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D 11579 D 150. JAHRGANG FACHMAGAZIN FÜR DIE PAPIER- UND ZELLSTOFFINDUSTRIE PAPIERFABRIKATION WOCHENBLATT 08 AUGUST 2022 FORSCHUNG Vom Zentrallabor zur PTS CHEMISCHE TECHNOLOGIE Chemie digital AUSSTELLUNG FASZINATION PAPIER

RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 2

Papier fasziniert Waren Sie erstaunt über das Motiv auf der Titelseite des Wochenblattes? Wahrscheinlich sind Sie ins Grübeln gekommen, aus welchem technischen Prozess der Papierherstellung dieses Bild stammen könnte. Vielleicht sind Sie aber einfach nur neugierig und haben sofort nachgeschaut, welche Bedeutung diese Abbildung hat. Die Auseinandersetzung mit verschiedenen künstlerischen Motiven aus Papier ist das Ziel, welches die neue Ausstellung „Faszination Papier – fascination paper“ im Gustav-LübckeMuseum Hamm vom 14. August 2022 bis zum 15. Januar 2023 verfolgt. Einunddreißig Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland beteiligen sich an der Ausstellung. Zu sehen sind Collagen, Skulpturen und Objekte, darunter präzise Faltstücke, Papierschnitte, Pappmachés, Geschnitztes aus Pappe und Mixed Medias. Ein Zitat aus dem Haus des Papiers in Berlin bringt es auf den Punkt: „Seit Papier existiert sind die Menschen von diesemWerkstoff fasziniert. Denn Papier verkörpert Zartheit und Stärke, Fragilität und Festigkeit, es wirkt gleichermaßen unberührbar wie haptisch anziehend. Kein anderes Material der Kunst ist so sinnlich, präsent und wandelbar.“ Lassen Sie sich inspirieren und erleben Sie die vielfältigen Möglichkeiten, die Papier in der künstlerischen Verarbeitung bietet. Ganz sicher sind das ein willkommener Ausgleich und eine wertvolle Anregung für Ihre tägliche Arbeit in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen, wo neue, ressourcenschonende Papiere mit faszinierenden Eigenschaften entwickelt werden. Erfahren Sie in dieser Ausgabe zwei interessante Beispiele im Bereich der Spezial- und Verpackungspapiere. Dr.-Ing. Kerstin Graf Chefredakteurin Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 3 EDITORIAL

Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit den Mitteilungen der Papiertechnischen Stiftung (PTS) München, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Das Papiermacherwappen Die sogenannten „Papierer“ wurden in alter Zeit zusammen mit den Buchdruckern, Buchbindern und Glasern der Gilde der Maler zugeordnet und führten deshalb aucwh das Zeichen dieser Gilde: die Schildchen und den Ochsenkopf. Der geflügelte Ochse war der ständige Begleiter des Evangelisten Lukas, des Schutzheiligen der Maler. Er verdankt diese Ehre einer Verwechslung mit dem Mönch und Maler „il Santo Luca“. Eines der ersten Papierwasserzeichen, wie wir sie auch in Gutenbergs Bibeldrucken vorfinden, ist der Ochsenkopf. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen PapieringenieurVereins an der TU Dresden e. V. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der DHBW Karlsruhe Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e. V. Organ des Papierzenrtums Gernsbach Organ des Akademischen Papi ingenieur-Vereins e.V. an de DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitt ilungsblatt des Vereinigten P pierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit d Mitteilungen der Papier ech ischen Stiftung (PTS) Mü chen, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papi ringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen Pap eringeni ur-V reins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademische Papiering nieur-Ve eins an der TU D esden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papi rfachverbandes Münch e.V. Organ d s Papierzentrums Gernsbach Mit n Mitteilungen der Pap ertechnischen Stiftung (PTS) München, Heid nau Organ der Vereinigung Gernsbache Papiermacher e.V. Organ des Akademische Papieringeni ur-V reins e.V. n der TU Darmstadt Organ des Akademischen ier genieur-V eins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ A i Papi ring nieur-V reins an der TU Dresde e.V. Mitteilung blatt des Vereinigt n Papierf chverba des München e.V. Orga des Papi rzen ums Gernsbach Mit den Mitteilung n der Papiert ch is n Stiftung (PTS) München, Heid nau Ver Organ A i Papi ringe ieur-Ver ins e.V. an d r TU Darmsta t Bild: Buchmann 24 BeimTraditionsunternehmen Kartonfabrik Buchmann GmbH, das hochwertigen Faltschachtel-Karton produziert, wurde die Maschinenlufttechnik zukunftsorientiert ausgerichtet. 30 Schwerpunkte des Papierseminars der Firma Kadant waren diverse technische und physikalische Grundlagen, Dampf- und Kondensatsysteme und Schabertechnik. Bild: Maurer-Fritz Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 4 INHALT

TITELBILD Faszination Papier – fascination paper, 14. August 2022 – 15. Januar 2023, Gustav-Lübcke-Museum Hamm, zeigt, wie wandelbar und facet tenreich Kunst aus Papier ist. Aus den gezeigten Werken wurde ausgewählt: Angela Glajcar, Deutschland, Terforation 031, Papier, gerissen [2022 | HantenSchmidt Collection, Dresden] 44 Die Firma Pixact wurde im Jahr 2006 aus universitärem Umfeld heraus gegründet. Sie ist einer der führenden Technologieanbieter für ausgewählte Online-Messanwendungen. 6 BRANCHE 10 PERSONEN 49 VERANSTALTUNGEN AUSSTELLUNG 12 Faszination Papier Gustav-Lübcke-Museum Hamm SPEZIALPAPIERE 14 Individuelle Spezialpapiere aus Wuppertal Erweiterung des Produktportfolios bei Erfurt VERPACKUNGSPAPIERE 16 Eine hochwertige Uhr – ein nachhaltiges Papier Uhrenhersteller Mühle-Glashütte setzt auf nachhaltige Verpackung RECYCLING 19 Recyclingfähigkeit von Verpackungen TÜV SÜD und RecycleMe vereinbaren weltweite strategische Allianz 20 Recycling von Getränkekartons in Benelux Untersuchung einer Lösung für zirkuläre papierbasierte Verpackungslösungen 22 Studien erbringen den Nachweis Sicherheitsetiketten von TRUSTCONCEPT® beeinflussen nicht die Recyclingfähigkeit von Papier- und Kartonverpackungen LUFTTECHNIK 24 Regel- und Monitoringsystem optimiert Betrieb der Lufttechnik Steigerung von Energieeffizienz, Produktivität und Transparenz CHEMISCHE TECHNOLOGIE 28 Chemie digital Das sicherere und intelligentere MCA-Angebot TROCKNUNG 30 18. Kadant Johnson Paper Drying and Process Optimization Clinic Fachtagung zu Papiertrocknung und Prozessoptimierung VEREINSTREFFEN 34 Persönlicher Austausch nach zwei Jahren Pause Jahrestagung der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e. V. im Papierzentrum in Gernsbach FORSCHUNG 38 Vom Zentrallabor zur PTS 75 Jahre Forschung für die Zellstoff- und Papierindustrie in Heidenau/Sachsen AUTOMATISIERUNG 44 Alles, was fließt, kann gemessen werden Online-Messtechnik für die Echtzeit-Analyse von industriellen Prozess-Suspensionen Bild: Pixact 49 VERANSTALTUNGEN 49 EINKAUFSFÜHRER MARKTPLATZ 50 IMPRESSUM / SERVICE Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 5 INHALT

