Wochenblatt für Papierfabrikation 3/2022

INTERVIEW Vision einer klimaneutralen Papierproduktion KARTON Realistischere Bedarfsplanung LOGISTIK Flexibles und schnelles Papierrollen-Handling SPEZIALPAPIERE Selbstklebeetiketten – alles aus einer Hand FACHMAGAZIN FÜR DIE PAPIER- UND ZELLSTOFFINDUSTRIE PAPIERFABRIKATION WOCHENBLATT 03 MÄRZ 2022 D 11579 D 150. JAHRGANG

RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 54 TwinFlo Pr ime ANIMATION ANDRITZ AG ⁄ Stattegger Strasse 18 ⁄ 8045 Graz ⁄ Austria ⁄ andritz.com TOP MAHLLEISTUNG UND REDUZIERTER WARTUNGSAUFWAND Das innovative Design des TwinFlo Prime Einscheibenrefiners baut auf der technologischen Neuerung einer fixen Verbindung von Rotor und Welle auf. Profitieren auch Sie von den wichtigsten Vorteilen: • Sehr kleine Stellfläche für einfachen Transport, leichtere Installation und mehr Platz für Wartungsarbeiten • Höhere Energieeffizienz - bis zu 25% mehr Energieeintrag möglich • Geringerer Plattenverschleiß dank optimaler Sto˜zufuhr zu den Mahlzonen • Einfacher und schneller Tausch der Lager- und Dichtungseinheit • Sicherer und umweltfreundlicher Betrieb ohne Öl Besuchen Sie ANDRITZ.COM/TF-PRIME oder kontaktieren Sie uns für weitere Informationen: mech.pulp@andritz.com PULP & PAPER GEBALLTE LE ISTUNG IN SEHR KOMPAKTEM DESIGN TwinFlo Prime REFINER

Papierindustrie zieht Bilanz Wie der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE in seiner Jahresbilanz mitteilte, stieg die Produktion von Papier, Karton und Pappe 2021 über alle Sorten um beachtliche 8,3 Prozent von 21, 3 auf 23,1 Mio. Tonnen. Der Branchenumsatz stieg gegenüber 2020 deutlich von 12,6 Mrd. Euro um 22,8 Prozent auf 15,5 Mrd. Euro. Damit wurden auch die Werte des Vor-Corona Jahres 2019 überschritten. Damals hatte die Branche 22 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt und 14,3 Mrd. Euro umgesetzt. Papier und Karton für Verpackungen – mit 58,7 Prozent Produktionsanteil die größte Sortengruppe – lagen mit einem Plus von 9,0 Prozent über dem Schnitt. Dabei spielten die Nachfrage aus dem boomenden Online-Handel und der zu- nehmende Umstieg von Kunststoff- auf Papierverpackungen eine Rolle. Mit einem ebenfalls deutlichen Plus von 9,0 Prozent konnten auch die grafischen Papiere (Produktionsanteil 28,4 Prozent) erstmals nach einemmehrjährigen Rückgang wieder kräftig zulegen. Hier machte sich die deutlich gestiegene Nachfrage des Handels nach Print-Werbung bemerkbar, mit der die Verbraucher nach der Lockdown-Phase wieder verstärkt zum Konsum angeregt werden sollen. Auf Grund der in den letzten Jahren europaweit geschrumpften Produktionskapazitäten für Druckpapiere kam es jedoch zu temporären Lieferengpässen. Die Hygienepapiere (Produktionsanteil 6,4 Prozent) mussten nach den Hamsterkäufen des Jahres 2020 einen leichten Rückgang von zwei Prozent verzeichnen. Die technischen und Spezialpapiere (Produktionsanteil 6,5 Prozent) entwickelten sich mit einem Plus von knapp 11 Prozent überaus positiv. Der Produktionszuwachs der Papierindustrie wird jedoch von einer Kostenexplosion bei Energie- und Rohstoffen überschattet: Die Preise für Altpapier haben sich im Schnitt verdoppelt, die Kosten für den für die Papierindustrie wichtigsten Energieträger Gas in der Spitze verfünffacht, Strom teilweise vervierfacht. Zusätzliche Unsicherheiten schafft die Diskussion um Gaslieferungen im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in der Ukraine. Die Unternehmen erwarten zeitnah ein Konzept der Politik, wie die Versorgungssicherheit im Krisenfall sichergestellt werden kann. Dr.-Ing. Kerstin Graf Chefredakteurin Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 55 EDITORIAL

Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit den Mitteilungen der Papiertechnischen Stiftung (PTS) München, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt INTERVIEW 66 Modellfabrik Papier „Die Vision einer klimaneutralen Papierproduktion“ 68 Nachhaltige Papierproduktion im Fokus „Wir sind bereit für herausfordernde Ziele“ NACHHALTIGKEIT 70 Cradle to Cradle Certified® Silver Auszeichnung Zertifizierung für Gmund Colors PAPIERMASCHINENBAU 72 Neuer Rollenschneider für die PM4 Varel Fit für steigende Produktionsleistung PAPIERMASCHINENBAU 74 Neue Rollenschneidertechnologie Erfolgreicher Projektabschluss bei Papier- und Kartonfabrik Varel VERPACKUNGSPAPIERE 77 Von Zeitungsdruckpapier zu Wellpappenrohpapieren Umbauprojekt für Model Sachsen Papier in Eilenburg 78 Deutsche Hülsenindustrie unter Druck Kostensteigerungen belasten die Stimmung 80 Laakirchen Papier baut um Dreistellige Millionen-Euro-Investition für die Papiermaschine 11 SPEZIALPAPIERE 82 Selbstklebeetiketten – alles aus einer Hand Sappi präsentiert hochwertige Etiketten- und Silikonbasispapiere ZELLSTOFF 84 Flockenzellstoffsorte mit kleinerem CO2 Fußabdruck Neu im Portfolio bei Stora Enso Das Papiermacherwappen Die sogenannten „Papierer“ wurden in alter Zeit zusammen mit den Buchdruckern, Buchbindern und Glasern der Gilde der Maler zugeordnet und führten deshalb aucwh das Zeichen dieser Gilde: die Schildchen und den Ochsenkopf. Der geflügelte Ochse war der ständige Begleiter des Evangelisten Lukas, des Schutzheiligen der Maler. Er verdankt diese Ehre einer Verwechslung mit dem Mönch und Maler „il Santo Luca“. Eines der ersten Papierwasserzeichen, wie wir sie auch in Gutenbergs Bibeldrucken vorfinden, ist der Ochsenkopf. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen PapieringenieurVereins an der TU Dresden e. V. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der DHBW Karlsruhe Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e. V. Organ des Papierzenrtums Gernsbach Organ des Akademischen Papi ingenieur-Vereins e.V. an de DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitt ilungsblatt des Vereinigten P pierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit d Mitteilungen der Papiertechnischen Stiftung (PTS) Mü chen, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papi ringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen Pap eringeni ur-V reins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademische Papiering nieur-Ve eins an der TU D esden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papi rfachverbandes Münch e.V. Organ d s Papierzentrums Gernsbach Mit n Mitteilungen der Pap ertechnischen Stiftung (PTS) München, Heid nau Organ der Vereinigung Gernsbache Papiermacher e.V. Organ des Akademische Papieringeni ur-V reins e.V. n der TU Darmstadt Organ des Akademischen ier genieur-V eins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ A d ische Papi ring nieur-V reins an der TU Dresde e.V. Mitteilung blatt des Vereinigt n Papierf chverba des München e.V. Orga des Papi rzen ums Gernsbach Mit den Mitteilung n der Papiert ch ischen Stiftung (PTS) München, Heid nau Ver Organ A d ische Papi ringe ieur-Ver ins e.V. an d r TU Darmsta t Organ des Akad mischen Papiering ni ur-Vereins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieri g nieur-Ver ins an de TU resden e.V. Mitteilungsblatt des Ver inigt n Papierfachverba des ünchen e.V. Organ des Papierzentrums Ger sb ch Mit Mitteilun e der Papiert ch is n Stiftung (PTS) Mü chen, H idenau Organ des Akademischen Papiering ur-V r ins e.V. an der TU Darmstadt 72 Mit einer neuen Rollenschneidanlage und einem automatischen Tambourtransport kann die 2020 umgebaute Papiermaschine 4 der Papier- und Kartonfabrik Varel ihre Leistungskurve nun weiter steigern. Bild: PKV Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 56 INHALT

