Papier als Hochleistungsmaterial

15.11.2016

Papier als Druckmedium, für Verpackungen oder im Hygienebereich – diese Anwendungen sind jedem Konsumenten in seinem Alltag bekannt. Neu dagegen ist, dass aus Papierfasern durch innovative Technologien oder Verbundkombination mit anderen Werkstoffen gezielt Hochleistungsmaterialien erzeugt werden können. Die Papiertechnische Stiftung (PTS) betreibt auf diesem Gebiet seit einigen Jahren intensive Forschung und Entwicklungsarbeiten.
Ein Ergebnis sind hochgefüllte Papiere, bei denen der eingesetzte Füllstoff die Eigenschaften des resultierenden Materials bestimmt. Beispiele sind metallische und keramische Sinterpapiere. Hierbei handelt es sich um Spezialpapiere aus einem Verbund aus Zellstofffasern, metallischen bzw. keramischen Sinterpulvern sowie organischen Bindern. Sie können auf einer herkömmlichen Langsiebpapiermaschine hergestellt werden. Anwendung finden sie als innovative, kostengünstige Halbzeuge in der Metall- und Keramik¬industrie, beispielsweise in der Hochtemperaturtechnik sowie in der Wasser- und Heißgasfiltration.
Derzeit forscht die PTS an der Entwicklung neuartiger Formgebungsverfahren für die Herstellung von komplexen keramischen 3D-Leichtbaustrukturen sowie in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) an neuen Verfahren zur Herstellung metallischer Sinterpapiere und Sinterfliese als kostengünstige und leistungsstarke Basismaterialien für die Sintermetallindustrie sowie an neuen Brandschutzwerkstoffen.
Ein weiteres innovatives Beispiel ist der sogenannte „Papier-Blech-Verbund“. Er kombiniert dünne, hochfeste Stahlbleche mit einem 3-D Formkörper aus Papierfasern und Harz. Dies dient der Aussteifung und verbessert das Schwingungsverhalten und die akustische Dämpfung der Bleche. Das Einbringen flächiger Leiterbahnen ermöglicht elektrische Zusatzfunktionen. Die Multifunktionalität dieses neuen Verbundwerkstoffes und die auf die Anwendung abgestimmten Ausgangsmaterialien ermöglichen einen vielfältigen Einsatz, u.a. in der Blech verarbeitenden Industrie, Bauindustrie, im Maschinenbau, im Fahrzeugbau, in der Haushaltsgerätetechnik (weiße Ware) oder für Gehäuse und Schaltschränke.
Sie finden die PTS auf der Zellcheming im EG/Foyer, Standnummer 20.


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