Die Papierfabrik Zülpich hat in einen hochmodernen Multi-Fuel-Kessel investier t iTABLE® - die erste vollständig konfigurierbare Blat tbildungszone für Langsiebmaschinen. Das Bespannungsseminar ist mit tlerweile ein fester Bestandteil der Vorlesungsreihen auf dem Gebiet der Papierherstellung an der TU Dresden. Bild: Smurfit Kappa Bild: Heimbach Praxisnahe Ausbildung für Studierende – Papiermaschinenbespannungen & Troubleshooting im Fokus S. 7 Heimbach Neue Kombination von Brennstoffen für die Strom- und Dampferzeugung S. 7 Smurfit Kappa Zülpich Steigerung der Entwässerungskapazität und Verbesserung der Papierqualität S. 8 IBS PPG Bild: IBS Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 6 BRANCHE

Smurfit Kappa Investition zur deutlichen Reduktion der CO2-Emissionen TU Dresden HFT Bespannungsseminar der Heimbach GmbH Smurfit Kappa hat in seiner Papierfabrik in Zülpich ein groß angelegtes Nachhaltigkeitsprojekt abgeschlossen, durch das die CO2-Emissionen des Werks erheblich reduziert werden. Die Investition in Höhe von 11,5 Mio. EUR umfasste eine tiefgreifende Umgestaltung des Mehrbrennstoffkessels der Fabrik, um eine nachhaltigere Brennstoffquelle für die Erzeugung von Dampf und Strom zu erschließen. Die Fabrik, die jährlich etwa 500 000 Tonnen Papier herstellt, wird nun mit einer Kombination aus eigenem Biogas, das als Nebenprodukt der Kreislaufwasseraufbereitungsanlage anfällt, Erdgas und den Reststoffen oder so genannten Rejects, die im Papierrecyclingprozess anfallen und sonst als Abfall gelten würden, betrieben. Das Werk Zülpich plant derzeit eine Reihe von Initiativen in den kommenden Monaten, um seine Nachhaltigkeitsleistung weiter zu verbessern. Das Projekt reduziert die CO2-Emissionen in der Papierfabrik Zülpich um mehr als 25 % und spart jährlich 55.000 Tonnen CO2 ein, was einer Reduzierung der weltweiten CO2-Emissionen von Smurfit Kappa um 2 % entspricht. Smurfit Kappa hat sich zum Ziel gesetzt, die Intensität der fossilen CO2-Emissionen bis 2030 um 55 % zu reduzieren und bis 2050 mindestens netto null CO2-Emissionen zu erreichen. Das führende Verpackungsunternehmen hat seine Ziele für die Emissionsreduzierung bis 2030 auch von der Science Based Targets-Initiative als mit dem Pariser Abkommen übereinstimmend bestätigen lassen. Der Kreislaufwirtschaftsansatz von Zülpich geht auch über den eigenen Betrieb hinaus und schafft Synergien mit den Papierfabriken Parenco und Roermond von Smurfit Kappa in den Niederlanden. Die Rejekte von Parenco und Roermond sind eine wertvolle Brennstoffquelle für den Zülpicher Kessel. PimWareman, CEO des Smurfit Kappa Recycled Paper Clusters, kommentierte das Zülpicher Projekt wie folgt: „Die Inbetriebnahme dieses hochmodernen Multi-Fuel-Kessels ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Nachhaltigkeit bei Smurfit Kappa Teil unserer DNA ist. Das Projekt zeigt, dass sich Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit keineswegs ausschließen, sondern Hand in Hand gehen können und die Fabrik auf einen sehr positiven Weg bringen.“ Andreas Zeitlinger, Geschäftsführer der Papierfabrik Zülpich, fügte hinzu: „Wir freuen uns, dass wir diesen leistungsstarken Kessel nach erfolgreichem Umbau nun wieder in Betrieb nehmen konnten. Diese Investition hat unser Engagement für ein kreislauforientiertes Geschäftsmodell untermauert. Indem wir Nebenströme aus dem Papierherstellungsprozess wie Rejekte und Biogas in Dampf und Strom umwandeln, sind wir auf einem guten Weg, unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.“ www.smufitkappa.com Am 05.07.2022 fand das diesjährige Bespannungsseminar der Firma Heimbach im Rahmen der papiertechnischen Vertiefungsmodule in der Studienrichtung Holztechnik und Faserwerkstofftechnik im Studiengang Verfahrenstechnik und Naturstofftechnik der TU Dresden statt. Dieses Bespannungsseminar ist inzwischen zu einer langjährigen Tradition innerhalb der Vorlesungsreihen auf dem Gebiet der Papierherstellung an der TU Dresden geworden. In diesem Jahr wurde das Seminar online durch Professor Kai Klopp durchgeführt. Er brachte den Studierenden die vielfältigen konstruktiven Merkmale, Aufgaben und Eigenschaften von Papiermaschinenbespannungen, d. h. Formiersieben, Pressfilzen und Trockensieben näher und stellte die textilen Produktionsprozesse den Anforderungen der Papiermacher an die Bespannungen gegenüber. In einem weiteren Vortragspunkt wurde das Thema Troubleshooting behandelt: Auffälligkeiten und Verschleißerscheinungen, die beim Einsatz in der Papiermaschine zwangsläufig entstehen und wie sie frühzeitig erkannt werden, um den störungsfreien Betrieb der Papier- und Kartonmaschinen sicherzustellen. Danke für den besonderen Einblick in das Thema Bespannungen. www.tu-dresden.de Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 7 BRANCHE kp-nb.de KPNB • Düsseldorfer Str. 37 42781 Haan • E-Mail: info@kp-nb.de • Mobil: +49 172 699 47 68 KPNB Komponenten + Partner Nicole Buschmeier Ressourcen-E zienz für Ihre Papierfabrik! Ihre Lösung liegt im KPNB-Netz-Werk! QR-Code zum 36-seitigen Prospekt Er gibt Ihnen einen Einblick ins KPNB-Netz-Werk! Wen gibt‘s noch im KPNB-Netz-Werk?

