Wochenblatt für Papierfabrikation 7/22

DIGITALISIERUNG Neue Datenkultur im Unternehmen FASERSTOFFE Zweites Leben für Papier- und Zellstoffausschuss D 11579 D 150. JAHRGANG FACHMAGAZIN FÜR DIE PAPIER- UND ZELLSTOFFINDUSTRIE PAPIERFABRIKATION WOCHENBLATT 07 JULI 2022 PAPERMAKING FOR LIFE VOITH PAPER NACHHALTIGKEITSPROGRAMM FORSCHUNG PTS News — FIBRE based solutions for tomorrow’s products

RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 2 + Stärkekocher mit höchster Flexibilität in der Nutzung unterschiedlicher Stärkesorten. + Schneller Wechsel zwischen Stärkesorten. + Maximierung von Qualität und Wirksamkeit von Oberflächenstärke. + Reduktion von Stärke- und Dampfverbrauch. + ROI unter 1 Jahr möglich. PGA starchPERFORMER Einsparungspotential bei Stärke- aufbereitung berechnen lassen: CHRISTIAN STIRN (Produktmanager) +43 676 848 507 714, c.stirn@pga.co.at Kochanlage für Massenstärke Kapazität: 2 x 1.000 kg Stärke/h Baujahr: 2020 www.ibs-ppg.com 100% FLEXIBILITÄT BEI STÄRKE!

Engagement für Nachhaltigkeit Nachhaltigkeit hat sich zu einem Grundprinzip europäischer Politik entwickelt. Maßgeblich für diese Entwicklungen sind branchenübergreifende Herausforderungen wie Klimaerwärmung, Ressourcen-Verknappung, steigende Roh- stoff- und Produktionskosten sowie das zunehmende Umweltbewusstsein der Gesellschaft. Es wird für ein Unternehmen immer bedeutsamer, sich in Bezug auf die Nachhaltigkeit klar zu positionieren. Dies trifft insbesondere auf die rohstoff- und energieintensive Papierindustrie zu, deren Produktion unterschiedliche Auswirkungen auf Umwelt und Verbraucher verursacht. Voith Paper startet sein Nachhaltigkeitsprogramm „Papermaking for Life“ und investiert rund 100 Millionen Euro pro Jahr für die nachhaltigste und effizienteste Papierproduktion. Bis 2030 soll eine 100% CO2 neutrale Papierproduktion, eine Reduktion des Frischwasserverbrauchs um 90% sowie die Steigerung der Papierrecyclingquote auf 90% erzielt werden. Viele Unternehmen der Papierindustrie haben konkrete Maßnahmen definiert, um die unternehmerische Tätigkeit in den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales und Ökonomie – zu optimieren. Ein wichtiger Baustein in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie ist die externe Prüfung und Auditierung, um den Anspruch auch extern überprüfen zu lassen. Mit EcoVadis wird dabei eines der renommiertesten und anerkanntesten Auditierungsunternehmen als Auditor gewählt. Dr.-Ing. Kerstin Graf Chefredakteurin Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 3 EDITORIAL

Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit den Mitteilungen der Papiertechnischen Stiftung (PTS) München, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Das Papiermacherwappen Die sogenannten „Papierer“ wurden in alter Zeit zusammen mit den Buchdruckern, Buchbindern und Glasern der Gilde der Maler zugeordnet und führten deshalb aucwh das Zeichen dieser Gilde: die Schildchen und den Ochsenkopf. Der geflügelte Ochse war der ständige Begleiter des Evangelisten Lukas, des Schutzheiligen der Maler. Er verdankt diese Ehre einer Verwechslung mit dem Mönch und Maler „il Santo Luca“. Eines der ersten Papierwasserzeichen, wie wir sie auch in Gutenbergs Bibeldrucken vorfinden, ist der Ochsenkopf. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen PapieringenieurVereins an der TU Dresden e. V. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der DHBW Karlsruhe Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e. V. Organ des Papierzenrtums Gernsbach Organ des Akademischen Papi ingenieur-Vereins e.V. an de DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitt ilungsblatt des Vereinigten P pierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit d Mitteilungen der Papier ech ischen Stiftung (PTS) Mü chen, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papi ringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen Pap eringeni ur-V reins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademische Papiering nieur-Ve eins an der TU D esden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papi rfachverbandes Münch e.V. Organ d s Papierzentrums Gernsbach Mit n Mitteilungen der Pap ertechnischen Stiftung (PTS) München, Heid nau Organ der Vereinigung Gernsbache Papiermacher e.V. Organ des Akademische Papieringeni ur-V reins e.V. n der TU Darmstadt Organ des Akademischen ier genieur-V eins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ A i Papi ring nieur-V reins an der TU Dresde e.V. Mitteilung blatt des Vereinigt n Papierf chverba des München e.V. Orga des Papi rzen ums Gernsbach Mit den Mitteilung n der Papiert ch is n Stiftung (PTS) München, Heid nau Ver Organ A i Papi ringe ieur-Ver ins e.V. an d r TU Darmsta t 17 Die gemeinnützige Organisation hr_integrate möchte HR-Experten und -Expertinnen mit Geflüchteten in Kontakt bringen, um diese in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. 25 DualPakECO®-Schalen sind Lebensmittelverpackungen, bestehen aus leichtem Karton und sind beschichtet mit dem Biopolymer ecovio® PS 1606 von BASF. Bild: hri Bild: BASF Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 4 INHALT

TITELBILD Das Nachhaltigkeitsprogramm von Voith Paper sieht ambitionier te Ziele für 2030 vor: eine 100 Prozent CO2-neutrale Papierproduktion, die mit Hilfe energie- optimier ter Produkte, digitaler Lösungen und durch die effiziente Nutzung erneuer- barer Energien die CO2-Bilanz der Kunden signifikant ver- bessern. Zudem forscht Voith Paper an disruptiven Technologien für einen komplet t neuen Papierherstellungsprozess, der den Frischwasserverbrauch bei der Herstellung um 90 Prozent senkt. FORSCHUNG 39 PTS News FIBRE based solutions for tomorrow’s products 28 Unter dem Leitspruch „Paper for Future“ fand erstmals wieder nach drei Jahren die Paper & Biorefinery Konferenz 2022 vom 18.– 19. Mai 2022 in Graz statt. 8 BRANCHE 13 PERSONEN NACHHALTIGKEIT 14 Nachhaltigkeitsprogramm „Papermaking for Life“ Investition von rund 100 Millionen Euro pro Jahr für die nachhaltigste und effizienteste Papierproduktion PERSONALMANAGEMENT 17 Flüchtlinge unterstützen und Stellen besetzen hr_integrate hilft qualifizierte und kompetente Mitarbeiter*innen zu finden DIGITALISIERUNG 20 Neue Datenkultur im Unternehmen Klingele gewinnt BARC Award FASERSTOFFE 22 Ein zweites Leben für Papier- und Zellstoffausschuss Neue Einsatzmöglichkeiten für Faserstoffe BIOÖKONOMIE 25 Zertifiziert kompostierbare und ofenfeste Papierschalen für Fertiggerichte Gemeinsame Entwicklung von Confoil und BASF 28 Paper & Biorefinery Konferenz 2022 Zukunftssicherung für die Zellstoff- und Papierindustrie MITGLIEDERTREFFEN 32 Tagung und Jahreshauptversammlung 2022 Absolventenverband Österreich Papiertechnik München WALZENBEZUG 36 Die Zukunft des Converting ist heute Walzenbezüge H.impress und Q.dura von SchäferRolls: Lösungen für verlängerte Laufzeit Bild: Schmid 38 VERANSTALTUNGEN 38 EINKAUFSFÜHRER MARKTPLATZ 75 IMPRESSUM / SERVICE Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 5 INHALT