98 VERANSTALTUNG 102 EINKAUFSFÜHRER MARKTPLATZ 103 IMPRESSUM / SERVICE TITELBILD Gegründet am 19.Juli 2002, ist die Hatton Industrie Service GmbH heute ein mittelständisches Familienunternehmen mit einer Spezialisierung auf die technische Reinigung von Papiermaschinen. Eine besondere Ausrichtung des Unternehmens ist die Reinigung und Wartung der Runabilitysysteme. Um diese Kernkompetenz haben sich im Verlauf der Jahre eine Vielzahl von spezialisierten Arbeiten an der Papiermaschine und deren Nebenanlagen entwickelt. Über die Reinigung und Montage hinaus werden Kontrollaufgaben und Planungen zu Großreparaturen und parallel zur laufenden Produktion realisiert. KARTON 86 Realistischere Bedarfsplanung FFI-Blitzumfrage zur Situation in der Lieferkette von Faltschachtelkarton LOGISTIK 88 Flexibles und schnelles Papierrollen-Handling Demag Automatikkrane für Norske Skog in Golbey ABLAGERUNGSKONTROLLE 90 Innovative Lösung gegen Biofilme und Ablagerungen Einsatz von Ultraschalltechnik bei der Papierherstellung INSTANDHALTUNG 92 Mehr Sicherheit und höhere Effizienz rund um die Walze Anwendungstechnik und Serviceleistungen von SchäferRolls VEREINSTREFFEN 93 Papiermachermeister on Tour Herbstexkursion Vereinigung Gernsbacher Papiermacher 94 Quo Vadis 2040: Sicherstellung des Nachwuchses in der Papier- und Kartonindustrie VPM und Zellcheming Tagung digital über Microsoft Teams 92 SchäferRolls, ein weltweit etablierter Hersteller von Hochleistungswalzenbezügen aus Elastomer- und Compositewerkstoffen, weitet sein Produktangebot aus und legt vermehrt den Fokus auf Anwendungs- und Servicedienstleitungen rund um die Walze. Bild: SchäferRolls 94 34 Mitglieder und Gäste waren der Einladung des VPM zur gemeinsamen Jahrestagung des VPM und des Vereins Zellcheming gefolgt, um sich über die Sicherstellung des Nachwuchses in der Papier- und Kartonindustrie zu informieren. Bild: Klingele Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 57 INHALT

Transjet-Tacky-Industrial in der Anwendung Workshop-Ansicht: PrimeDry Hood-Technologie zur Verbesserung der Wärmeübertragungseffizienz und Optimierung der Trocknung QualiFlex Pressmantel QView Bild: ANDRITZ Bild: SAPPI Bild: Voith ANDRITZ liefert Trocknungs-, Luft- und Energietechnologie für das Hygienegeschäft von Essity in Menasha, Wisconsin, USA Andritz In den nächsten fünf Jahren sieht Sappi einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Sublimationspapieren Sappi Der QView Pressmantel wurde entwickelt, um Schaden im Inneren sichtbar zu machen Voith Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 58 BRANCHE

Filztuchfabrik Rodewisch Neuer Webauftritt Modernes Design, zielgruppenorientiert und nutzerfreundlich – so präsentiert sich der neue Webauftritt der Filztuchfabrik Rodewisch GmbH. Seit Ende 2021 erscheint die Website der Filztuchfabrik Rodewisch GmbH in einem neuen Gewand. Mit dem Relaunch der Website www.rodewisch.com und einer neu entwickelten Online-Marketing-Strategie wurde so der Grundstein für das digitale Zeitalter, sowie eine neue Vermarktungsstrategie mit grundsätzlicher Zielgruppenansprache gelegt. Ziel des Web-Relaunches war, den Internetauftritt den aktuellen Webstandards anzupassen und die Inhalte nach den Bedürfnissen unserer PMC Kunden neu zu strukturieren. Es können nun schneller und einfacher gewünschte Informationen zu unseren Bespannungs-Qualitäten, Materialarten und deren Anwendungen und Vorteile zur Verfügung gestellt werden. Im Fokus steht dabei eine Neuausrichtung der Zielgruppenansprache in Form einer Online Marketing-Strategie, welche sich parallel als neuer Vertriebskanal entwickelt. „Auch in der Papierindustrie findet die Informationssammlung über Zulieferer und Markbegleiter zunehmend online statt. Eine persönliche Beratung ist im breiten Feld der PMC natürlich nicht zu ersetzen, dennoch bieten wir für Kunden und Stakeholder ergänzend eine jederzeit verfügbare digitale Unterstützung an.