IBS Auftrag für iTABLE® von Smurfit Kappa Der internationale Technologiekonzern IBS Paper Performance Group erhält den Auftrag für einen iTABLE® an der PM 6 von Smurfit Kappa Nettingsdorf. Mit der vollautomatisch verstellbaren Siebpartie soll die Entwässerungskapazität gesteigert und die Papierqualität verbessert werden. Die Inbetriebnahme ist für Oktober 2022 geplant. Durch die Möglichkeit, sowohl die Stoffaktivität als auch die Vakuumhöhen und Strahlauftreffpunkte an den beiden Brusttischen exakt und automatisiert zu steuern, bietet der iTABLE® höchste Flexibilität entlang des gesamten Produktionsspektrums. „Wir arbeiten bereits seit vielen Jahrzehnten sehr gut mit IBS zusammen. Aufgrund der technologisch anspruchsvollen Weiterentwicklung unserer Entwässerungspartie haben wir uns auch jetzt – 20 Jahre nach dem letzten Umbau – erneut für ein technisches Konzept der IBS PPG entschieden. Wir sind überzeugt, mit dem IBS iTABLE® unsere ambitionierten Ziele zu erreichen.“, so Christopher Huber, Technischer Leiter Papierproduktion. Weltweit gibt es bereits mehr als 180 Installationen der kontinuierlich weiter entwickelten iTABLE® Technologie. Mit der maßgeschneiderten Systemlösung können die Entwässerungskapazitäten gesteigert, Papiereigenschaften verbessert und der Rohstoff-, Energie- und Chemikalienverbrauch minimiert werden. www.ibs-ppg.com Über IBS Paper Performance Group Die IBS Paper Performance Group ist der weltweit führende Spezialist in der Optimierung von Papier-, Karton-, Zellstoff- und Tissuemaschinen – mit hochqualitativen Maschinenkomponenten, innovativen Systemlösungen und Servicedienstleistungen sowie hoch spezialisierten und motivierten Mitarbeiter:innen. Nahezu alle bedeutenden Maschinen weltweit haben Produkte der Firmengruppe, mit Sitz in Teufenbach-Katsch (Österreich), täglich im Einsatz. Die IBS-Gruppe ist nicht nur Markt- sondern auch Innovationsführer der Branche. Mit 20 Standorten und über 750 Mitarbeitern weltweit ist das Unternehmen überall dort präsent, wo die Papier-, Karton-, Zellstoff- und Tissueindustrie zuhause ist. Über Smurfit Kappa Smurfit Kappa, einem im FTSE 100 geführten Unternehmen, gehört zu den führenden Produzenten von papierbasierten Verpackungslösungen auf der Welt. Das Unternehmen beschäftigt rund 46.000 Mitarbeiter an mehr als 350 Produktionsstätten in 36 Ländern. 2020 beliefen sich die Erträge auf 8,5 Milliarden Euro. Smurfit Kappa ist in 23 Ländern in Europa, in 13 Ländern auf dem amerikanischen Kontinent vertreten und der einzige große überregionale Anbieter in Lateinamerika. Der Bielefelder Spezialpapierhersteller Mitsubishi HiTec Paper sieht sich aufgrund erneuter Kostensteigerungen in den Bereichen Chemie, Energie, Fracht und Zel lstoff zu einer weiteren Preiserhöhung gezwungen. Für Lieferungen ab dem 1. September 2022 steigen die Preise für das gesamte Sortiment an gestrichenen Spezialpapieren (thermoscript®, jetscript®, giroform®, supercote®, barricote®) weltweit um bis zu 15 %. Kunden werden durch das Mitsubishi Vertriebsteam direkt kontaktiert. Mitsubishi HiTec Paper Europe GmbH ist eine deutsche Tochter von Mitsubishi Paper Mills Ltd., Japan, einem der führenden Spezialpapierhersteller weltweit. Mit zirka 730 Beschäftigten werden an den traditionsreichen Standorten Bielefeld und Flensburg hochqualitative Thermo-, Inkjet-, Selbstdurchschreibe-, Etiketten- und Barrierepapiere für f lexible Verpackungen produziert. Eine eigene Basispapierproduktion, modernste Produktionsmaschinen, sechs verschiedene Streichtechnologien und innovative Strichrezepturen kennzeichnen beide Werke. Als Vollsortiment-Lieferant bietet Mitsubishi HiTec Paper über ein engmaschiges, weltweites Vertriebsnetz Spezialpapiere für viele Anwendungen und Drucktechnologien – und ist ein starker Partner, wenn es um individuel le Produkt lösungen im Bereich der gestrichenen Spezialpapiere geht. www.mitsubishi-paper.com Mitsubishi HiTec Paper Preiserhöhung für Spezialpapiere Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 8 BRANCHE

Papier- und Kartonfabrik Varel (PKV) Sponsort Teams auf der Jagd nach Datengold In der Data Challenge der Universität Oldenburg gehen konkurrierende Teams von Studierenden auf die Jagd nach der besten Analyse großer Datenmengen. Dieser Datenschatz kommt 2022 direkt aus den Produktionsanlagen der PKV. In der Auswertung großer Datenmengen steckt eine der wesentlichen Zukunftschancen auch von industriellen Betrieben. Schon heute sind die großen Papier- und Kartonmaschinen der PKV bis unters Dach ausgestattet mit Sensoren, die bei der Überwachung reibungsloser Produkt ion he l fen. Doch große Datenmengen können mehr als nur den Moment zu beschreiben – wer sie clever auswerten kann, ist auch in der Lage, Ursachen für Defekte zu finden oder Vorhersagen über wahrscheinliche Ausfälle zu treffen und so vorausschauende Reparaturen zu erleichtern. Solche Datenmengen und ihre Analyse sind der Kern der Data Challenge, eine Lehrveranstaltung der Universität Oldenburg in Kooperation mit der Hochschule Emden-Leer, der Jade Hochschule und des IT-Unternehmens worldiety. Vom 12. bis zum 26.08. können Teams mit Expertise in Data Science auf die Jagd nach dem Datengold gehen, anschließend wählt eine Fachjury die drei besten Gruppen aus und nominiert diese für das Abschlussevent der Data Challenge am 14.09.2022. Dort treten sie mit der Präsentation ihrer Ergebnisse erneut gegeneinander an, den Siegergruppen winkt ein Preisgeld von insgesamt 2000 Euro. www.data-challenge.de www.pkvarel.de Weg vom Gas Feldmuehle stellt die Dampfversorgung um Die Feldmuehle stellt die Dampferzeugung im Q4/22 kurzfristig auf einen alternativen Brennstoff, leichtes Heizöl, um. Dadurch kann der Weiterbetrieb des Standortes bei einer sich verschärfenden Gasmangellage sichergestellt werden. Dieser Schritt sichert auch die Wettbewerbsfähigkeit der Feldmuehle bei aktuell stark steigenden Gaspreisen. Die dafür nötige Investition in Höhe von 2,6 Mio. Euro wird durch einen außerordentlichen Gesellschafterbeitrag finanziert. Feldmuehle und alle einzubindenden Behörden, sowie Lieferanten arbeiten eng zusammen, um das Projekt kurzfristig und auch unter Einhaltung aller geltenden Grenzwerte zu realisieren. Mittel- bis Langfristig wird konsequent der bestehende Plan weiterverfolgt, den Standort CO2-Neutral aufzustellen. Dabei werden u.a. der Einsatz von Windenergie, Solarenergie und Geothermie eine tragende Rollen spielen. www.feldmuehle-uetersen.com Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 9 BRANCHE Unser Portfolio umfasst ein breites Spektrum an verschiedenen Upgrades, Services und Reparaturen für Pulper, Entsorgungsmaschinen und Scheibensortierer. Wir sind Experten für Verbesserungen und Hochleistungskomponenten, Ersatz- und Verschleißteile, inklusive Siebbleche und Rotoren, unabhängig vom Originalhersteller und Alter Ihrer Maschinen. Dank unserer weltweiten Expertise in Prozess und Fertigung können wir Ihnen nicht nur die mechanische Aufarbeitung, sondern auch sinnvolle Verbesserungen im Zuge von Reparaturen anbieten. Um diese Sanierungen schnellstmöglich in höchster Qualität umzusetzen, haben wir in Levice, Slowakei eine neue Werkstatt eröffnet, die auf Pulper-Reparaturen spezialisiert ist. ANDRITZ AG / 8045 Graz / +43 (316) 6902 0 PULP & PAPER ANDRITZ PULPER- SERVICE