v.l.n.r.: Mat thias Neukirch (Leiter Qualitätssicherung), Sebastian Sieck (Leiter Produktion Streichmaschine), Christian Müller (Leiter New Business Development), Rober t Habeck (Vizekanzler und Bundesminister für Wir tschaf t und Klimaschutz), Nic Holmer (Direktor Ver trieb & Marketing), Michael Steuernagel (Direktor Produktion & Technik) Bild: DREWSEN Bild: Mitsubishi HiTec Paper Europe Erstmaliger Gewinn der EcoVadis-Goldmedaille S. 7 Papier- und Kartonfabrik Varel Austausch zu energiepolitischen Aspekten sowie zur Spezialpapierproduktion am Standort Flensburg S. 8 Mitsubishi HiTec Paper Konzentration im Produktportfolio auf die Spezialpapierproduktion S. 9 Drewsen Spezialpapiere Bild: pkv Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 6 BRANCHE

Papier- und Kartonfabrik Varel Goldmedaille für PKV-Nachhaltigkeit Im international anerkannten EcoVadis-Rating für Nachhaltigkeit hat die PKV für ihre Aktivitäten und Fortschritte erstmals eine Goldmedaille bekommen – eine Auszeichnung für die besten fünf Prozent aller bewerteten Unternehmen. Varel. „Kein Zweifel: Es gibt gerade Wichtigeres. Wir alle sorgen uns um den Frieden in Europa, um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und auch um eine gelingende Energieversorgung. Aber gerade der letzte Punkt zeigt, wie eng Sicherheit und Stabilität mit einem Kurs hin zu einer nachhaltigen und unabhängigen Entwicklung verknüpft sind“, so PKV-­ Gesellschafter Kristian Evers. „Mit der EcoVadisGoldmedaille können wir für unser Unternehmen einen kleinen weiteren Schritt auf diesem Weg verzeichnen. Klar ist: Es bleiben enorm wichtige Zukunftsaufgaben auf dem Weg zur klimaneutralen Papierproduktion zu lösen. Diesen Weg wollen wir durch alle Unsicherheiten hindurch konsequent weitergehen.“ EcoVadis hat seit 2007 weltweit die Leistungen von mehr als 90.000 Unternehmen aus 160 Ländern in den Feldern Nachhaltigkeit und Corporate SocialResponsibility (CSR) analysiert. Die Methodik basiert auf internationalen Nachhaltigkeitsstandards, einschließlich der Global Reporting Initiative, des Global Compact der Vereinten Nationen und der ISO 26000. Jedes teilnehmende Unternehmen wird anhand von 21 Indikatoren in vier Themenbereichen bewertet: Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und Nachhaltige Beschaffung. Besonders gut bewertet wurde bei der PKV der Bereich „Umwelt“, hier geht es insbesondere um die Aufstellung und Einhaltung zahlreicher Regelwerke zu hohen Standards in Sachen Umweltverträglichkeit. Auch der 2022 erstmals von der PKV veröffentlichte Nachhaltigkeitsbericht mit Zielen unter anderem zum Energie- und Emissionsmanagement ist hier positiv bewertet worden. www.pkv.de Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 7 BRANCHE fluidhandling.kadant.com ©2022 Kadant Johnson Deutschland • Einsetzbar bis 14 bar. • Mehr Sicherheit durch Schutzabdeckung der rotierenden Teile. • Planbare Wartung durch gut sichtbare Verschleißanzeige. • Sichere Entwässerung durch extrem stabilen Siphon. • Lange Standzeiten. UNDER PRESSURE PERFORMANCE Unsere leistungsstarke PT2X™ Drehdurchführung - die Innovation für Ihre Papiermaschine

Mitsubishi HiTec Paper Bundeswirtschaftsminister Habeck zu Besuch in Flensburg Robert Habeck, Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, besuchte am 17.6. das Flensburger Werk des Spezialpapierherstellers Mitsubishi HiTec Paper. Vor Ort konnte er sich nicht nur über die aktuell drängenden Fragen hinsichtlich der Versorgungslage und der Preissituation bei Gas und Strom austauschen, sondern auch über die neuesten nachhaltigen Papiere aus dem Hause Mitsubishi informieren. Am Flensburger Standort tauschte sich Robert Habeck mit Nic Holmer (Direktor Vertrieb & Marketing), Michael Steuernagel (Direktor Produktion & Technik) und weiteren Mitarbeitern von Mitsubishi HiTec Paper aus. Nach einer kurzen Firmenpräsentation interessierte sich Vizekanzler Habeck insbesondere für die energiepolitischen Aspekte am Standort Flensburg. Denn als energieintensives Unternehmen ist Mitsubishi HiTec Paper von der aktuellen Situation auf den Gas- und Strommärkten in Folge des Krieges in der Ukraine stark betroffen. Wasserstoff als Energieträger der Zukunft wurde ebenso diskutiert wie mögliche zukünftige Szenarien auf den Gasmärkten. Seit 2001 in Flensburg wohnhaft und als Gewinner des Bundestagswahlkreises Flensburg-Schleswig, ist der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz den Unternehmen in der Flensburger Region besonders verbunden. Umso interessierter zeigte sich Robert Habeck bei der Vorstellung der neuesten Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen barricote® Barrierepapiere für flexible Lebensmittelverpackungen und NonFood sowie den vorgestellten konkreten Anwendungen. Denn barricote Papiere können Verpackungen aus Kunststoff nicht nur ersetzen, sondern sind im Altpapierkreislauf rezyklierbar und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt, basieren also nicht auf fossilen Grundstoffen. Darüber hinaus konnte Mitsubishi HiTec Paper den Vizekanzler über die Entwicklung von Spezialpapieren auf Basis von Silphie-Pflanzen informieren. Der Anbau der mehrjährigen Silphie-Pflanze hat einen deutlich positiven Einfluss auf die Biodiversität – und der ganzheitliche Prozess kann sogar eine negative CO2-Bilanz aufweisen. Nach dem abschließenden Werksrundgang mit den Schwerpunkten Papier- und Streichmaschine sagte Nic Holmer: „Wir haben uns sehr gefreut Herrn Habeck bei uns begrüßen zu dürfen. Mit unseren barricote Produkten für flexible Verpackungen und den Planungen für Silphie-Papiere konnten wir demonstrieren, wie nachhaltig und wichtig die Produkte der deutschen Papierindustrie sein können. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen auf den Energiemärkten war der Austausch mit Herrn Habeck besonders wertvoll.“ www.mitsubishi-paper.com Eine Drosselung der Erdgasversorgung auf 30% oder gar ein völliger Versorgungsstopp würde die Papierproduktion in Deutschland enorm beinträchtigen oder sogar lahmlegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Verbandes DIE PAPIERINDUSTRIE e. V. unter seinen Mitgliedern. „Eine Einschränkung der Gasversorgung würde unweigerlich zu Engpässen bei wichtigen Papierprodukten führen. Für die meisten Betriebe gibt es keine Alternative“, sagte der Präsident von DIE PAPIERINDUSTRIE, Winfried Schaur. „Papier ist zentral, um erhebliche Teile der kritischen Infrastruktur wie Ernährung, Medizin, Hygiene und Medien aufrechtzuerhalten. Das muss die Politik bei allen Überlegungen berücksichtigen.“ Bei einer Reduzierung der Gasmenge auf 30% könnten laut Umfrage im Schnitt nur noch etwa 39% der sonst üblichen Menge an Papier, Karton und Pappe hergestellt werden. Dies würde für die meisten Fabriken einen Stopp-and-Go Betrieb bedeuten, der in der Praxis oft nicht erprobt ist. Bei einem vollständigen Lieferstopp könnte im Schnitt nur noch etwa 12 % der üblichen Papiermenge produziert werden, wobei es leichte Unterschiede bei den einzelnen Papiersorten gibt. Produzieren könnten nur die wenigen Hersteller, die andere Energieträger wie Kohle, Öl oder Ersatzbrennstoffe einsetzen. Durch Stilllegungen seien zudem Standschäden an den Papiermaschinen zu befürchten. Auch die Zulieferer von Füll- und Hilfsstoffen für die Papierproduktion würde ein Gas-Stopp treffen und die Lieferketten zusätzlich belasten. Die Rückmeldungen zur Umfrage machen deutlich, dass ein Gas-Stopp nicht nur die Papierherstellung treffen würde. Auch die von manchen Papierfabriken für benachbarte Unternehmen bereitgestellte Prozesswärme stünde bei einem Produktionsstopp nicht mehr zur Verfügung. www.papierindustire.de DIE PAPIERINDUSTRIE Gas-Stopp würde Papierproduktion lahmlegen Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 8 BRANCHE