“ Zu den Kunden der Firma Filztuchfabrik Rodewisch GmbH gehören Produzenten eines breiten Spektrums an Papier und Karton. Am Standort Lengenfeld wurden 2020 1,5 Mio. EUR investiert und der Plan des kontinuierlichen Ausbaus der Produktionsanlagen weiterverfolgt. Um weiterhin einer der schnellsten PMC Lieferanten am Markt zu sein, sind für 2022 weitere 500.000 EUR Investitionen geplant. „Auch zu den allseits bekannten Schwierigkeiten der Zulieferer in Pandemiezeiten, ist es uns gelungen, durch schnelle Reaktion und kurze Lieferzeiten ein verlässlicher Partner zu sein!“ Über Filztuchfabrik Rodewisch GmbH Die Filztuchfabrik Rodewisch wurde 1874 gegründet und agiert seit 1994 als GmbH in der Branche unter dem Namen „Rodewisch“. 55 Mitarbeiter sind am Standort Lengenfeld in Sachsen beschäftigt und produzieren Bespannungen für Papiermaschinen von höchster Qualität. www.rodewisch.com Koehler Paper Mitglied bei Paper Profile Seit Januar 2022 ist Koehler Paper, ein Teil der Koehler-Gruppe, Mitglied von Paper Profile. Dies ist ein Zusammenschluss europäischer Zellstoff-, Papier- und Kartonhersteller und wurde im Jahr 2000 gegründet. Paper Profile bietet eine einheitliche Berichtsform von Produkt-Umweltinformationen, die in Zusammenarbeit mit dem Handel und Industrieverbänden von führenden Zellstoff-, Papier- und Kartonherstellern entwickelt wurde. Sie sieht imWesentlichen Angaben zur Zusammensetzung des Produkts, zu zentralen Umweltparametern, zum Umweltmanagement und zum Holz- und Faserstoffeinkauf vor. Dies ermöglicht den Käufern von Zellstoff, Papier und Karton fundierte Produktentscheidungen zu treffen. Paper Profile Mitglieder verpflichten sich dazu, die Auswirkungen ihrer Produktion auf die Umwelt zu minimieren. Die durchgeführten Maßnahmen beinhalten Verbesserungen in den Produktionsprozessen wie auch Emissionsüberwachung für Luft und Wasser. Für die Produktion werden zum größten Teil erneuerbare Energieträger verwendet. „Mit dieser Grundlage passt Paper Profile ganz hervorragend zu Koehler und seinen Nachhaltigkeitszielen“, sagt Jens Kriete, Nachhaltigkeitsmanager bei Koehler. Über die konsequente Erfüllung der strengen Umweltanforderungen hinaus, ist die europäische Zellstoff- und Papierindustrie seit Jahrzehnten Vorreiter transparenter Umweltberichterstattung an Behörden, Interessensgruppen und Kunden. Mehr zur Koehler-Gruppe Die Koehler-Gruppe wurde 1807 gegründet und ist von Beginn an bis heute familiengeführt. Das Kerngeschäft der Gruppe liegt in der Entwicklung und Produktion von hochwertigen Spezialpapieren. Dazu zählen unter anderem Thermopapiere, Spielkartenkarton, Getränkeuntersetzer, Feinpapiere, Selbstdurchschreibepapiere, Recyclingpapiere, Dekorpapiere, Holzschliffpappe, Sublimationspapiere und seit 2019 auch innovative Spezialpapiere für die Verpackungsindustrie. In Deutschland verfügt die KoehlerGruppe mit ihren rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über fünf Produktionsstandorte, drei weitere befinden sich in den USA. Die Gruppe ist international tätig, der Exportanteil lag 2020 bei 70 %, bei einem Jahresumsatz von rund 800 Mio. Euro. Als energieintensives Unternehmen investiert Koehler mit seinem Geschäftsbereich Koehler Renewable Energy in erneuerbare Energieprojekte wie Windenergie, Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse. Die Koehler-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu produzieren, als für die Papierproduktion benötigt wird. www.koehler.com Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 59 BRANCHE

Europapier Auf Akquisitionskurs im Bereich Hygiene & Verpackung Europapier International AG, ein Tochterunternehmen der HEINZEL GROUP, hat eine Vereinbarung zum Erwerb von 100% der Anteile an AtWill s.r.o., einem tschechischen Papierhändler mit Geschäftstätigkeit in der Tschechischen Republik und der Slowakei, unterzeichnet. AtWill ist auf den Verkauf von Spezialpapieren für Kassensysteme im Einzelhandel und für Verpackungsanwendungen in der Industrie spezialisiert. Der führende Papiergroßhändler Europapier expandiert seit einigen Jahren in neue Märkte und Geschäftsfelder, um den sich ständig ändernden Bedürfnissen der Kunden in Zentral- und