Nachruf Dr.-Ing. Hans-Jürgen Tenzer Mit Trauer geben wir bekannt, dass Doz. Dr.-Ing habil. Hans-Jürgen Tenzer, der in Fachkreisen als Nestor der Papierverarbeitungstechnik gilt, nach einem langen erfüllten Leben in seiner Heimatstadt Dresden im Alter von 93 Jahren verstorben ist. Wir verlieren mit ihm einen exzellenten Kenner und Mitbegründer dieser technischen Fachrichtung, einen beliebten Lehrer und guten Freund. Nach einer Berufsausbildung als Maschinenschlosser in der Kartonagenmaschinenfabrik Laube in Dresden arbeitete er in verschiedenen Kartonagenfabriken der Region. 1950 begann er mit einem Studium an der Ingenieurschule Altenburg (Thüringen), studierte dort bis 1953 und schloss unmittelbar danach ein Studium an der Technischen Hochschule in Dresden an. Er beendete es 1959 als Diplom-Ingenieur für Papiertechnik. Während seiner anschließenden Tätigkeit als Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung und als Stellvertreter des Direktors im Institut für Verpackung und Papierverarbeitung sowie im Wissenschaftlich-Technischem Zentrum der VVB Verpackung in Dresden promovierte er 1963 zum Dr.-Ingenieur an der Technischen Universität Dresden. Schon 1967 war Dr.-Ing. Hans-Jürgen Tenzer zum Lehrbeauftragten und Honorardozenten ernannt worden und hielt neben seiner beruflichen Tätigkeit Vorlesungen zur Papierverarbeitungstechnik an der Technischen Universität Dresden und der Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt (heute Technische Universität Chemnitz). Im Jahr 1978 kam er zurück an die TU Dresden und wurde zum Hochschuldozenten für Papierverarbeitungstechnik berufen. 1979 habilitierte er sich an der TU Dresden mit einer Arbeit zur Abbildung grundlegender Sachverhalte der Verarbeitung von Papier, Karton und Pappe. Er hielt Vorlesungen für Studenten der Papiertechnik, der Betriebswirtschaft und des Industrieinstitutes. Von 1978 bis 1990 war Doz. Dr.-Ing. habil. Hans-Jürgen Tenzer Stellvertreter des Wissenschaftsbereichsleiters Papiertechnik und 1991 bis 1992 Geschäftsführender Leiter des Instituts für Papiertechnik an der TU Dresden. Bis 1992 bildete er die Studenten der Fachrichtung Papiertechnik der TU Dresden auf dem Fachgebiet der Papierverarbeitungstechnik aus und war somit an der Ausbildung von 300 Diplomingenieuren an der Technischen Universität Dresden beteiligt. Vier Studenten der Papiertechnik führte er auf seinem Fachgebiet bis zur Promotion. Dr. Tenzer war 1990 Gründungsmitglied des Akademischen Papieringenieurvereins an der TU Dresden und wurde im Jahr 2001 zum Ehrenmitglied des APV Dresden ernannt. Im Jahr 1992 trat er in den Ruhestand, aus dem er weiter interessiert die Entwicklung des Industriezweiges verfolgte. Dr. Tenzer hat das Fachgebiet Papierverarbeitungstechnik im Rahmen seiner 60jährigen beruflichen Tätigkeit entscheidend geprägt. Sein Vermächtnis sind über 100 Veröffentlichungen in nationalen und internationalen Fachzeitschriften, über 50 Vorträge, seine Lehrbriefe und Broschüren. Besonders aber seine Fachbücher erlangten internationale Anerkennung. Auf dem Fachgebiet Papierverarbeitungstechnik gab es bis dahin nichts Gleichwertiges. Noch 1989 erschien sein Fachbuch „Leitfaden der Papierverarbeitungstechnik“ im Fachbuchverlag Leipzig. Auch am Fachbuch „Papierverarbeitungstechnik“, herausgegeben von Jürgen Blechschmidt, das in der 1. Auflage 2013 erschien, arbeitete er noch über 80jährig konzeptionell und als Ratgeber mit. Die Fachwelt wird ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Alle, die ihn kannten, werden sich gern an seinen bescheidenen und freundlichen Umgang mit Kollegen, Freunden und Studierenden erinnern. (Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Blechschmidt, Dr.-Ing. Vera Großmann) Bild: Rost Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 10 PERSONEN

Neu in der Unternehmensberatung KNOX verdoppelt Know-how in Papier, Karton und Faltschachtel „In einem Schritt 40 Jahre Erfahrung in den Segmenten Papier, Karton und Faltschachtel aufzusaugen, ist selbst für Experten in der Druck- und Verpackungsbranche ein großer Schritt nach vorne“, stel lt Geschäftsführer Michael Dosch die Neuigkeit bei KNOX vor. Rüdiger Nölleke konnte, seit vier Jahrzehnten in der Branche tätig, von der Ausbildung bei Rhein Papier über verschiedene Vertriebs- und Marketingtätigkeiten bis hin zu Werkleitungs- und Geschäftsführungsaufgaben bei mittelständischen Familienunternehmen wie auch bei führenden Industriekonzernen Erfahrungen sammeln und die Entwicklung der jeweiligen Unternehmen prägen. Dies schließt auch internationale Managementaufgaben für Branchengrößen wie Sappi und Stora Enso ein. Ende Juni ist Rüdiger Nölleke aus seiner Tätigkeit als Werkleiter einer Kartonagenfabrik ausgeschieden und hat sich dem Exper tenteam der Hamburger Unternehmens- und Personalberatung KNOX angeschlossen. „Druck- und Verpackung ist schon seit weit über 10 Jahren unser Zuhause, in dem wir uns im Recruiting, in der Begleitung von Unternehmenskäufen und -verkäufen aber auch in der Strategischen Beratung unserer Kunden sicher bewegen“, erläutert Jens Freyler, Geschäftsführer M&A bei KNOX. „Dabei hebt uns von anderen Beratern gerade ab, dass wir ein tiefergehendes Verständnis für die Branche haben. Hier im Bereich Papier, Karton und Faltschachteln so viel zusätzliche Expertise zu gewinnen, freut uns ungemein.“ Diese Expertise verdankt KNOX seinem eigenen Know-how aber auch der Erfahrung des Expertennetzwerkes, das sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten seit Jahren rund um die Beratungsgesellschaft etabliert hat. „Dieses Netzwerk zu bereichern, aber auch davon zu profitieren, waren für mich die Auslöser, Partner von KNOX zu werden“, so Nölleke. „Dabei kann ich einerseits meine Erfahrung und meine Kontakte einbringen, andererseits Aufgaben im Interim Management und in der Strategischen Beratung wahrnehmen.“ Themen hierbei können von Führungsaufgaben in der Vertriebssteuerung bis hin zur Werkleitung in den Bereichen Papier, Karton, Wellpappe und Faltschachteln reichen, aber auch darin bestehen, Markenartikler bei der Optimierung des Verpackungseinkaufs oder bei der Umstellung auf nachhaltigere Lösungen zu unterstützen. „In all diesen Bereichen haben wir schon gearbeitet“, erklärt Andreas Frey, Senior Partner M&A, „und gerade das Segment der Faltschachteln erachten wir als besonders spannend und wollen uns dort bei Unternehmenstransaktionen noch stärker engagieren. Zudem merken wir immer mehr, dass Sustainability auch in der Bewertung durch Investoren eine zunehmend größere Bedeutung gewinnt.“ Rüdiger Nölleke und KNOX sehen mit Spannung der neuen Zusammenarbeit und den Gesprächen mit Branchenunternehmen im Vorfeld und auf der FACHPACK im kommenden September in Nürnberg entgegen. Über KNOX KNOX ist eine Beratungsgesellschaft, deren Engagement der Verpackungs- und Druckindustrie gilt, sei es in der Produktion, im Handel oder im Dienstleistungsbereich. Das Team von KNOX berät seit vielen Jahren Unternehmen in diesem Branchenumfeld bei strategischen Herausforderungen, insbesondere in der Personalberatung sowie in der umfänglichen Betreuung und dem erfolgreichen Abschluss von Unternehmenstransaktionen. Darüber hinaus bietet KNOX ein Netzwerk von Spezialisten für die Druck- und Verpackungsbranche. Durch die unterschiedlichen Ausrichtungen der Network-Partner können immer wieder erfolgreich schwerpunktübergreifende Beratungsprojekte für nationale wie internationale Branchenunter-nehmen umgesetzt werden. Auch Rüdiger Nölleke zählt nun zu diesen Partnern. www.knox-gmbh.com (v.l.n.r.) Andreas Frey, Rüdiger Nölleke, Michael Dosch und Jens Freyler von KNOX Bild: KNOX + Informationen Erfahren Sie mehr aus der Branche, immer aktuell. www.fibers-in-process.de Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 11 PERSONEN

