Deutsche Papierindustrie
Schwaches Jahr 2019 – Sorten entwickeln sich unterschiedlich

05.03.2020 Das Jahr 2019 ist für die deutsche Papierindustrie unbefriedigend verlaufen. Die Branche stellte insgesamt rund 22 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe her, 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

VDP Präsident Winfried Schaur
© Foto: UPM
VDP Präsident Winfried Schaur

„Die Schere zwischen grafischen und Verpackungspapieren geht dabei immer weiter auseinander“, erklärte dazu der Präsident des Verbandes Deutscher Papierfabriken (VDP), Winfried Schaur. Während Verpackungspapiere und –karton mit einem Plus von 0,7 Prozent noch ein leichtes Wachstum verzeichnen konnten, fiel die Produktion der grafischen Papiere 2019 um 8,3 Prozent. Verpackungspapiere machen mittlerweile 55 Prozent des Produktionsvolumens aus, grafische Papiere rund 32 Prozent.

 

Die Hygienepapiere (-0,6 Prozent) gaben in der Produktion ebenfalls leicht nach. Auch Technische und Spezialpapiere, die eine Vielzahl von Produkten umfassen, wiesen ein Minus von 2,8 Prozent auf. Die Anteile der beiden Sortengruppen an der Produktion liegen bei knapp 7 bzw. 6 Prozent.

 

Der Umsatz der Branche fiel 2019 um 6,6 Prozent auf 14,3 Mrd. Euro. Dabei zeigten sich die grafischen Papiere mit -2,1 Prozent beim Umsatz weniger schwach als die Verpackungspapiere, die beim Umsatz ein Minus von 10,9 Prozent verzeichnen mussten. Hier schlug zu Buche, dass die gesunkenen Altpapierpreise vielfach an die Kunden weitergegeben wurden. Die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Zellstoff- und Papierindustrie war mit -1,7 Prozent auf Grund einzelner Schließungen nur leicht rückläufig. Sie liegt jetzt bei 39.850.

 

Mit Sorge beobachtet die Branche die Entwicklung der Energie- und Klimapolitik auf nationaler und europäischer Ebene. „Die zeitnah umgesetzten Ausstiegszenarien aus Kernkraft und Kohle dürfen die Versorgungssicherheit der Industrie nicht gefährden“, sagte VDP-Präsident Schaur. Gleichzeitig warnte er davor, die internationale Wettbewerbsfähigkeit durch einseitige Belastungen zu gefährden. Ob die in der EU angedachte CO2-Grenzsteuer und der damit verbundene Wegfall aller bisherigen Ausgleichsmaßnahmen für die energieintensiven Industrien dieses Problem löse, müsse vor dem Hintergrund der internationalen Handelskrisen äußerst kritisch hinterfragt werden.

 

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