VDMA
Auftragseinbußen und Stornierungen im Maschinenbau

30.04.2020 Der Maschinenbau bekommt die Folgen der Corona-Pandemie immer heftiger zu spüren. Eine dritte Umfrage des VDMA, die von 790 Mitgliedsfirmen beantwortet wurde, zeichnet ein beklemmendes Bild.

Eine neue Umfrage des VDMA zur Situation der Maschinenbaubranche in der Corona-Krise zeichnet ein düsteres Bild.
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Eine neue Umfrage des VDMA zur Situation der Maschinenbaubranche in der Corona-Krise zeichnet ein düsteres Bild.

Der Anteil der Unternehmen, deren Betriebsablauf beeinträchtigt ist, stieg binnen eines Monats von 60 auf 89 Prozent. Das dringlichste Problem vieler Unternehmen sind mangelnde Aufträge und Stornierungen – nicht wenige Manager blicken derzeit sorgenvoll in ihre Orderbücher. „Fast ein Drittel der Unternehmen stufen ihre Auftragseinbußen und Stornierungen als gravierend ein. Innerhalb von drei Wochen hat sich dieser Wert fast verdoppelt“, sagt VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Während Ende März noch drei Viertel der Unternehmen ihre nachfrageseitigen Störungen als gering oder merklich empfunden, stufte etwa derselbe Anteil an Unternehmen drei Wochen später seine Auftragseinbußen oder Stornierungen als merklich oder gravierend ein. „Die Auftragssituation hat sich in den letzten drei Wochen infolge der Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich verschärft, viele Unternehmen stehen unter immensem Druck“, resümiert der VDMA-Chefvolkswirt.

Skeptischer Blick in die Zukunft

Etwa 84 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, dass sich die Auftragslage auch in den nächsten drei Monaten nicht verbessert. Die meisten Unternehmen (43 Prozent) rechnen sogar mit einer Verschärfung der Lage. „Es ist davon auszugehen, dass die Situation für viele Unternehmen in den nächsten Wochen angespannt bleibt und es weiterhin zu Auftragseinbußen und Stornierungen kommt“, erläutert Wiechers.

Kapazitätsanpassungen unausweichlich

Durch die schwache Auftragslage und die wenig optimistischen Aussichten sehen sich viele Unternehmen gezwungen, Kapazitätsanpassungen durchzuführen. Knapp ein Viertel der Betriebe, die bereits Kapazitätsanpassungen umgesetzt haben, schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. „Kurzarbeit hat sich in Krisenzeiten als Instrument der Beschäftigungssicherung bewährt. Zieht die Wirtschaft wieder an, haben die Unternehmen ihre Fachkräfte noch an Bord, um eingehende Aufträge zügig abzuarbeiten“, sagt der VDMA-Chefvolkswirt. Die Corona-Pandemie zieht aber auch Entlassungen nach sich, wie aus der dritten VDMA Blitzumfrage hervorgeht. Etwa 14 Prozent der Unternehmen gaben an, Stammpersonal abzubauen.

Welche Schäden der Maschinenbau letztlich durch die Folgen der Corona-Pandemie erleidet, wird auch davon abhängen, wie lange die Restriktionen aufrechterhalten bleiben. Die jüngsten Entwicklungen in China sind derweil verheißungsvoll, denn dort scheint sich die Lage etwas zu stabilisieren. Zusätzliche Aufträge aus China könnten für Entspannung sorgen und etwas „Druck aus dem Kessel“ nehmen.

www.vdma.org

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