bu „Seit Papier existiert sind die Menschen von diesem Werkstoff fasziniert. Denn Papier verkörpert Zartheit und Stärke, Fragilität und Festigkeit, es wirkt gleichermaßen unberührbar wie haptisch anziehend. Kein anderes Material der Kunst ist so sinnlich, präsent und wandelbar.“ © Haus des Papiers, Annette Berr, Berlin Faszination Papier In der Kunst dient Papier seit Jahrhunderten als Träger für Zeichnungen, Skizzen oder Druckgrafiken. In diesen Fällen genießt es bei weitem nicht den Stellenwert wie die darauf zu sehenden Darstellungen. Wenn Papier hingegen aus seiner gebräuchlichen Flächigkeit gestalterisch in eine dreidimensionale Form gebracht wird, kann es eine erstaunliche Präsenz erlangen. Wie unendlich wandelbar und facettenreich Kunst aus Papier ist, beweisen die hier gezeigten Werke. Einunddreißig Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland beteiligen sich an der Ausstellung. Zu sehen sind Collagen, Skulpturen und Objekte, darunter präzise Faltstücke, Gustav-Lübcke-Museum Hamm 14.August–15.Januar 2023 Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 12 AUSSTELLUNG

Ausstellungsansicht des Museums KOMPAKT! GUSTAV-LÜBCKE-MUSEUM HAMM Namensgeber des Museums ist der in Hamm geborene Kaufmann Gustav Lübcke. Selbst Kunstliebhaber, überließ er 1917 seine umfangreiche Sammlung der Stadt. Die Schenkung machte ihn zum Gründungsvater des Museums. Lübcke war universell interessiert. Er sammelte Artefakte der Stein-, Bronze- und Eisenzeit, altägyptische Grabbeilagen, antike Keramik, gotische Madonnen, fränkische Glaswaren, neuzeitliches Mobiliar. Sein Hauptaugenmerk galt kunsthandwerklichen Gegenständen aus allen Epochen. Der Vielfalt seiner Kollektion folgt die heutige Gliederung des Museums in insgesamt fünf große Dauerausstellungen. Im Ruhrgebiet besitzt das Museum als Fünf-SpartenHaus übrigens ein Alleinstellungsmerkmal. Lübckes Steckenpferd, die Abteilung für Angewandte Kunst, umfasst eine Zeitspanne, die vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart reicht. Quelle: Ruhr Kunst Museen Papierschnitte, Pappmachés, Geschnitztes aus Pappe und Mixed Medias. Räumlich ausladende Installationen und Environments belegen nicht nur das künstlerische Interesse am Material Papier, sondern zugleich auch das Zusammenwirken mit der Museumsarchitektur. Kunst aus Papier stellt nicht ausschließlich ein rein ästhetisches Faszinosum dar, sondern macht auch Anleihen bei Natur, Architektur und Mathematik. Etliche Arbeiten transportieren auch Botschaften über ethische, politische und soziale Fragen, die etwa Unterdrückung und Zerstörung betreffen. Kaum kann man sich beim Anblick auf diese Werke dem Respekt verschließen: Respekt vor der Ausdauer, der Tatkraf t und dem handwerk l ich virtuosen Geschick im Umgang mit dem papiernen Material, aus dem sinnliche Schöpfungen mit hohem künstlerischem Niveau und überraschend spannenden Inhalten hervortreten. In der Ausstellung geht es nicht nur darum, die jeweils individuelle schöpferische Leistung dieser vielbeachteten Kunstschaffenden in den Fokus zu stellen, sondern auch darum, mittels Gegenüberstel lungen unterschiedl icher künstlerischer Positionen, Assoziationen zu wecken und gleichsam Dialoge in Gang zu setzen. Begleitend zur Ausstellung „Faszination Papier – fascination paper“ zeigen Studierende des Mode Design College, Düsseldorf die Präsentation „prêt à papier“, eine Kollektion an Kleidern aus Papier. Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler Andi LaVine Arnovitz, Lore Bert, Su Blackwell, Isabelle de Borchgrave, Nathalie Boutté, Marc Bühren, Lauren Collin, Sandra del Pilar, Goekhan Erdogan, Darja Eßer, Angela Glajcar, Manuela Granziol, Junior Fritz Jacquet, Beth Johnson, Birgit Knoechl, Azade Köker, Corinna Krebber, Marianne Lammersen, Miriam Londoño, Hoang Tien Quyet, Thomas & Renée Rapedius, Fiene Scharp, Annette Schröter, Simon Schubert, Bianca Severijns, Martin Spengler, Ewa Stawiarska-Zygalska, Jessica Toliver, Michael Velliquette, Tilmann Zahn Kuratorin der Sonderausstellung: Dr. Diana Lenz-Weber In der Stadthausgalerie Hamm ist vom 18. November bis 30. Dezember 2022 die begehbare Installation „tRaum der WeisSheit“ zu sehen. Das Werk wurde von Grazyna Maniecka-Gawel und Robert Szkudlarek konzipiert. Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 13 AUSSTELLUNG