DREWSEN SPEZIALPAPIERE Rückzug aus Produktion von Briefumschlagpapieren Im Zuge einer weiteren Spezialisierung auf nachhaltige Papierlösungen sowie des Ausbaus technischer Spezialpapiere, stellt DREWSEN SPEZIALPAPIERE mit Wirkung zum 1. Juli 2022 die Produktion seiner Sortengruppe PROCUVERTO ein. Für DREWSEN ist dies der nächste logische Schritt, den Fokus noch stärker auf nachhaltige, zukunftsorientierte Papierlösungen zu legen und dort weiteres Wachstum zu ermöglichen. Wie das Unternehmen mitteilt, hat man sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, da man sich über Jahrzehnte einen hervorragenden Namen als verlässlicher Partner in diesem schwierigenMarktumfeld aufgebaut hat. www.drewsen.com Metsä Board Unter den Besten der Besten im EcoVadis 2022 Rating Metsä Board, der führende europäische Hersteller von Premium-Frischfaserkartons und Teil der Metsä Group, wurde erneut von EcoVadis für die Nachhaltigkeit und die soziale Verantwortung des Unternehmens mit Platin bewertet. Nach der Verbesserung der Punktzahl auf ein Rekordniveau von 87/100 gehört Metsä Board zu den besten Unternehmen, die in der Herstellung von Wellpappe und K a r t on s ow i e Ve rpackungen aus Papier und Kar ton bewer tet wurden. EcoVadis bewertet Unternehmen, die vier Themen abdecken. Metsä Board gehörte zu den besten 1 % der Unternehmen für Umwelt, Arbeit und Menschenrechte und nachhaltige Beschaffung und zu den besten 7 % für Ethik. Zum ersten Mal erzielte Metsä Board die volle 100/100 im Umweltbereich. „Bei Metsä Board ist Nachhaltigkeit ein integraler Bestandteil unserer Strategie und unseres täglichen Handelns – jetzt und in Zukunft. Das Erreichen der vollen Punktzahl von 100 im Abschnitt Umwelt und des Leader-Status in der Bewertung des Kohlenstoffmanagements bestätigt unseren Weg zu einer fossilfreien Produktion und Produkten bis Ende 2030“, sagt Mika Joukio, CEO von Me t s ä B o a r d . EcoVadis betreibt eine Plattform, die es Unternehmen ermöglicht, die ökologische und soziale Leistung ihrer Lieferanten auf globaler Basis zu bewerten. Die Methodik und die verwendeten Kriterien stehen im Einklang mit internationalen Standards für Corporate Social Responsibility (CSR), einschl ießl ich der Globa l Reporting Initiative (GRI), des UN Global Compact und der ISO 26000. www.metsagroup.com Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 9 BRANCHE Lagern und Entleeren von IBCs – Dosieren von Chemikalien Die Dosier- und Entleerungsstation DULCODOS SAFE-IBC versorgt Ihren Prozess unterbrechungsfrei mit Chemikalien. Sie erfüllt die geänderte Gesetzgebung für wassergefährdende Flüssigkeiten nach der deutschen AwSV. Mehr unter: www.prominent.com/safe-ibc Maximale Arbeitssicherheit Prozesssicherheit DIBt zertifiziert DIBt Zertifizierung Z-40.21-585

Nachhaltig konsequent umgesetzt SCHOELLER TECHNOCELL wird von EcoVadis mit Gold ausgezeichnet Reden ist Silber, Prüfen ist Gold. Die Felix Schoeller Group hat konkrete Maßnahmen definiert, um die unternehmerische Tätigkeit in den drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales und Ökonomie – zu optimieren. Ein wichtiger Baustein in der Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie ist die externe Prüfung und Auditierung, um unseren Anspruch auch extern überprüfen zu lassen. Die Felix Schoeller Group hat mit EcoVadis einen der renommiertesten und anerkanntesten Auditierungsunternehmen als Auditor gewählt. Ziel des Auditierungs- und Prüfungsverfahrens ist es, Optimierungspotenziale aufzudecken und sich Jahr für Jahr zu verbessern. Im aktuellen Auditierungszeitraum Mai 2021 bis Mai 2022 konnte sich die SCHOELLER TECHNOCELL GMBH & CO KG erneut verbessern und im Sustainability Ranking von EcoVadis erneut Gold holen. Bewertung der Aspekte Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung Der Goldstatus mit 68/100 Punkten setzt sich unter anderem aus 80/100 Punkten im Bereich Umwelt und 70/100 Punkten im Themenfeld Arbeits- und Menschenrechte zusammen. Die Auszeichnung unterstreicht eindrucksvoll die Nachhaltigkeitsstrategie der Felix Schoeller Group. Diese geht bei dem Familienunternehmen aus Osnabrück weit über den Umweltaspekt hinaus. Nachhaltigkeit ist erst dann erreicht, wenn ökonomische, ökologische und soziale Zielsetzungen in einer guten und ausgewogenen Balance stehen. Um dies zu erreichen, wurde eine ganzheitliche Strategie in den Bereichen Produktionsverfahren, Produkte und deren Kreislauffähigkeit sowie in sozialen Aspekten entwickelt. Hans-Christoph Gallenkamp, CEO der Felix Schoeller Group ist sich der Bedeutung eines offiziellen Rankings bewusst: „Als Familienunternehmen mit einer über 125-jährigen Tradition ist für uns Verantwortung kein Marketing-Begriff, sondern Teil unserer Unternehmens-DNA. Wir sind uns bewusst, dass nachhaltiger Konsum und nachhaltiges Wirtschaften eines der zentralen Themen des 21. Jahrhunderts sind. Die Auszeichnung durch EcoVadis zeigt, dass wir mit unserer Nachhaltigkeitsstrategie auf dem richtigen Weg sind“. www.felix-schoeller.com ANDRITZ Komplette Stoffaufbereitungslinie für Altpapier und Sondersorten an Steinbeis Papier Der internationale Technologiekonzern ANDRITZ erhielt von der Steinbeis Papier GmbH den Auftrag zur Lieferung einer kompletten Stoffaufbereitungslinie für herkömmliches Altpapier und Altpapier-Sondersorten mit einer Kapazität von 78 bis 200 Tagestonnen für die Anlage in Glückstadt, Deutschland. Die Inbetriebnahme ist für Ende des ersten Quartals 2023 geplant. Die neue Anlage wird verschiedene Rohmaterialsorten wie zum Beispiel nassfeste und beschichtete Papiere, hochnassfeste Etiketten, feuchte Brauereietiketten oder kunststofflaminiertes Altpapier verarbeiten. ANDRITZ entwickelte in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden eine umfassende und besonders f lexible technologische Lösung, welche entsprechend den unterschiedlichen Rohmaterialanforderungen hinsichtlich Auflösung und Rejektanteil anpassbar ist. Der Lieferumfang umfasst das gesamte Schlüsselequipment – von der Pulperbeschickung bis zur Feinsortierung – sowie das Basis-Engineering, die Montageaufsicht und die Inbetriebnahme. Andreas Rauscher, Geschäftsführer der Steinbeis Papier GmbH sagt: „Steinbeis Papier verfolgt mit seinen Produkten das Prinzip der ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. Das jüngste Produkt Steinbeis Label, ein nass- und laugenfestes Etikettenpapier, brachte die Idee einer neuartigen Altpapieraufbereitungslinie mit sich. Damit werden in Glückstadt die Voraussetzungen für ein Closed Loop-Verfahren geschaffen. Nass- und laugenfeste Etikettenpapiere können damit wiederverwertet werden und dienen als Rohstoff für neues Etikettenpapier. Bisher unerschlossene Altpapiermengen, die mit den herkömmlichen Aufbereitungsverfahren stofflich nicht zu verwerten waren und der Verbrennung zugeführt wurden, werden somit zukünftig dem Recyclingkreislauf verfügbar gemacht.“ Die Steinbeis Papier GmbH in Glückstadt ist europäischer Marktführer für grafische Recyclingpapiere aus 100 % Altpapier. Das Sortiment umfasst Druck- und Kopierpapiere, gestrichene Offsetpapiere sowie Digitaldruck- und Etikettenpapiere. Die Steinbeis Papier GmbH ist ein Unternehmen der Steinbeis Holding. Unter dem Dach der Holding sind verschiedene Unternehmen aus Segmenten der ökologischen Papiererzeugung, der Kreislaufwirtschaft und der umweltfreundlichen Energieerzeugung vereint. www.andritz.com Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 10 BRANCHE

