Schumacher Packaging
Weltweit größtes Wellpappe-Werk in Greven

07.07.2021 Die Schumacher Packaging Gruppe baut ihr Wellpappe-Werk in Greven zu einem Multi-Mega-Werk der nächsten Generation aus. Der Verpackungsspezialist reagiert damit auf die aktuell enorm steigende Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen, die nicht zuletzt durch den boomenden E-Commerce-Sektor getrieben ist.

Björn Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe
© Foto: Schumacher
Björn Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe

Neben einer Erweiterung der Produktionsfläche um über 20.000 qm werden bereits ab 2022 zwei Wellpappe-Anlagen von BHS Corrugated mit einer Gesamtproduktionskapazität von 600 Millionen qm Wellpappe pro Jahr den Ausbau komplettieren. Damit wird Greven zu einem der weltweit größten Multi-Mega-Werke und löst den Stammsitz Ebersdorf mit 350 Millionen qm pro Jahr als das bisher größte Wellpappe-Werk ab.

 

Während die Strategie der Schumacher Packaging Gruppe zu Beginn des Jahres 2021 noch aufgrund der Corona-Unwägbarkeiten von einer vorsichtigen Investitionsplanung geprägt war, ist die Nachfrage nach Wellpappe-Verpackungen inzwischen explodiert. Allein in Greven investiert die Gruppe in den Jahren 2021 und 2022 darum jetzt insgesamt rund 70 Mio. Euro und schafft 200 neue Arbeitsplätze. Ende Juni geht in Greven bereits eine Erweiterung der Produktionsfläche um 7.000 qm in Betrieb. Unmittelbar daran anknüpfend errichtet Schumacher Packaging auf seinem Werksgelände weitere 14.000 qm Produktionsfläche. Deren Fertigstellung ist für Februar 2022 geplant. „Jetzt, zum hoffentlich baldigen Ende des Pandemiegeschehens in Europa, hat das wirtschaftliche Umfeld eine nie gekannte Dynamik entwickelt“, berichtet Björn Schumacher, Geschäftsführer der Schumacher Packaging Gruppe. „Wir haben als familiengeführtes Unternehmen den großen Vorteil, mit der gleichen Dynamik auf die Marktentwicklungen reagieren zu können.“

 

Nachhaltiger Boom des Onlinehandels

Ein wesentlicher Grund für die boomende Verpackungsnachfrage ist der E-Commerce: Allein in Deutschland betrug der Umsatz im B2C-Onlinehandel im Jahr 2020 72,8 Milliarden Euro – ein beträchtlicher Zuwachs von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 59,2 Milliarden Euro. Wegen der pandemiebedingten Schließungen im stationären Handel haben zahlreiche Konsumenten Ihren Bedarf fast ausschließlich online gedeckt. Auch neue Kundengruppen, die vorher nicht oder nur wenig online gekauft haben, sind hinzugekommen. Dass der Onlinehandel diejenigen, die er durch die Corona-Beschränkungen gewonnen hat, wieder an den stationären Handel verliert, ist nicht anzunehmen. „Die Pandemie hat die Transformation in Richtung E-Commerce beschleunigt, und diese Entwicklung erweist sich als dauerhaft“, so Schumacher weiter. „Analysten gehen davon aus, dass es im Online-Handel auch in den nächsten Jahren jeweils zweistellige Wachstumsraten geben wird.“

 

Schnell den Schalter umlegen

Schumacher Packaging reagierte sehr schnell und flexibel auf die veränderten Marktbedingungen. „Natürlich hatten wir in Greven immer schon eine Expansionsperspektive im Blick“, sagt Björn Schumacher. „Die nötigen Grundflächen im Airport Park FMO haben wir schon vor Jahren erworben. Aber unsere Produktionskapazität in Greven so kurzfristig, wie wir das jetzt tun, beinahe zu verdoppeln – das setzt kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien voraus. Ansonsten dauern solche Bauvorhaben wie in Greven oft zweimal so lang. Unsere Baufirmen machen nach der aktuellen 7.000-qm-Ausbaustufe einfach bruchlos weiter. Ich denke, gerade die mittelständischen Unternehmen in Deutschland verfügen über die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, die der Markt im Moment braucht“, so Schumacher. „Wir mussten jetzt für die Nach-Corona-Zeit sehr schnell den Schalter umlegen. Das haben wir getan.“ Der Markt weiß die Agilität und Investitionsbereitschaft des Verpackungsspezialisten zu schätzen. „Kunden honorieren unser Engagement, denn wir eröffnen ihnen eine Perspektive. Sie schließen jetzt vermehrt längerfristige Lieferverträge mit uns ab“, berichtet Schumacher, „was für beide Seiten wiederum größere Planungssicherheit bedeutet.“

