Wirtschaftsverband NRW mit Abgeordneten im Gespräch
Vorstand des Wirtschaftsverbandes der Papierindustrie wirbt bei Abgeordneten des Landtags für die politischen Belange der Branche

09.07.2018 Mit Abgeordneten des nordrhein-westfälischen Landtages hat sich der Vorstand des Wirtschaftsverbandes der rheinisch-westfälischen papiererzeugenden Industrie bei der Firma Gebr. Grünewald getroffen.

Martin Krengel (links) Wepa, Vorsitzender des Vorstandes des Wirtschaftsverbandes, Matthias Simon (2.v.l.), KANZAN Spezialpapiere, Bernd Scholbrock (3.v.l.), Schoellershammer, Henning Rehbaum (6.v.l.), wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Patricia Peill (8.v.l.), CDU-MdL und Dr. Christopher Grünewald (4.v.r.), Gebr. Grünewald
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Martin Krengel (links) Wepa, Vorsitzender des Vorstandes des Wirtschaftsverbandes, Matthias Simon (2.v.l.), KANZAN Spezialpapiere, Bernd Scholbrock (3.v.l.), Schoellershammer, Henning Rehbaum (6.v.l.), wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Patricia Peill (8.v.l.), CDU-MdL und Dr. Christopher Grünewald (4.v.r.), Gebr. Grünewald
Bei dem offenen Meinungsaustausch ging es u. a. um die Anforderungen der Papierindustrie an die künftige Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Martin Krengel (Wepa), Dr. Christopher Grünewald (Gebr. Grünewald), Matthias Simon (KANZAN Spezialpapiere) und Bernd Scholbrock (Schoellershammer) und die Abgeordneten waren auf Initiative der Landtagsabgeordneten Frau Dr. Patricia Peill und Herrn Henning Rehbaum, zusammengekommen, um auszuloten, unter welchen Rahmenbedingungen wirtschaftliche Entwicklungen und Umweltschutz in Nordrhein-Westfalen vorangetrieben werden können.

Frau Dr. Peill erklärte, dass Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung keine Gegensätze sind, sondern im Einklang miteinander funktionieren können. Sie verfolge eine Politik, bei der die Umwelt geschützt und die industrielle Basis des Landes Nordrhein-Westfalen weiterentwickelt würden.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes, Martin Krengel, gab den Abgeordneten einen Überblick über die Situation der Papierindustrie: „Die Papiererzeugung ist kapitalintensiv, deshalb brauchen wir langfristig sichere Investitions- und Standortbedingungen. Die Versorgung der Unternehmen mit Altpapier, Holz, Energie und Wasser zu wettbewerbsfähigen Preisen muss stets sichergestellt sein.“

Gastgeber Dr. Christopher Grünewald erläuterte: „Bei den Verhandlungen der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ im Bund muss die Versorgungssicherheit absolute Priorität haben. Die Papierindustrie legt größten Wert auf Effizienz und mindert Emissionen bereits wo immer möglich. Zudem darf es nicht zu einem weiteren Anstieg der Energiepreise kommen, sonst fehlt das Kapital für Investitionen. Versorgungssicherheit.“

Der Vorsitzende des Altpapierausschusses Nordrhein-Westfalen, Bernd Scholbrock, legte dar: „Die Papierindustrie ist Schlüsselspieler in der Kreislaufwirtschaft. Wir setzen in NRW zu etwa 80 Prozent recyceltes Altpapier als Rohstoff ein. Die Politik muss Voraussetzungen schaffen, die dem gerecht werden: Sie muss Maßnahmen ergreifen, die die Qualität des verfügbaren Altpapiers sichern, z. B. durch einen stärkeren Einbezug der Kommunen und einen stärkeren Einsatz gegen Gemischterfassungssysteme.“

Matthias Simon betonte, dass Einschränkungen bei der Wasserversorgung zu keinem Zeitpunkt akzeptabel seien: „Neue wasserrechtliche Regeln dürfen Bestands- und Investitionsschutz nicht einschränken. Es müssen weiterhin Kompromisse im Wasserrecht möglich sein, die Ökonomie und Ökologie unter einen Hut zu bringen.“

Die Papierindustrie in NRW

Das Industrieland Nordrhein-Westfalen ist einer der wichtigsten Standorte der deutschen Papierindustrie. Über 7.000 Menschen in rund 30 Betrieben produzieren hier Papier, Karton und Pappe für Industrie, Handel, Verwaltung und privaten Konsum. Kleine und mittlere, oft familiengeführte Unternehmen gehören dabei ebenso zum Branchenmix wie große Standorte internationaler Konzerne; alteingesessene Traditionsunternehmen ebenso wie erst vor wenigen Jahren angesiedelte Fabriken. Die nordrhein-westfälischen Papierhersteller erwirtschaften einen Umsatz von 2,3 Mrd. Euro.

In NRW wurden im Jahr 2017 etwa 4,01 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt. Nordrhein-Westfalen ist damit ein wesentlicher Produktionsstandort in Deutschland, das mit einem Produktionsvolumen von über 22,9 Mio. Tonnen an Papier, Karton und Pappe weltweit hinter China, den USA und Japan an vierter Stelle liegt und die Nummer eins in Europa ist.

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