Feldmühle Investition in die Zukunft – in 2021/2022 fast 4 Mio. Euro Die Feldmuehle hat in den letzten Monaten die extremen und bisher nicht bekannten Schwankungen auf den Energie- und Rohstoffmärkten gemanagt. Es wurden die Geschäfts- und Auftragslage stabilisiert und Zukunftsinvestitionen angestoßen. Unter den aktuell herausfordernden Umständen wurden seit Oktober 2021 verschiedene Projekte planmäßig weitergeführt und die Umsetzung von Investitionen in Höhe von ca. 4 Mio. Euro begonnen. So konnte für die Geschäftsprozesse in den letzten 6 Monaten ein neues, leistungsfähiges Mill-System aufgebaut und in Q2/2022 erfolgreich in Betrieb genommen werden. Darüber hinaus wurden planmäßig diverse Projekte zur Steigerung der Nachhaltigkeit und Energieeinsparung, sowie verschiedene andere Projekte gemanagt: 1. Neben der sukzessiven Umrüstung aller Motoren auf die höchste Energieeffizienzklasse versorgt eine neue und deutlich energieeffizientere Druckluftanlage jetzt den gesamten Standort. 2. Im Rahmen eines Logistik-Projektes wurden alle Diesel- und Gas-betriebenen Flurförderfahrzeuge gegen hochmoderne effiziente Elektrofahrzeuge ausgetauscht und, um die Wartezeiten der Spediteure zu reduzieren, die Anzahl der verfügbaren Verladerampen verdoppelt. 3. Um Kundenanforderungen schneller bedienen zu können, hat die Feldmuehle im Mai 2022 ein Projekt zur Modernisierung der Ausrüstung gestartet. Kernpunkt ist ein neuer, deutlich energieeffizienterer und hochmoderner Prägekalander. Die Inbetriebnahme des Prägekalanders mit dem entsprechend angepassten Umfeld, das Investitionsvolumen beträgt 2.8 Mio. Euro, ist für Q1/2023 vorgesehen. Über allen Maßnahmen – weitere Projekte sind gemäß der rollierenden 5-Jahresplanung gerade in der Vorbereitung – steht der Grundgedanke, den Standort nachhaltiger und energieeffizienter zu machen und die Kunden der Feldmuehle auch zukünftig exzellent betreuen zu können. www.feldmuehle-uetersen.com Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 11 BRANCHE

Koehler Mitglied des World BioEconomy Circles Die Koehler-Gruppe ist dem World BioEconomy Circle beigetreten. Dabei handelt es sich um eine Kommunikationsplattform für Interessenvertreter, die sich dem Thema Bioökonomie verschrieben haben. Ziel des Bioökonomie-Kreises ist es, sich über die neuesten Entwicklungen, Ideen und Visionen in der zirkulären Bioökonomie auszutauschen, diese zu verbessern und voneinander zu lernen. Der World BioEconomy Circle geht aus demWorld BioEconomy Forum™ hervor Der Bioökonomie-Kreis ist seit seiner Gründung stark gewachsen und geht aus dem von Jukka Kantola 2018 gegründeten World BioEconomy Forum™ hervor. Dieses besteht aus einer globalen Gemeinschaft von Interessenvertretern, die über das Forum auf ein breites Veranstaltungsangebot und andere Aktivitäten im Bereich Bioökonomie zugreifen können. Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung des Themas Bioökonomie. Auf der Jahreskonferenz des World BioEconomy Forums werden die Ziele vorgestellt. Die Mitglieder des Kreises können an Programmen teilnehmen, die vom Forum organisiert werden. Darüber hinaus organisiert der World BioEconomy Circle eigene Versammlungen mit dem Namen „Insider Insights“, die in einem vertraulichen Umfeld die Möglichkeit zum Austausch und Dialog in Zusammenhang mit dem Thema Bioökonomie geben. Die Bioökonomie gewinnt international an Bedeutung Gerade in Zeiten des Klimawandels liegt der Fokus von Unternehmen zunehmend auf einem nachhaltigen Handeln und Wirken. Produkte sollen umweltschonend, möglichst klimaneutral und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Papier- statt Plastikverpackungen spielen dabei eine ebenso große Rolle, wie eine nachhaltige Forstwirtschaft, um mehr CO2 zu binden. Auch Koehler hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Emissionsminderung und damit zum Klimaabkommen von Paris aus dem Jahr 2015 zu leisten, indem es das Versprechen gemacht hat, bis 2030 mehr erneuerbare Energie zu erzeugen, als für die Papierproduktion benötigt wird. Durch die Umstellung seiner Kraftwerke auf Biomasse und die Unterzeichnung der Klimaschutzvereinbarung mit dem Umweltministerium von Baden-Württemberg hat Koehler auch ganz formell die Weichen auf Grün gestellt. Der erste, jüngst veröffentlichte Nachhaltigkeitsbericht der Koehler-Gruppe zeigt, wie fest der Nachhaltigkeitsgedanke in der Unternehmensphilosophie verankert ist. Dabei leistet Koehler Renewable Energy einen immer wichtigeren Beitrag, denn der sorgfältige Umgang mit allen Ressourcen ist für Koehler seit Gründung vor über 210 Jahren untrennbar mit der Zukunftssicherung des Unternehmens verbunden. Ein wichtiger Meilenstein für Koehler Paper war zum Jahresbeginn die Produktionsumstellung der hochmodernen Produktionslinie 8 in Kehl auf 100 % grünen Strom aus regionalen Quellen. Dr. Stefan Karrer, Vorstand Technik der Koehler-Gruppe, fasst zusammen: „Das unterstreicht nicht nur die nachhaltige Ausrichtung unserer Produkte, sondern zeigt auch, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Mitgliedschaft im World BioEconomy Circle ist für uns eine wichtige Plattform, um uns mit anderen Mitgliedern über die neuesten Trends im Bereich Bioökonomie auszutauschen und unsere Visionen weiter voranzutreiben.“ www.koehler.com Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 12 BRANCHE