Osteuropa gerecht zu werden. Von mehr als 60 Lagerhäusern in 13 CEE- und CIS-Staaten aus bedient Europapier Kunden mit einem Produktportfolio von mehr als 50.000 Artikeln in Geschäftsbereichen wie Druck & Bürobedarf, Verpackung, Design- & Spezialpapiere, Digitaldruckpapiere, visuelle Kommunikation, Verpackungslösungen und Hygieneprodukte. Die jüngste Akquisition von AtWill fügt sich in die Strategie ein, aktiv Unternehmen in CEE & CIS zu erwerben, die in den Bereichen Hygiene und Verpackung tätig sind. Im 4. Quartal 2021 schloss Europapier auch den Erwerb anderer Vermögenswerte ab, darunter die gesamten Kunden- und Lieferantenlisten sowie das Inventar von Saneco d.o.o. in Slowenien und Kikoshop s.r.o. in der Slowakei. Beide Unternehmen sind Experten für den Verkauf und Vertrieb von Hygiene- und Lebensmittelverpackungsprodukten. Helmut Limbeck, Chief Executive Officer von Europapier, kommentierte die Übernahmen wie folgt: „Die heutige Ankündigung der Übernahme von AtWill passt gut zu den Akquisitionen, die wir im vergangenen Jahr getätigt haben. Dies bestätigt die Strategie von Europapier: unsere Ambition für organisches Wachstum im Bereich Hygiene und Verpackung.“ Über die HEINZEL GROUP Die unter dem Dach der Heinzel Holding vereinte HEINZEL GROUP zählt mit ihren Produktionsunternehmen Zellstoff Pöls (Österreich), Laakirchen Papier (Österreich), Raubling Papier (Deutschland) und Estonian Cell (Estland) zu den wichtigsten Herstellern von Marktzellstoff und Verpackungspapieren in Mittel- und Osteuropa. Abgerundet wird das Portfolio durch Magazinpapier. Der Handelsbereich umfasst mit heinzelsales ein weltweit tätiges Handelshaus für Zellstoff, Papier und Karton sowie mit Europapier Internat iona l das führende Papiergroßhandelsunternehmen in Mittel- und Osteuropa. Bunzl & Biach schließlich ist der größte und bedeutendste Altpapierhändler Österreichs und ein führender Großhändler in Zentral- und Osteuropa. www.europapier.at Papierindustrie NRW Positionspapier zur Landtagswahl Im Vorfeld der Landtagswahl am 15. Mai hat die nordrhein-westfälische Papierindustrie jetzt ein Positionspapier veröffentlicht, in dem sie deutlich macht, welche politischen Voraussetzung geschaffen werden müssen, damit die Branche ihren Beitrag zur Umsetzung einer klimaneutralen Industrieproduktion leisten kann. Zentrale Forderung ist die nach einer sicheren und stabilen Energieversorgung, die den Unternehmen den wirtschaftlichen Spielraum für die notwendigen Investitionen in die Klimaneutralität schafft. Weiter fordert die Papierindustrie einen konsequenten Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Damit die Erfassungs- und Einsatzquoten bei Altpapier weiter gesteigert werden können, müsse Altpapier als Rohstoff eingestuft und behandelt werden. Auf der Agenda stehen auch bessere Rahmenbedingungen für eine effizientere Logistik, etwa durch den Einsatz von Lang-Lkw oder die vermehrte Verlagerung von Transporten auf die Bahn. In Nordrhein-Westfalen produzieren über 7.000 Menschen in rund 30 Betrieben Papier, Karton und Pappe für Industrie, Handel, Verwaltung und privaten Konsum. Die nordrhein-westfälischen Papierhersteller erwirtschaften einen Umsatz von 2,3 Mrd. Euro. Link zum Positionspapier: https://wv.papierindustrie.nrw/fileadmin/WV_papierindustrie_NRW/03_dokumentendepot/9_Publikationen/2022-02-22_Positionen_zur_Landtagswahl.pdf www.wv.papierindustrie.nrw Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 60 BRANCHE

