Bewegung auf dem Markt

22.05.2013 Fast jedes Papier lässt sich kreppen– Golzern besitzt die seltene Technik dafür

1862 war es einem Leipziger Papierhändler leid, auf die Lieferungen anderer zu warten. Er baute seine eigene Papierfabrik. Bis 1992 wurden seitdem an der Mulde bei Grimma Druck- und Spezialpapiere hergestellt. Danach übernahm der Unternehmer Stephan Schröter die 20 Gebäudeteile auf einer Grundfläche von 40000 m2 und wandelte den Betrieb in einen modernen Papierausrüster um. In neue Schneid- und Umrolltechnik wurden Millionen investiert. 65 Mitarbeiter bringen heute jährlich über 30 000 t Papier in Flächengewichten von 18–600 g/m2 in Form – Tendenz steigend.

Im August 2002 schoss die Mulde mit grausamer Kraft durch den Betrieb und flutete jeden Winkel. Die Existenz des Unternehmens stand auf dem Spiel. Insbesondere die hochsensible Elektronik der riesigen Quer- und Rollenschneider war zerstört worden, tausende Tonnen Papier danach unbrauchbar.

Änderungen auf dem Papiermarkt und das Wegbrechen eines Großkunden im Bereich grafische Papiere erforderten 2011 einen kräftigen Schub zur Umorientierung. Mehr Eigenprodukte, insbesondere Verpackungspapiere, Erweiterung der Kapazität um Digitaldruck- und Spezialpapierverarbeitende Technik erweiterten das Portfolio.

Qualität wurde in Golzern schon immer produziert. Seit Oktober 2012 geschieht dies nun auch DIN-gerecht und amtlich beglaubigt.

Am 2. November 2012 wählte sich der Bund Deutscher Verpackungsingenieure e.V. die Papierfabrik Golzern als Versammlungsort. 20 Verpackungsprofis holten sich beim Firmenrundgang Ideen für neue Papier-Anwendungen. Viele zeigten sich überrascht vom Krepppapier, dessen Herstellung sie erstmals live erleben konnten.

Lesen Sie den ausführlichen Artikel im Wochenblatt für Papierfabrikation, Ausgabe 01/2013 ab Seite 12.
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