BGH-Consulting Generationswechsel in der Geschäftsleitung Harald Heine, langjähriger und erfolgreicher geschäftsführender Gesellschafter und einer der Gründer der BGHConsulting, wird altersbedingt und auf eigenenWunsch die Tätigkeit als Geschäftsführer zum 30.6.2022 in jüngere Hände übergeben. Herr Harald Heine – einer der Namensgeber der Bogner Gottschalk Heine Unternehmensberatung GmbH (BGH-Consulting) – war entscheidend für den stetigen Aufbau der Kunden in der Papierindustrie und für die Erweiterung des Beratungsportfolios der BGH-Consulting in die Unternehmensberatung verantwortlich. Bevor er vor fast 20 Jahren in die Unternehmensberatung wechselte, hatte er bereits zwei Jahrzehnte Managementerfahrung auf Vorstandsebene in der Kunststoff- und Papierindustrie gesammelt. Das anfangs sehr spezialisierte Leistungsportfolio der BGH-Consulting wurde durch ihn in eine national wie international renommierte Personal- und Unternehmensberatung entwickelt. Herr Harald Heine wird sein tiefes Fachwissen, seine umfassenden Erfahrungen und seine exzellenten Kontakte in die Papierindustrie weiterhin imUnternehmen als Senior Berater einbringen. Mit Kai Pöhler und Herrn Andreas Bauer hat die BGH-Consulting zwei neue Geschäftsführer berufen. Beide sind seit letztem Jahr bereits als Senior Berater und Gesellschafter im Team aktiv. Andreas Bauer ist Diplom-Betriebswirt mit den Vertiefungsrichtungen Unternehmensführung und Logistik. Vor seinemEintritt in die BGH-Consulting war er über zwei Jahrzehnte hinweg Geschäftsführer in Unternehmen der Elektrotechnik, der Verpackungsindustrie und in der Softwareentwicklung. Bei der BGH-Consulting liegt sein Schwerpunkt aktuell in der Beratung mehrerer Unternehmen in der Papierindustrie. Auch Kai Pöhler ist mit seinen sehr fundierten Kenntnissen über die Vliesstoff- und Papierindustrie ein erfahrener Branchenkenner. Angefangen von einer Ausbildung zum Papiermacher bis zum Studium der Verfahrenstechnik Papier hat er sich alle theoretischen und praktischen Grundlagen angeeignet. Vor seinemWechsel war er bei einem international aufgestellten Technologiekonzern viele Jahre für die Entwicklung der Geschäftsbereiche Spezialpapier und Vliesstoffe weltweit verantwortlich gewesen. Die Aufgaben der Geschäftsführung der BGH-Consulting werden ab dem 01.07.2022 vom langjährigen Geschäftsführer Joachim Frantzen sowie den Herren Bauer und Pöhler gemeinsamwahrgenommen. www.bgh-consulting.de + Informationen Erfahren Sie mehr aus der Branche, immer aktuell. www.fibers-in-process.de Stora Enso Wechsel in der Paper Division Kati ter Horst, Executive Vice President, Paper Division und Mitglied des Group Leadership Teams, hat sich entschieden, Stora Enso zum 1. Juli 2022 zu verlassen. Nach mehr al s 25 Jahren im Unternehmen wird sie nun Karrieremöglichkeiten außerhalb von Stora Enso verfolgen. Kati ter Horst kam 1996 zu Stora Enso und leitet seit 2014 die Papiersparte des Unternehmens. „Als hoch geschätztes Mitglied unseres Group Leadership Teams hat Kati maßgeblich dazu beigetragen, die Transformation von Stora Enso zu einem Unternehmen für erneuerbare Materialien voranzutreiben, indem sie zur Strategieentwicklung beigetragen hat. Sie hat eine starke Führungsstärke gezeigt und eine Schlüsselrolle im umfangreichen Restrukturierungsprozess unseres Papiergeschäfts gespielt. Ich möchte Kati meinen Dank für ihre bedeutenden Beiträge zu Stora Enso aussprechen und ihr alles Gute für ihre zukünftigen Bemühungen wünschen“, sagt Annica Bresky, Präsidentin und CEO von Stora Enso. „Ich hatte eine fantastische internationale Karriere bei Stora Enso und bin sehr dankbar für alles, was ich gelernt habe, und für die Möglichkeit, mit großartigen Menschen zusammenzuarbeiten. Das ist ein guter Moment für mich, wegzugehen und etwas Neues zu beginnen“, sagt Kati ter Horst. Neben seinen weiteren Aufgaben wird Seppo Parvi, CFO, kommissarisch die Verantwortung für den Unternehmensbereich Paper übernehmen. Stora Enso gab im März dieses Jahres bekannt, dass es einen Verkaufsprozess für eine mögliche Veräußerung von vier seiner fünf Papierproduktionsstandorte einleitet. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Stora Enso hat an seinem Papierproduktionsstandort in Langerbrugge, Belgien, eine Machbarkeitsstudie für die Umwandlung einer der beiden Papierlinien in eine hochvolumige Recycling-Wellpappenrohpapierlinie gestartet. Die Machbarkeitsstudie wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2023 abgeschlossen sein. www.storaenso.com Kati ter Horst Kai Pöhler Joachim Frantzen Andreas Bauer Bild: Stora Enso Bilder: bgh consulting Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 13 PERSONEN