Drewsen Spezialpapiere Preiserhöhung für Spezialpapiere zum 1. April Aufgrund massiver und anhaltender Kostensteigerungen in den Bereichen Energie und Rohstoffe, insbesondere für Zellstoffe, erhöht DREWSEN SPEZIALPAPIERE die Preise für seine ungestrichenen holzfreien Papiere in erheblichem Umfang für Lieferungen ab dem 1. April 2022. Kunden werden direkt vom DREWSEN-Verkaufsteam kontaktiert. DREWSEN SPEZIALPAPIERE ist ein weltweit operierender Hersteller von Spezialpapieren mit Sitz in Lachendorf, Deutschland. Bei einer Jahreskapazität von 165.000 Tonnen umfasst das Produktportfolio drei Produktgruppen: PROSECURA Sicherheitspapiere, PROFINO Druck- und Verpackungspapiere und PROTECH Technische Papiere. Seit 2019 bietet die Gruppe SUSTAINABLE PAPER SOLUTIONS Lösungen zum Thema „Papier statt Plastik“ an. Mit über 400 Mitarbeitern erwirtschaftet DREWSEN als unabhängiges Familienunternehmen einen Jahresumsatz von 169 Mio. €. In vielen Marktsegmenten übernimmt DREWSEN SPEZIALPAPIERE die marktführende Position und überzeugt mit hochqualitativen Produkten und individuellem Service. www.drewsen.com Andritz Trocknungs-, Luft- und Energietechnik für Essity, USA Der internationale Technologiekonzern ANDRITZ wird Trocknungs-, Luft- und Energietechnologie für das professionelle Hygienegeschäft von Essity für seine Tissuemaschinen PM3 und PM4 in seinemWerk in Menasha, Wisconsin, USA, liefern. Start-ups werden für Ende 2022 geschätzt. Die ANDRITZ-Anlagen ermöglichen eine nachhaltige und ressourcenschonende Produktion und umfassen: – Prim Dry Hood HT (Hochtemperatur) und Luftsysteme für PM3 – die ANDRITZ-Hauben für PM4 und PM15 wurden kürzlich erfolgreich in Betrieb genommen. – Ein 18-Fuß-PrimeDry Steel Yankee für PM4 mit Kopfisolierung für Energieeffizienz und ANDRITZ-eigener Metallisierung – PrimeCoat Stratos – für höhere Härte und verlängerte Yankee-Lebensdauer. Die ANDRITZ-Trocknungsanlagen werden es den Tissuemaschinen im Werk Menasha ermöglichen, mit Geschwindigkeiten von bis zu 2.000 m/min mit Produkten für eine Vielzahl von Flächengewichten zu arbeiten. Der Lieferumfang umfasst Installationsberatung, Inbetriebnahme, Inbetriebnahme und Schulung. Mark Phiscator, Engineering Service Director von Essity North America, erklärt: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen neue und verbesserte Produktionslösungen mit einem kleineren ökologischen Fußabdruck innovieren und implementieren. Und das erwarten wir auch von unseren Lieferanten. Aus diesem Grund haben wir uns für die Modernisierung unserer beiden Tissuemaschinen für die Zusammenarbeit mit ANDRITZ entschieden. Wir arbeiten seit langem mit dem ANDRITZ Tissue-Team in Montreal zusammen und schätzen deren Expertise sehr.“ Essity ist ein weltweit führendes Hygiene- und Gesundheitsunternehmen, das in rund 150 Ländern tätig ist und professionelle Hygieneprodukte unter der weltweit führenden Marke Tork® vertreibt. Dieser Auftrag bestätigt einmal mehr die hervorragende Geschäftsbeziehung zwischen ANDRITZ und Essity. www.andritz.com Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 61 BRANCHE Formatschneiden / Rollenschneiden / Papierservice Verpackungspapiere / Grafische Papiere / Spezialpapiere / Verbundstoffe PAPIER KOMMT IN FORM Papierverarbeitung Golzern GmbH . info@pv-golzern.de . +49 34385 5060-0 www.pv-golzern.de

Papierindustrie Bilanz 2021 Deutlicher Aufschwung wird von Kostenexplosion überschattet Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie hat im vergangenen Jahr einen enormen Nachfragezuwachs verzeichnet. Der Aufschwung wurde jedoch von dramatischen Steigerungen der Energie-, Rohstoff- und Logistikkosten belastet. Große Besorgnis hegt die Branche hinsichtlich der Versorgung mit Gas im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Wie der Verband DIE PAPIERINDUSTRIE in seiner Jahresbilanz mitteilte, stieg die Produktion von Papier, Karton und Pappe 2021 über alle Sorten um beachtliche 8,3 Prozent von 21, 3 auf 23,1 Mio. Tonnen. Der Branchenumsatz stieg gegenüber 2020 deutlich von 12,6 Mrd. Euro um 22,8 Prozent auf 15,5 Mrd. Euro. Damit wurden auch dieWerte des Vor-Corona Jahres 2019 überschritten. Damals hatte die Branche 22 Mio. Tonnen Papier, Karton und Pappe hergestellt und 14,3 Mrd. Euro umgesetzt. Papier und Karton für Verpackungen – mit 58,7 Prozent Produktionsanteil die größte Sortengruppe – lagen