 

Verdopplung der eigenen Rohpapierproduktion

Auch in die Versorgung mit Rohpapieren, dem Rohmaterial der Wellpappe-Herstellung, investiert die Schumacher Packaging Gruppe kräftig. „Wir sind ein integriertes Unternehmen“, erklärt Schumacher. „Das heißt, wir produzieren einen erheblichen Anteil unseres Rohmaterials selbst. Dies gewährleistet eine hohe Versorgungssicherheit für uns und für unsere Kunden.“ Die Schumacher Packaging Papierfabrik Grudziądz in Polen produziert rund 140.000 Tonnen Rohmaterial pro Jahr. Auch im polnischen Myszków hat die Gruppe in den vergangenen Jahren bereits eine eigene Erzeugung von recyceltem Wellpappe-Rohpapier aufgebaut. Aktuell verfügt das Werk Myszków über eine Kapazität von 150.000 Tonnen Rohpapier pro Jahr. „Auch an diesem Standort haben wir unsere Ausbaupläne wegen der steigenden Nachfrage beschleunigt“, berichtet Björn Schumacher. „Die Verdopplung der Kapazität auf 300.000 Tonnen im Jahr hatten wir ursprünglich für 2023/24 vorgesehen, jetzt ziehen wir den Ausbau auf 2022/23 vor.“

 

Die Investitionssumme für die Kapazitätsverdopplung in Myszków: 75 Mio. Euro. Der wesentliche Absatzmarkt für Myszków bleibt allerdings Polen. „In der Praxis ist der Transport dieser Rohpapiere nach Deutschland weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll“, sagt Björn Schumacher. „Daher kooperieren wir mit deutschen Papierherstellern auf Swap-Basis: Sie beliefern Wellpappe-Werke in Deutschland und wir ihre Kunden in Polen.“

 

 

Über Schumacher Packaging

Die Schumacher Packaging Gruppe (www.schumacher-packaging.com) mit Stammsitz im bayrischen Ebersdorf bei Coburg ist ein Experte für maßgeschneiderte Verpackungslösungen aus Well- und Vollpappe. Schon seit Jahren zählt das inhabergeführte mittelständische Unternehmen zu den Produktivitäts- und Technologieführern der Verpackungsbranche. Ein wichtiger strategischer Vorteil ist es, dass Schumacher Packaging eine breite europäische Marktpräsenz mit einheitlich hohen Technik-, Qualitäts- und Service-Standards an allen Standorten verbindet. Das umfassende Produktspektrum deckt die Verpackungsbedürfnisse verschiedenster Branchen ab und reicht von Transport-, Automaten- und Verkaufsverpackungen über Faltschachteln und Trays bis hin zu Präsent-Verpackungen und Displays. Schumacher Packaging entwickelt und fertigt zudem kundenspezifische, schlüsselfertige Verpackungslösungen und bietet als Full-Service-Lieferant umfangreiche Serviceleistungen für alle Stufen der Supply Chain.

 

Seit seiner Gründung im Jahr 1948 ist das Unternehmen in Ebersdorf in der Nähe von Coburg angesiedelt. Weitere deutsche Produktionsstandorte von Schumacher Packaging befinden sich in Bielefeld, Forchheim, Greven, Hauenstein, Schwarzenberg und Sonneberg. Fünf weitere Betriebsstätten liegen in Polen: jeweils eine in Bydgoszcz und Grudziądz sowie zwei in Breslau. In Myszków hat die Gruppe 2016 eine Papierfabrik übernommen. Im niederländischen Breda gibt es einen Produktionsstandort für Displays, im tschechischen Nýrsko entstehen Spezial- und Verbundverpackungen, und der deutsche Standort Lehrte bietet Co-Packing-Services. Im November 2019 hat die Gruppe ein Verpackungswerk im englischen Birmingham übernommen. Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete Schumacher Packaging einen Jahresumsatz von 675 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl der Gruppe beträgt derzeit rund 3.500.

 

www.schumacher-packaging.com

 

 

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