Investition von rund 100 Millionen Euro pro Jahr für die nachhaltigste und effizienteste Papierproduktion Nachhaltigkeitsprogramm „Papermaking for Life“ Entsprechend der Ziele des Pariser Abkommens stehen Papierhersteller weltweit vor der dringenden Herausforderung nachhaltiger zu produzieren. Als global agierendes Technologieunternehmen übernimmt Voith Paper beim Erreichen dieser Ziele eine Führungsrolle, um die Kunden auf dem Weg zu einer nachhaltigeren und effizienteren Papierherstellung bestmöglich zu unterstützen. Das Unternehmen hat daher die Innovations- und Entwicklungsoffensive „Papermaking for Life“ gestartet. Andreas Endters, President & CEO Voith Paper, bekräftigt: „Mit Innovationskraft, umfassendem Know-how und optimierten Technologien treiben wir die Nachhaltigkeit in der Papierproduktion maßgeblich voran. Unser Anspruch dabei ist es, aktuell und zukünftig Standards in der Branche zu setzen. Gemeinsam mit unseren Kunden erzielen wir so die bestmöglichen Ergebnisse für eine nachhaltige und effiziente Papierproduktion. Daher haben wir das Papermaking for Life-Programm gestartet.“ Das Nachhaltigkeitsprogrammdes führenden Full-Line-Anbieters sieht ambitionierte Ziele für 2030 vor: eine 100 Prozent CO2-neutrale Papierproduktion, die mit Hilfe energieoptimierter Produkte, digitaler Lösungen und durch die effiziente Nutzung erneuerbarer Energien die CO2-Bilanz der Kunden signifikant verbessern. Zudem forscht Voith Paper an disruptiven Technologien für einen komplett neuen Papierherstellungsprozess, der den Frischwasserverbrauch bei der Herstellung um 90 Prozent senkt. Daneben lässt sich durch die Erschließung neuer Recyclingfaserströme die Recyclingquote bei der Papierherstellung auf 90 Prozent erhöhen. „Mit unseren Lösungen legen wir den Grundstein für die Papierherstellung der Zukunft“, so Dr. Michael Weiß, CTO bei Voith Paper. „Unsere gesamte Forschungs- und Entwicklungsarbeit hat einen starken Fokus auf den Bereich Nachhaltigkeit. Daher investieren wir zukünftig pro Jahr rund 100 Millionen Euro in neue Innovationen. Als Impulsgeber in der Branche sind wir zudem entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv, wie zum Beispiel in der Initiative Modellfabrik Papier.“ Optimierte sowie neue Technologien für einen minimierten Ressourcenverbrauch Durch energieoptimierte Produkte und digitale Lösungen sind bis 2030 Energieeinsparungen um bis zu 30 Prozent möglich. Zudem forscht das Unternehmen an disruptiven Produktionstechnologien für Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent. Kombiniert mit erneuerbaren Energien kann der CO2-Ausstoß in der Papierherstellung um 100 Prozent reduziert werden. Wasser ist eine weitere kostbare Ressource in der Papierproduktion. Gerade in Regionen mit Wasserknappheit werden geschlossene Wasserkreisläufe immer wichtiger. Mit dem AquaLine-Konzept hat Voith gemeinsammit seinem Tochterunternehmen Meri den effizientesten geschlossenen Wasserkreislauf entwickelt, der 0 Liter Abwasser und 1,5 Liter Frischwasser bei 1 kg Papier ermöglicht. Bis 2030 soll die Menge an benötigtem Frischwasser mittels disruptiver Produktionstechnologien um 90 Prozent reduziert werden. Auch beim Faserverbrauch setzt Voith Paper Standards: So können Kunden mit den BlueLine Stoffaufbereitungssystemen zehn bis 15 Prozent an Fasern einsparen. Zudem setzt sich Voith Paper unter anderem als Mitglied der 4evergreen-Allianz dafür ein, den Beitrag von faserbasierten Verpackungen in einer zirkulären Wirtschaft zu stärken. Ziel der Partnerschaft ist es, mithilfe neuer Recyclingströme die Papierrecyclingrate auf über 90 Prozent bis 2030 zu steigern. Mit einer Vielzahl an Lösungen steigert das Digitalisierungs- und Automatisierungsportfolio Papermaking 4.0 die Produktionseffizienz und die Anlagenverfügbarkeit deutlich. Die digitalen Anwendungen machen sich oftmals bereits unter einem Jahr bezahlt und sind schnell implementiert. Es wird angenommen, dass zukünftig mithilfe von Digitalisierung 15 Prozent der Produktionskosten eingespart werden können. Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 14 NACHHALTIGKEIT

Voith Paper star tet das Nachhaltigkeitsprogramm Papermaking for Life. wird von zahlreichen Kunden aus verschiedenen Ländern weltweit wahrgenommen. Zusammen mit den anderen Pilotmaschinen werden alle Produktionsschritte abgedeckt – von der Stoffaufbereitung bis hin zum Streichen und Kalandrieren. „Mithilfe der hochmodernen Versuchsstreichmaschine können wir gemeinsam mit unseren Kunden Innovationen vorantreiben und gleichzeitig Investitionsrisiken minimieren“, erklärt Georg Scholl, R&D Engineer bei Voith Paper. „Auf effiziente Weise entwickeln wir neue Verfahren und Produkte. Durch die Optimierung von Rohstoffen und Produktionsparametern können unsere Kunden zudem deutliche Kosteneinsparungspotentiale identifizieren. Die Auslastung der Versuchsstreichmaschine ist sehr gut und wir führen viele Kundenversuche durch.“ Die hohe Auslastung der Anlage ist insbesondere auf die steigende Konsumentennachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen zurückzuführen. Im allgemeinen gesellschaftlichen Diskurs rücken die vielfältig anwendbaren Barrierepapiere als zukunftsfähige Alternative zu erdölbasierten Verpackungen in den Fokus. Idealerweise erfüllen diese die gleichen funktionellen Anforderungen, sind recyclingfähig und biologisch abbaubar. Die weltweit modernste Versuchsstreichmaschine von Voith ermöglicht Testversuche des anspruchsvollen Streichprozesses und sorgt dafür, dass neben dem einwandfreien Auftrag einer oder mehrerer funktionaler Schichten auch die Trocknung der teils temperaturempfindlichen Auftragsmedien einwandfrei funktioniert. Kunden können bis zu 18 unterschiedliche Beschichtungsvarianten testen, ohne ihre eigene Produktion unterbrechen zu müssen. „Zusammen mit unseren Kunden entwickeln wir nachhaltige Verpackungslösungen für die Zukunft“, sagt Nina Köpl, R&D Engineer Sustainable Packaging bei Voith Paper. „Beispielsweise suchen wir gemeinsam den optimalen Gesamtprozess für die Vorbehandlung des Rohpapiers, für den Auftrag und die Trocknung der individuellen Barrierelösungen unserer Kunden. Falls erforderlich, werden dabei auch Anpassungen an die eingesetzte Alle Aktivitäten an Voith Standorten weltweit sind CO2-neutral Auch bei seinen eigenen Aktivitäten übernimmt Voith Paper Verantwortung und arbeitet bereits seit Beginn 2022 klimaneutral – wie auch der gesamte Voith Konzern. Auch zukünftig wird das Unternehmen die Maßnahmen weiter intensivieren. So wird Voith seine Photovoltaik-Anlagen erweitern, die Energieeffizienz steigern und den Anteil der erneuerbaren Energien erhöhen. Daneben konnte Voith Paper bereits in den letzten Jahren hohe Nachhaltigkeitsziele erreichen und den Abfall um 33 Prozent, den Wasserverbrauch um 56 Prozent und den Energiebedarf um 38 Prozent im Verhältnis zum Umsatz von 2012 bis zum Geschäftsjahr 2020/21 senken. Wie nachhaltig bereits Voith Paper und die Voith Group agieren, belegt auch die unabhängige ISS ESG-­ Bewertung von B-. Die Voith Group zählt damit zu den Top 3 Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit beim Maschinen- und Anlagenbau weltweit. Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms „Papermaking for Life“ stellt Voith Paper vielseitige Technologien und Initiativen vor, die zu effizienteren und nachhaltigen Prozessen in der Papierherstellung führen. Im Fokus stehen die Themen Wasser-, Energie- und Fasereinsparungen sowie Digitalisierung, Innovationen und Partnerschaften als Hebel für eine nachhaltigere Produktion. Erfahren Sie mehr zu Voith Papers Engagement im Bereich Nachhaltigkeit: http://voith.de/Papermaking-for-Life. Lesen Sie zudem den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht: https://voith.com/corp-de/VZ_Sustainability-Report_21_de.pdf. Ein Jahr Versuchsstreichmaschine Vor einem Jahr nahm Voith nach einem umfangreichen Umbau die weltweit modernste Versuchsstreichmaschine in seinem Technology Center in Heidenheim in Betrieb. Seitdem ist die Nachfrage nach Pilotversuchen für gestrichene und geleimte Papiersorten enorm gestiegen. Insbesondere die Möglichkeit zur Barrierebeschichtung von nachhaltigen Verpackungspapieren Bilder: Voith Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 15 NACHHALTIGKEIT