mit einem Plus von 9,0 Prozent über dem Schnitt. Dabei spielten die Nachfrage aus dem boomenden Online-Handel und der zunehmende Umstieg von Kunststoff- auf Papierverpackungen eine Rolle. Mit einem ebenfalls deutlichen Plus von 9,0 Prozent konnten auch die grafischen Papiere (Produktionsanteil 28,4 Prozent) erstmals nach einemmehrjährigen Rückgang wieder kräftig zulegen. Hier machte sich die deutlich gestiegene Nachfrage des Handels nach Print-Werbung bemerkbar, mit der die Verbraucher nach der Lockdown-Phase wieder verstärkt zum Konsum angeregt werden sollen. Auf Grund der in den letzten Jahren europaweit geschrumpften Produktionskapazitäten für Druckpapiere kam es jedoch zu temporären Lieferengpässen. Die Hygienepapiere (Produktionsanteil 6,4 Prozent) mussten nach den Hamsterkäufen des Jahres 2020 einen leichten Rückgang von zwei Prozent verzeichnen. Die technischen und Spezialpapiere (Produktionsanteil 6,5 Prozent) entwickelten sichmit einemPlus von knapp 11 Prozent überaus positiv. Getrieben wurde die Nachfrage vor allem von Dekorpapieren für Möbel und technische Papiere für den Industriebedarf. Der Produktionszuwachs der Papierindustrie wird jedoch von einer Kostenexplosion bei Energie- und Rohstoffen überschattet: Die Preise für Altpapier haben sich im Schnitt verdoppelt, die Kosten für den für die Papierindustrie wichtigsten Energieträger Gas in der Spitze verfünffacht, Strom teilweise vervierfacht. Viele Unternehmen sehen laut einer Umfrage des Verbandes Schwierigkeiten, die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzugeben. Rund 30 Prozent halten deshalb sogar temporäre Produktionsstopps für möglich. Zusätzliche Unsicherheiten schafft die Diskussion um Gaslieferungen im Zusammenhang mit dem russischen Einmarsch in der Ukraine. Die Unternehmen erwarten zeitnah ein Konzept der Politik, wie die Versorgungssicherheit im Krisenfall sichergestellt werden kann. www.papierindustrie.de Voith Neuer QualiFlex Pressmantel QView Bahnabrisse und Papierstaus gehören zu den seltenen, aber realen Problemen bei der Papierherstellung. Bei jedem dieser Vorfälle können unsichtbare Schäden im Inneren des Pressmantels entstehen. Als jüngstes Mitglied der QualiFlex-Familie wurde der QView Pressmantel entwickelt, um Schäden im Inneren sichtbar zu machen und Papierherstellern zu helfen, Maßnahmen zu ergreifen, bevor es zu schwerwiegenden Ausfällen kommt. Der innovative Pressmantel ist die vorausschauende Wartungslösung für Karton- und Verpackungspapiermaschinen und ergänzt das bewährte und etablierte Portfolio der Voith QualiFlex Pressmäntel. Die Vorteile des QView werden durch zwei einzigartige und neuartige Merkmale erreicht. Zum ersten Mal werden gefärbtes Schmieröl und ein speziell gefärbtes Polyurethan für den Pressmantel verwendet. Mögliche Risse im Pressmantel absorbieren das eingefärbte Öl, und unter UV-Licht wird ein starker Kontrast zwischen dem intakten, ölfreien Bereich und der Beschädigung sichtbar. Durch seine spezielle Farbe lässt der innovative Pressmantel das UV-Licht durchscheinen und erleichtert so die Inspektion sowie eine vorausschauende Wartung. QView fungiert somit als Frühwarnsystem und reduziert ungeplante Stillstände der Papiermaschine bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung. „Der QView Pressmantel hat nicht nur eine hervorragende Laufleistung sowie eine gute Rissfestigkeit, sondern hilft auch, Ölleckagen zu vermeiden“, sagt Christina Bauer, Global Product Manager Press Section & QualiFlex bei Voith Paper. „In Kombination mit der frühzeitigen Schadenserkennung macht der QView Pressmantel dem Kunden das Leben leichter und spart Ressourcen.“ www.voith.com Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 62 BRANCHE