Die Produktion von Spezialpapieren erfolgt auf den gleichen Maschinen, mit denen Erfur t seine Tapeten produzier t. Individuelle Spezialpapiere aus Wuppertal Erweiterung des Produktportfolios bei Erfurt Für die Herstellung hochwertiger Tapeten sind neben einem leistungsstarken, modernen Maschinenpark vor allem fundiertes Know-how und jahrzehntelange Erfahrung in der Papierproduktion wichtig. Erfurt, ausgewiesener Spezialist in der Fertigung erlesener Spezialpapiere, stellt seine gesamte Papierkompetenz nun auch für andere Anwendungen zur Verfügung. Die Erfolgsgeschichte des als Papiermühle gegründeten Unternehmens Erfurt startete mit der Herstellung von handgeschöpften Papieren. Einen Wendepunkt für das Unternehmen stellte die Erfindung der Rauhfasertapete vor rund 150 Jahren dar. Heute ist das Familienunternehmen Marktführer in der Produktion und im Vertrieb von überstreichbaren und wohngesunden Wandbelägen wie zum Beispiel Vliesfaser-, Glattvlies- und Papierprägetapeten. Seine Papierkompetenz stellt Erfurt nun auch für andere Anwendungen zur Verfügung: So werden in Wuppertal auch kleinere Losgrößen hochstabiler und nassfester Spezialpapiere etwa für Verpackungen oder Dekomaterialien entwickelt und produziert. Jüngstes Beispiel für eine in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber entwickelte Papiersorte ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit einer Handelskette für Kochutensilien. Man nehme: Papiertüten und -taschen für schwere Kochutensilien Kochtöpfe und Pfannen sind meist sperrig und schwer – erst recht, wenn man sie transportieren möchte. Der Kochshop bieten in neun Filialen in ganz NRW sowie einem großen Werksverkauf in Solingen jeweils uber 2.000 verschiedene Artikel rund um die Themen Kuche und Tisch. Hier finden sich sowohl Produkte für den täglichen Bedarf als auch ausgefallene Spezialartikel – meistens aufwendig verpackt in großformatigen Kartonagen. Kochshop wünschte sich deshalb eine ebenso große wie attraktive Tragetasche aus 100 Prozent Recyclingpapier. Das wiederverwendbare Behältnis sollte eine Tragkraft von 15 kg beWochenblatt Papierfabrikation 8.2022 14 SPEZIALPAPIERE

At traktiv und hochstabil: die nachhaltige Kochshop-Tragetasche aus Erfur t Vliesfaserpapier. Die Papierproduktion bei Erfur t unterliegt strengsten Qualitätskontrollen. sitzen, über Altpapier zu entsorgen und kompostierbar sein. Als klar wurde, dass derartige Behältnisse nicht verfügbar sind, entschloss sich der Kochshop zur Eigenproduktion. Bei der Suche nach einem Produktionspartner stieß man auf Erfurt Tapeten im benachbarten Wuppertal. In mehreren Gesprächsrunden erarbeitete man gemeinsam noch weitere Kernanforderungen: So sollte das Tütenpapier auch über hohe Reißfestigkeit verfügen und sich gut bedrucken lassen. Produziert wurde die neue Sorte schließlich auf den gleichen Maschinen, mit denen Erfurt auch seine eigenen hochwertigen Tapeten herstellt. Stefan Schmitz, Geschäftsführer von Kochshop, betrachtet die Zusammenarbeit als vollen Erfolg: „Alle Ansprüche, die wir im Vorfeld besprochen haben, werden von der Tragetasche super erfüllt. Selbst schwere Töpfe und Pfannen können damit von unseren Kunden sicher transportiert werden.” Individuelle Spezialpapiere in kleiner Auflage Erfurt widmet sich mit viel Kreativität und Engagement der Erschließung neuer Einsatzgebiete für seine Tapetenpapiere, Tapetenvliese und Renoviervliese. Ein hochmotiviertes Team betreut vor allem solche Kunden, deren Anforderungen sich nicht mit Standard-Produkten erfüllen lassen oder die nur geringe Mengen benötigen. Tapetenpapiere und -vliese von Erfurt basieren auf ausgereiften Rezepturen, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben. Sie können leicht modifiziert und angepasst werden, wodurch Erfurt in der Lage ist, auch Kleinauflagen seiner Spezialsorten günstig anbieten zu können. Möglich sind so u. a. Simplex-, Duplex- und Tr iplexpapiere und -vl iese sowie hochnassfeste und hochgeleimte Papiere mit unterschiedlichen Glätten. Vorpigmentierungen, unterschiedliche Opazitäten und Weißgrade, ein hoher Anteil an Recyclingfasern (bis zu 100 %) sowie die Einbindung von Fremdstoffen wie z. B. Holzkörnern erweitern die Veredelungsmöglichkeiten – alles selbstverständlich in kompromissloser Qualität. Fazit: Für individuelle Maßanfertigungen in kleiner Auflage sind Spezialpapiere von Erfurt eine optimale Empfehlung. Erfurt & Sohn KG Die Erfurt & Sohn KG ist das marktführende Unternehmen in der Produktion und dem Vertrieb von überstreichbaren Wandbelägen. Das international tätige Familienunternehmen mit Sitz in Wuppertal wurde 1827 von Friedrich Erfurt gegründet. Es vertreibt heute neben Raufaser-Produkten weltweit in über 30 Ländern innovative, designorientierte und ökologisch nachhaltige Wandbeläge wie zum Beispiel Vliesfaser-, Glattvlies- und Papierprägetapeten sowie individuell gestaltbare Digitaldrucktapeten. Für die Produktion werden überwiegend Recyclingfasern sowie nachwachsende Rohstoffe eingesetzt wie zum Beispiel Zellstoff und Holzfasern aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Mit Innovationen für die energetische Optimierung von Innenwänden wie dem KlimaTec-System bietet das Unternehmen sehr erfolgreich wirtschaftlich sinnvoll einsetzbare Systeme zum Energiesparen und zur Verbesserung des Wohnraumklimas an. www.erfurt.com Bilder: Erfurt Tapeten/Philip Kistner Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 15 SPEZIALPAPIERE