Maschinentechnik vorgenommen.“ Erfahrene Expertinnen und Experten von Voith begleiten alle Testläufe und beraten die Kunden individuell für das beste Ergebnis. Auch nach den Versuchen stehen die Experten zur Verfügung, sei es durch die Präsentation neuer Ideen, Weiterentwicklung der Innovationen oder bis hin zu einer umfangreichen Servicepartnerschaft. Pilotversuche zur Untersuchung der Recyclingfähigkeit Voith Paper bietet ergänzend zur Herstellung der Barrierepapiere auch Versuche zur Stoffaufbereitung an. Im Fiber Technology Center kann der Kunde die Recyclingfähigkeit seiner neu entwickelten Papiere direkt testen. Die Versuchsstoffaufbereitung deckt den gesamten Prozess für Primär- und Sekundärfaserstoff für Karton, Verpackung, Spezialpapiere sowie grafische Papiere ab. Dabei sind alle Maschinen im industriellen Maßstab verfügbar. Sowohl Versuche mit einzelnen Aggregaten wie auch komplexe Systemversuche können Kunden vor Ort realisieren. „Die Recyclingfähigkeit testen wir mithilfe neuester Verfahren und Produkte“, so Jürgen Dočkal-Baur, Expert R&D Fiber Processes bei Voith Paper. „Uns ist es wichtig, dass der Kunde den gesamten Prozess in den Blick nehmen kann, und die Fasern auch optimal wieder aufbereitet werden können. Für die Prozessanalyse setzen wir neueste Online-Messtechnik von BTG ein und führen umfangreiche Labormessungen parallel zu den Versuchen durch.“ Technology Center von Voith Paper Neben dem Technology Center in Heidenheim bietet Voith an dem Standort Motomiya in Japan Testversuche für Streich- und Stoffaufbereitungsprozesse sowie neue Produktentwicklungen. Kunden, insbesondere aus der APAC-Region, nutzen dieses Angebot. Ein weiteres Technology Center steht in Düren, Deutschland. Auf einer Papiermaschine, ausgerüstet mit HydroFromer und Schrägsieb können hier Versuche für Wet-Laid-Produkte durchgeführt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: https://voith.com/corp-de/branchen/papierherstellung/technology-center.html. www.voith.com Über die Voith Group Die Voith Group ist ein weltweit agierender Technologiekonzern. Mit seinem breiten Portfolio aus Anlagen, Produkten, Serviceleistungen und digitalen Anwendungen setzt Voith Maßstäbe in den Märkten Energie, Papier, Rohstoffe und Transport & Automotive. Gegründet 1867 ist Voith heute mit rund 20.000 Mitarbeitern, 4,3 Milliarden Euro Umsatz und Standorten in über 60 Ländern der Welt eines der großen Familienunternehmen Europas. Der Konzernbereich Voith Paper ist Teil der Voith Group. Als der Full-Line-Anbieter der Papierindustrie liefert er das breiteste Angebot an Technologien, Services und Produkten auf dem Markt und bietet Papierherstellern ganzheitliche Lösungen aus einer Hand. Die kontinuierliche Innovationskraft des Unternehmens ermöglicht eine ressourcenschonende Produktion und unterstützt Kunden dabei, ihren CO2-Fußabdruck maßgeblich zu reduzieren. Mit seinen umfassenden Automatisierungsprodukten und führenden Digitalisierungslösungen aus dem Papermaking 4.0-Portfolio bietet Voith seinen Kunden digitale Technologien auf dem neuesten Stand der Technik, um die Verfügbarkeit und Effizienz ihrer Anlagen in allen Bereichen des Produktionsprozesses zu steigern. Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 16 NACHHALTIGKEIT

ZUR PERSON! Dr. Thomas Batsching ist Diplom-Kaufmann, verfügt über 30 Jahre Erfahrung in Industrie und Dienstleistung und war in verschiedenen Funktionen im nationalem, regionalen und weltweiten operativen und strategischen Personalbereich tätig. Er berät und unterstützt Unternehmen bei internationalen Personalthemen. Da er in Deutschland und in Asien gelebt und gearbeitet hat, kann er auf sehr gute bzw. gute Sprachkenntnisse in Englisch, Französisch, Spanisch und Mandarin verweisen. Er ist ehemaliger Leistungssportler und Hochschullehrer. Flüchtlinge unterstützen und Stellen besetzen hr_integrate hilft qualifizierte und kompetente Mitarbeiter*innen zu finden Im Gespräch mit Dr. Thomas Batsching Bild: Privat Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 17 INTERVIEW

bar. Auch in der Öffentlichkeit wird unsere Arbeit bereits wahrgenommen. In diesem Jahr waren wir für den Deutschen Demografiepreis nominiert, was eine schöne Auszeichnung ist, über die wir uns freuen. Wie kann hr_integrate der Papierindustrie bei der Besetzung offener Stellen helfen? Zwei Beispiele: Zum einen: Wir betreuen derzeit viele Ingenieure, die aus ihrem Land flüchten mussten. Nach einem entsprechenden Training oder einem Zusatz-/ Aufbaustudium könnte man diese Menschen gut in der Industrie einsetzen. Zum anderen unterstützen wir auch junge Menschen, die wegen der Flucht ihr Studium abbrechen mussten oder die an einer Militärhochschule studiert haben. Solche Geflüchtete könnten beisielsweise ein Duales Studium absolvieren. Vorkenntnisse und absolvierte Prüfungen könnten möglicherweise angerechnet werden. … und welche Deutsch-Kenntnisse haben diese Menschen? Bei unseren Mentees sind ganz ‚Clevere‘ dabei, die sehr gut Deutsch auf C1-Level sprechen. Natürlich, mit dem Erlernen einer neuen Sprache tut sich die eine Person leichter, die andere hat mehr Probleme. So ist das auch bei unseren Mentees. Aber insgesamt kann man auf die Deutsch-Kenntnisse gut aufbauen. Was muss ich als Personalverantwortliche*r oder als Führungskraft tun, ummit hr_integrate in Kontakt zu kommen, z.B. wenn ich Stellen zu besetzen habe? Die gemeinnützige Organisation hr_integrate möchte HR-Experten und -Expertinnen mit Geflüchteten in Kontakt bringen, um diese in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren. Erfahren Sie mehr über die Arbeit der Organisation im Interview mit Dr. Thomas Batsching. Herr Batsching, wer oder was ist denn hr_integrate? hr_integrate ist eine gemeinnützige Non-Profit-Organisation, die Gef lüchtete in Deutschland mit HR-Exper ten und -Expertinnen sowie Führungskräften zusammenbringt, die ihnen bei der Suche nach angemessener Arbeit, Ausbildung und Studium helfen. Das geht ganz einfach, indem Personalmanager und Geflüchtete sich bei hr-integrate.com registrieren. Wir von hr_integrate stellen dann den Kontakt zwischen Personalmanager und geflüchteter Person her. Bei persönlichen oder Online-Treffen arbeiten Personalmanager und Newcomer dann gemeinsam daran, eine angemessene Beschäftigung zu finden. Wann wurde hr_integrate gegründet und welche Erfolge haben Sie seither? Seit unserer Gründung im Jahr 2015 konnten wir zum einen vielfältige, positive Erfahrungen beim Mentoring von Geflüchteten machen. Gleichzeitig waren wir auch durchaus erfolgreich: Wir haben über 500 Flüchtlinge betreut. In rund 70 Fällen haben unsere ‚Mentees‘ bereits eine qualifizierte Arbeit, eine Ausbildung oder ein Studium aufgenommen. Danach bleibt der ‚Mentor‘ meist noch etwa ein bis zwei Jahre für seinen Mentee ansprechWochenblatt Papierfabrikation 7.2022 18 INTERVIEW

