulatorische Vorgaben große Auswirkungen auf die gesamte Branche.“

Die Politik könne den Standort NRW für die Papierindustrie stärken: Kommunale Unterstützung bei der Verbesserung der Altpapierqualität, sowie Sicherheit und Kalkulierbarkeit der Stromversorgung sind Ansatzpunkte, um die Branche langfristig wettbewerbsfähig und Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen zu halten. Ebenso könnten Wassernutzungsrechte mit Garantien für Bestands- und Investitionsschutz und angemessenen Vorgaben für Bewilligungsprozesse helfen.

Kutschaty sagte: „Die Papierindustrie ist ein bedeutender Pfeiler der Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Die hohe Abhängigkeit von einer stabilen und störungsfreien Energieversorgung bei gleichzeitigem Ausbau der ökologischen Energieträger, die die Branche kennzeichnen, sind wichtige Diskussionsthemen in der Landespolitik.“   

Mit dem forstpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Wiese, diskutierte der Wirtschaftsverband auch die aktuelle Situation der Holzversorgung vor dem Hintergrund des Borkenkäferbefalls in den nordrhein-westfälischen Wirtschaftswäldern. Die für die Papierindustrie wichtige Fichte hat gerade hier erheblichen Schaden genommen, was absehbar zu einem Engpass in der Holzversorgung und damit zu Preissteigerungen dieses Sortiments führen wird.


Hintergrundinformationen zur Papierindustrie in Nordrhein-Westfalen


Das Industrieland Nordrhein-Westfalen ist einer der wichtigsten Standorte der deutschen Papierindustrie. Über 7.000 Menschen in rund 30 Betrieben produzieren hier Papier, Karton und Pappe für Industrie, Handel, Verwaltung und privaten Konsum. Kleine und mittlere, oft familiengeführte Unternehmen gehören dabei ebenso zum Branchenmix wie große Standorte internationaler Konzerne; alteingesessene Traditionsunternehmen ebenso wie erst vor wenigen Jahren angesiedelte Fabriken. Die nordrhein-westfälischen Papierhersteller erwirtschaften einen Umsatz von 2,3 Mrd. Euro.

In NRW wurden im Jahr 2017 etwa 4,01 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt. Nordrhein-Westfalen ist damit ein wesentlicher Produktionsstandort in Deutschland, das mit einem Produktionsvolumen von über 22,9 Mio. Tonnen an Papier, Karton und Pappe weltweit hinter China, den USA und Japan an vierter Stelle liegt und die Nummer eins in Europa ist.

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