Uhrenhersteller Mühle-Glashütte setzt auf nachhaltige Verpackung Eine hochwertige Uhr – ein nachhaltiges Papier Wie kann den Kunden ein besonderes Unboxing Erlebnis beschert werden? Indem die Verpackung zu einem Hingucker wird. Das kann durch das Motiv, die Gestaltung geschehen oder durch Veredelung einzelner Elemente. Dass der Kreativität bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt sind, zeigt das Kooperationsprojekt der Unternehmen Koehler Paper, Mühle-Glashütte, Langebartels & Jürgens sowie vier Kreativagenturen. Wenn bis vor nicht allzu langer Zeit der Begriff ‚Luxury Packaging‘ ganz das Gegenteil von ‚nachhaltigem Packaging‘ war, so ist dieses Projekt ein deutliches Beispiel dafür, dass die beiden Dinge ohne große Hindernisse Hand in Hand gehen. Genau durch den Einsatz von hochwertigem Recyclingpapier hebt sich diese ökologische Luxusverpackung ab. Nachhaltiger Luxus als Herausforderung Die Aufgabenstellung, die Verpackung einer Luxus-Uhrenmarke neu zu konzipieren, ist alles andere als einfach. Nachhaltigkeit und Recyclingfähigkeit sind die zentralen Anforderungen an die Verpackung, die Koehler zusammen mit den Projektpartnern entwickelt. Die vier Kreativagenturen Forteam Kommunikations GmbH, Scholz&Friends, Lehanka Kommunikationsagentur GmbH sowie AudioLogo GmbH konzipieren die Verpackung der Luxus-Uhrenmarke neu. Sie schaffen hierbei für den Kunden ein besonderes Unboxing Erlebnis. Für die Projektpartner ist diese Idee ‚Nachhaltiges Premium-Packaging par excelllence‘. Kongressmesse bot die richtige Plattform Am 22. und 23. Juni 2022 ging die Kongressmesse PRINT & DIGITAL CONVENTION in Düsseldorf in die fünfte Runde. Die Veranstalter, der Fachverband Medienproduktion (f:mp) in Kooperation mit der Messe Düsseldorf, konnten über 1.200 Besucher im Congress Center Düsseldorf begrüßen. In den integrierten Themenwelten sowie in den Vorträgen und Diskussionen präsentierte die Kongressmesse neueste Trends, Innovationen und Bewährtes der Branche und setzte wichtige Impulse. Das einzigartige Konzept der Kongressmesse war für die Präsentation der Bilder: Koehler Paper SE Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 16 VERPACKUNGSPAPIERE

V. l. n. r. Thilo Mühle, Geschäf tsführer Mühle-Glashüt te und Udo Hollbach, Geschäf tsführer Koehler Paper Standor t Greiz halten die Mockups der ökologischen Luxusverpackung aus 100 % Recyclingpapier auf der PRINT & DIGITAL CONVENTION in den Händen. links: Uhrenhersteller Mühle-Glashüt te setzt auf nachhaltige Verpackung hochwertigen und zugleich nachhaltigen Mockups der Luxusverpackung wie geschaffen. Jede Agentur hatte auf der Kongressmesse die Möglichkeit, den interessierten Besuchern die extra für diese Messe bei Langebartels + Jürgens produzierten Mockups vorzustellen. Die kommunikative und geschäftige Atmosphäre ermöglichte ein einzigartiges Networking. Das Fazit der Projektpartner fällt sehr positiv aus. „Die Präsenz auf der Messe war für uns ein voller Erfolg. Wir durften viele interessante Gespräche führen und konnten den interessierten Besuchern die Konzepte für unsere neue ökologische Verpackung einer Uhr aufzeigen“ so Thilo Mühle, Geschäftsführer Mühle Glashütte. In einem gemeinsamen Vortrag sprach Udo Hollbach mit Thilo Mühle sowie Martin Lemcke, Geschäftsführer Langebartels & Jürgens, über das Kooperationsprojekt. „Gerade auch im Luxusverpackungsbereich spielt die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle, der wir mit unseren Innovationen in Greiz gerecht werden“, so Udo Hollbach weiter. Eine Woche nach dem offiziellen Launch der ökologischen Luxusverpackung wird das Etui inklusive einer neu entwickelten Mühle-Armbanduhr im Herbst dieses Jahres auf der FACHPACK in Nürnberg auf dem Messestand von Koehler Paper ausgestellt. Die Koehler-Gruppe Die Koehler-Gruppe wurde 1807 gegründet und ist von Beginn an bis heute familiengeführt. Das Kerngeschäft der Gruppe liegt in der Entwicklung und Produktion von hochwertigen Spezialpapieren. Dazu zählen unter anderem Thermopapiere, Spielkartenkarton, Getränkeuntersetzer, Feinpapiere, Selbstdurchschreibepapiere, Recyclingpapiere, Dekorpapiere, Holzschliffpappe, Sublimationspapiere und seit 2019 auch innovative Spezialpapiere für die Verpackungsindustrie. In Deutschland verfügt die Koehler-Gruppe mit ihren rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über fünf Produktionsstandorte, drei weitere befinden sich in den USA. Die Gruppe ist international tätig, der Exportanteil lag 2021 bei 70 %, bei einem Jahresumsatz von rund 1 Milliarde Euro. Als energieintensives Unternehmen investiert Koehler mit seinem Geschäftsbereich Koehler Renewable Energy in erneuerbare Energieprojekte wie Windenergie, Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse. Die Koehler-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, als für die Papierproduktion benötigt wird. Mit dem Geschäftsbereich Koehler Innovative Solutions widmet sich Koehler darüber hinaus der Entwicklung von neuen Geschäftsfeldern, die außerhalb der Spezialpapierproduktion und Energieerzeugung liegen. www.koehler.com Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 17 VERPACKUNGSPAPIERE

Digitaler Zwilling der Verpackung ist das Kernelement der Kooperation TÜV SÜD und RecycleMe S. 19 TÜV SÜD / RecycleMe Zirkuläre Verpackungslösungen zur Verbesserung der Kreislaufwirtschaft und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit S. 20 Stora Enso / Tetra Pak Sicherheitsetiketten gewähren Produkt- und Markenschutz sowie Rezyclierbarkeit von Papier- und Kartonverpackungen S. 22 LEONHARD KUNZ Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 18 RECYCLING