Der Kontakt ist ganz einfach: Wenn Sie Interesse haben, schicken Sie uns ein eMail – oder sogar gleich ein Jobprofil – entweder über den Kontaktbutton auf unserer Website oder an info@hr-integrate.de. hr_integrate meldet sich dann schnell. Jetzt habe ich noch eine Bitte: Aktuell haben wir annähernd 180 HR-Experten und -Expertinnen sowie erfahrene Führungskräfte, die als hr_integrate-Mentor*innen eine*n Geflüchtete*n betreuen. Wir suchen aber dennoch weiterhin Mentor*innen, die mithelfen möchten, Flüchtlingen zu helfen. Vielleicht haben Sie als Leser*in ja Lust, sich bei uns anzumelden oder kennen jemanden? Wir sind dankbar! www.hr-integrate.com Beispiel 2 — S. kommt aus Aleppo in Syrien, wo er Physik (Bachelor) studiert hat. Er ist verheiratet und hat drei kleine Kinder. S. hat den Integrationskurs und die B1-Sprachprüfung absolviert. Anschließend hat er im Labor einer deutschen Hochschule und bei einem Handwerksbetrieb gearbeitet. Inzwischen arbeitet er als technischer Berater in einem Ingenieurbüro. Ein Personal-Experte von hr_integrate hat ihn bei der Suche der Stelle unterstützt und auf die Vorstellungsgespräche vorbereitet. ERFOLGSGESCHICHTEN Beispiel 1 — K. kommt aus Togo und ist seit August 2015 in Deutschland. Er hat dort als Sozialarbeiter gearbeitet. In Deutschland hat er, begleitet durch eine hr_integrate-Mentorin beim Deutschen Roten Kreuz und bei Caritas Praktika gemacht und einen B1-Deutschkurs absolviert. Seit Oktober 2017 arbeitet er als Sozialpädagoge bei einer deutschen Sozialorganisation. RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 19 +49 511 2129-244 | sales@koerting.de | koerting.de weniger Dampf, mehr Flexibi l i tät beim Trocknen • wirtschaftlich • individuell • systemangepasst Thermo- kompressoren für die Papier- und Zellstoffindustrie ACHEMA 22.08.-26.08.2022 HALLE 4.0 | STAND J22

Neue Datenkultur im Unternehmen Klingele gewinnt BARC Award Daten sind für Unternehmen eine wichtige Ressource zur Generierung von Wissen, aber auch für fundierte Entscheidungen. Vor diesem Hintergrund begründet die Klingele Paper & Packaging Group, einer der führenden unabhängigen Hersteller von Wellpappenrohpapieren und Verpackungen aus Wellpappe, mit seinem Kennzahlen-System „DeltaMaster“ der Bissantz & Company GmbH eine neue Datenkultur im eigenen Unternehmen. „DeltaMaster“ bietet Klingele einen umfassenden Einblick über die operative Entwicklung in allen Unternehmensbereichen und effiziente Steuerungsmöglichkeiten – nutzerfreundlich und mit geringem Aufwand. Für dieses System hat Klingele den BARC Best Practice Award für Business Intelligence (BI) und Analytics in der Kategorie Mittelstand gewonnen. Britta Trauernicht, Leiterin Controlling und Energiemanagement bei Klingele, nahm den Preis im Rahmen der Konferenz Big Data & AI World in Frankfurt entgegen. Der BARC Award zeichnet Projektteams aus, die mit ihrer Data- und Analytics-Initiative in ihrem Unternehmen großen Nutzen entfalten. Flexible Auswertungen – automatisiertes Reporting Zunehmend volatile Märkte, aber auch die internationale Expansion in den vergangenen Jahren erfordern bei Klingele Entscheidungen und Steuerungsmechanismen, die auf aktuellen Daten basieren. Ziel war vor diesem Hintergrund die Einführung eines gruppenweiten, einheitlichen Kennzahlen-Systems mithilfe eines modernen Business-Intelligence-Systems und damit die Ablösung bestehender Excel-Anwendungen. „DeltaMaster“ verknüpft aktuelle Daten aus SAP HANA, unter anderem aus der Finanzbuchhaltung, dem Vertrieb, der Produktion und anderen Quellen. Dabei verarbeitet er das Zahlenmaterial nutzerfreundlich und bedarfsgerecht für Self-Service-Anwendungen und visualisiert sie ansprechend und schnell erfassbar. Alle Zahlen lassen sich für Auswertungen zu einer Vielzahl an Fragestellungen bis zur kleinsten Einheit herunterbrechen; Abweichungen vom Plan werden auf einen Blick erkennbar. Datenbasis und Kennzahlen-Systematik sind für alle Werke einheitlich; somit haben alle Nutzer die gleiche Entscheidungsgrundlage. Der hohe Automatisierungsgrad der Lösung ermöglicht eine schnelle Datenintegration und -bereitstellung, hilft Fehler zu vermeiden und unterstützt ein zuverlässiges Reporting. Wissen „demokratisieren“ – Silos aufbrechen Der „DeltaMaster“ bedeutet für Klingele den Aufbruch in eine neue Datenkultur: Die intuitive Nutzung im Self-Service-Modus ermöglicht es den Mitarbeitenden, sich Erkenntnisse auf der Basis aktueller Daten selbständig zu erschließen. Damit können auch die Fachbereiche fundierte Entscheidungen treffen und auf neue Entwicklungen schneller reagieren. Darüber hinaus unterstützt die 360°-Sicht auf die Daten auch den Aufbruch von Silos und die Zusammenarbeit zwischen den Bereichen. Das fördert nicht nur den Wissenstransfer, sondern erweitert auch die Kompetenzen der Teams und das Verständnis für Zusammenhänge im Unternehmen. Zudem stellt „DeltaMaster“ eine enge Verbindung von analytischer und operativer Sicht her und unterstützt die strategische Planung des Unternehmens. Die Lösung soll deshalb zukünftig das Hauptsteuerungstool bei Klingele werden – zunächst in Deutschland, perspektivisch auch international. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung von BARC“, kommentiert Dr. Jan Klingele, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. „Denn sie zeigt uns, dass wir in punkto datengetriebene Unternehmenssteuerung wettbewerbsfähig aufgestellt sind und dafür moderne Technologien zeitgemäß und effizient nutzen. Mit „DeltaMaster“ werden wir die Transparenz in unserem Unternehmen und unsere Planungskompetenz signifikant steigern. Deshalb möchte ich auch dem Team, das die Entwicklung und Implementierung der Lösung bei uns vorangetrieben hat, an dieser Stelle ganz herzlich danken.“ www.klingele.com Wochenblatt Papierfabrikation 7.2022 20 DIGITALISIERUNG

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