(v.l.): Thore Lapp, Leiter der Business Unit Green Energy & Sustainability von TÜV SÜD, und Sabrina Goebel, Geschäf tsführerin der RecycleMe GmbH, bei der Unterschrif t. TÜV SÜD und RecycleMe haben eine weltweite Kooperation für die Prüfung und Ermittlung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen vereinbart. Damit vertiefen die beiden Partner ihre bestehende Zusammenarbeit. Im November 2021 hatten TÜV SÜD und RecycleMe bereits gemeinsam das erste Zertifikat auf Basis des TÜV SÜD-Standards „Recyclingfähigkeit von Verpackungen“ vergeben. Mit mehr als 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in rund 50 Ländern ist TÜV SÜD einer der führenden Prüf- und Zertifizierungsdienstleister weltweit. In seiner Business Unit Green Energy & Sustainability bietet TÜV SÜD ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsleistungen an, die sich an den Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen orientieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung und Erweiterung der Kreislaufwirtschaft. RecycleMe ist eine internationale Unternehmensberatung im Bereich der Circular Economy. Das Team von RecycleMe berät und unterstützt Kunden aus unterschiedlichen Branchen unter anderem bei der Optimierung der Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen und der Erfüllung internationaler Verpflichtungen rund um die erweiterte Produzentenverantwortung. Dafür setzt RecycleMe auf modernste technische Möglichkeiten, digitale Bewertungstools und innovative Lösungen. Breites Einsatzspektrum Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit werden TÜV SÜD und RecycleMe die Unterstützung für Hersteller, Abfüller, Importeure, Online-Händler, Handelsketten und weitere Lieferanten auf ihremWeg zu mehr Nachhalt igkeit weiter verbessern. Die beiden Partner verbinden digitale Analyseverfahren mit eingeführten AuditProzessen, um eine Zer t ifizierung nach dem TÜV SÜDStandard „Recyclingfähigkeit von Verpackungen“ zu erreichen. Das Prüf- und Zertifizierungsverfahren kann für Verpackungen aus Kunststoff, Papier, Karton, Glas, Aluminium, Eisenmetallen, Holz und Verbundstoffen angewendet werden. „Von unserer Kooperation werden vor allem unsere Kunden profitieren“, sagt Thore Lapp, Leiter der Business Unit Green Energy & Sustainability von TÜV SÜD. Eine Verpackung sei ein Produkt und müsse auch als Produkt behandelt werden. „Unsere unabhängige Prüfung und Zertifizierung berücksichtigt alle relevanten Standards und Normen sowie die regionalen Sammel- und Verwertungsstrukturen“, ergänzt Dr. Robert Hermann, Geschäftsbereichsleiter Green Energy & Sustainability bei TÜV SÜD Österreich, wo das Prüf- und Zertifizierungsverfahren gemeinsam mit RecycleMe entwickelt wurde. „Die digitale Prüfmethodik von RecycleMe ermöglicht eine umfangreiche Analyse und sorgt in Verbindung mit unserer Verifizierung und Validierung für die nötige Transparenz.“ „Die Kompetenzen von RecycleMe und TÜV SÜD ergänzen sich ideal“, sagt Sabrina Goebel, Geschäftsführerin der RecycleMe GmbH. „Die Erstellung eines digitalen Zwillings der Verpackung durch die Expertinnen und Experten von RecycleMe ist das Kernelement unserer gemeinsamen Kooperation. Diese Zusammenarbeit unserer beiden Unternehmen ermöglicht eine einzigartige Zertifizierung, welche die Recyclingfähigkeit von Verpackungen auch für Verbraucher sichtbar macht. So schaffen wir weitere Anreize für Hersteller, ihre Verpackungen so recyclingfähig wie möglich zu gestalten und dadurch einen wichtigen Beitrag für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu leisten.“ Das erste Zertifikat nach dem TÜV SÜD-Standard „Recyclingfähigkeit von Verpackungen“ wurde im November 2021 für eine Faltschachtel mit Inliner von Plukon vergeben, einem der größten europäischen Anbieter von frischen Hähnchenfleisch- und Geflügel-Convenience-Produkten. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit werden TÜV SÜD und RecycleMe nicht nur gemeinsame P r ü f ungen und P ro jek te durchführen, sondern in einem kontinuierlichen Knowhow-Transfer die technische Prüfmethodik gemeinsam weiterentwickeln. www.tuvsud.com TÜV SÜD und RecycleMe vereinbaren weltweite strategische Allianz Recyclingfähigkeit von Verpackungen Bild: TÜV Süd Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 19 RECYCLING

Untersuchung einer Lösung für zirkuläre papierbasierte Verpackungslösungen Recycling von Getränkekartons in Benelux Stora Enso und Tetra Pak prüfen gemeinsam eine Recyclinglösung für Getränkekartons, um den wachsenden Recyclingbedarf in den Benelux-Ländern zu decken und der Nachfrage nach zirkulären Verpackungslösungen auf Papierbasis gerecht zu werden. Die gemeinsame Machbarkeitsstudie umfasst einen Plan für eine umfassende Recyclinganlage für Getränkekartons am belgischen Standort Langerbrugge von Stora Enso. Die Verarbeitung der Fasern würde am Standort Langerbrugge erfolgen, während die Polymer- und Aluminiumbarrierematerialien von einem engagierten Partner recycelt würden. Jährlich werden rund 75.000 Tonnen Getränkekartons auf den Benelux-Markt gebracht, ein wachsendes Volumen, von dem bereits mehr als 70% für das Recycling gesammelt werden. Derzeit gibt es in Benelux keine bestehende Recyclinginfrastruktur für Getränkekartons. Diese Zusammenarbeit zwischen Stora Enso und Tetra Pak würde ein komplettes Recyclingsystem für Getränkekartons in Benelux-Ländern und den umliegenden Regionen schaffen. Der Kreislaufwirtschaft verpflichtet Innerhalb der Lösung würde Stora Enso gesammelte Getränkekartons verarbeiten und die Fasern zurückgewinnen. Die recycelten Fasern würden als Ausgangsmaterial für die Herstellung von recyceltem Wellpappenrohpapier am Standort Langerbrugge dienen und eine vollständig zirkuläre Lösung liefern. Tetra Pak würde eine Recyclinglösung für Polymer- und Aluminiummaterialien sicherstellen, die von einem engagierten Partner verarbeitet werden sollen. Das Recyclingprojekt steht im Zusammenhang mit der kürzlich angekündigten Machbarkeitsstudie von Stora Enso, um eine der Papierlinien des Standorts Langerbrugge in eine RecyclingWellpappenrohpapierlinie umzuwandeln. Diese Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 abgeschlossen sein. Nach „ Mit dieser gemeinsamen Initiative unterstreichen wir unser Engagement für den Fortschritt des lokalen Recyclings und die Verbesserung der Infrastruktur in Benelux, einer Region mit hohen Mengen an gesammelten Getränkekartons. Stora Enso ist ein vertrauenswürdiger und wichtiger Partner, der über das Know-how und die Erfahrung verfügt, die wir im Bereich des Faserrecyclings benötigen. Gemeinsam mit ihnen haben wir das Potenzial, eine zirkuläre Lösung zu schaffen, die uns hilft, eine Welt zu sichern, in der eine wachsende Anzahl von Kartonverpackungen gesammelt, recycelt und wir Müll minimieren können“ Chakib Kara, Managing Director France & Benelux, Tetra Pak Bild: Stora Enso Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 20 RECYCLING

einer Investitionsentscheidung wird erwartet, dass die recycelte Wellpappenrohpapierlinie im Jahr 2025 in Produktion gehen wird. Die gemeinsame Studie mit Tetra Pak wird dem gleichen Zeitplan folgen. Die geplante Recyclinglinie in Langerbrugge wird zunächst schätzungsweise 50.000 Tonnen recycelte Kartons pro Jahr verarbeiten, wobei Steigerungen vorgesehen sind. Getränkekartons enthalten hochwertige Frischfasern, die ein hervorragendes Ausgangsmaterial für die Herstellung von RecyclingpapierWellpappenrohpapier sind. Der Standort Langerbrugge bietet einen strategisch wichtigen Standort, um eine lokale papierbasierte Verpackungszirkularitätslösung zu ermöglichen. Darüber hinaus ist die Sammlung von Getränkekartons für das Recycling in Benelux bereits weit fortgeschritten. www.storaenso.com „ Bei Stora Enso suchen wir ständig nach Möglichkeiten, unser Engagement für eine zirkuläre Verpackungszukunft zu vertiefen. Die Weiterentwicklung der Zirkularität erfordert intelligente Investitionen und die Zusammenarbeit mit den richtigen Partnern. Durch die Zusammenarbeit mit Tetra Pak können wir gleichzeitig Werte schaffen, die Kreislaufwirtschaft verbessern und unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern.“­ Markku Luoto, VP LPB Aseptic und CUK, Stora Enso Wochenblatt Papierfabrikation 8.2022 21 RECYCLING We are hidden heroes. Und bewegen vieles. Indem wir grün, effizient und leistungsstark sind. #wearehiddenheroes Erfahren Sie mehr unter terbergspezialfahrzeuge.de

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