Sappi Ausbau Kompetenzzentrum für Sublimationspapiere In den nächsten zwei Jahren wird Sappi einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren, um sein Kompetenzzentrum für Spezialpapiere am Standort Carmignano, Norditalien, auszubauen. Mit dieser Investition plant das Unternehmen, die Produktionskapazität zu erhöhen, um das weitere Wachstum im bestehenden Farbsublimationsgeschäft in Kombination mit einem verbesserten erstklassigen Service und Durchlaufzeiten zu unterstützen. Bereits 2018 erkannte Sappi die Bedeutung von Sublimationspapier für den digitalen Transferdruck. Sie übernahm das Spezialpapiergeschäft der Cham Paper Group, einer international im Spezialpapierbereich tätigen Schweizer Unternehmensgruppe mit Hochleistungswerken in Carmignano und Condino (Italien). Die Eröffnung des Digital Solutions Centre in Carmignano ein Jahr später unterstützte die Einführung weiterer Produktinnovationen im Bereich des Sublimationsdrucks – zum Beispiel des Transjet Tacky Industrial und des Transjet Drive. Nun bekennt sich Sappi weiter zum Standort in der Nähe von Venedig: Mit einer Investition von mehreren Millionen Euro wird das Carmignano „Centre of Excellence“ bis Ende 2023 weiter gestärkt. „Unsere Sublimationspapiere sind ideal für eine Vielzahl von Produkten in den Bereichen Fashion, Heimtextilien, Sportbekleidung, Soft Signage und Hartsubstrat. Sie funktionieren außergewöhnlich gut bei maximaler Tintenübertragung und minimalem Tintenverbrauch. In den nächsten fünf Jahren sehen wir einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach diesen Papieren“, sagt Luis Mata, Sales Director Packaging & Digital Solutions. Und deshalb erweitern wir jetzt unsere Kapazitäten.“ Baubeginn ist Mitte des Jahres. „Durch die Erweiterung unseres Werks in Carmignano können wir eine komplette Inhouse-Lösung für Sublimationspapiere von der Entwicklung und Produktion bis hin zum Versand anbieten. Dies wird es uns ermöglichen, die höchsten Qualitätsstandards in allen Produktionsschritten einzuhalten und unseren Kunden einen erstklassigen Service zu bieten, während wir uns positiv auf unsere CO2-Emissionen auswirken“, sagt Pierluigi Masi, Direktor der Papierfabrik in Carmignano. Der Umbau soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. www.sappi.com + Informationen Erfahren Sie mehr aus der Branche, immer aktuell. www.fibers-in-prozess.de Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 63 BRANCHE MWN NIEFERN MASCHINENFABRIK GMBH Bahnhofstr. 51 - 53, D - 75223 Niefern Öschelbronn Germany Telefon: +49(0) 7233 / 75 - 0 Telefax: +49(0) 7233 / 75 - 11 Internet: www.mwn-niefern.de Email: info@mwn-niefern.de MASSGESCHNEIDERTE PREMIUM LÖSUNGEN SAUGWALZEN FUNKTIONSWALZEN CFK - WALZEN BREITSTRECKWALZEN

Felix Schoeller Group Das Board of Executives in neuer Formation Stephan Igel (CSO EMEA) scheidet aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus. Seine Nachfolge wird vorerst nicht neu besetzt. Eine weitere Änderung erfolgte zum 1. Januar 2022. Yong Li Gao wurde in seiner Funktion als Vice CEO APA in das BoE des weltweit agierenden Spezialpapierherstellers bestellt. Er folgt damit auf Peter Cornelißen, der zum Jahreswechsel in den Ruhestand getreten ist. Stephan Igel verlässt das Unternehmen Stephan Igel, Chief Sales Officer Europe Middle East Africa (CSO EMEA) der Felix Schoeller Group, hat das Unternehmen aus persönlichen Gründen und auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung verlassen. Stephan Igel war seit dem Jahr 1992 in mehreren Funktionen für die Gruppe tätig. Zuletzt verantwortete er seit dem Jahr 2020 aus dem BoE heraus den Gesamtvertrieb EMEA sowie den Einkauf der Gruppe. „Als Mitglied der Geschäftsführung hatte Stephan Igel maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Internationalisierung der Gruppe und am strategischen Ausbau unseres Dekorgeschäfts. Für seine Leistung danken wir ihm außerordentlich. Wir bedauern sein Ausscheiden und wünschen ihm für seine persönliche und beruf liche Zukunft alles Gute“, so HansChristoph Gallenkamp, CEO der Felix Schoeller Group. Die Aufgaben von Stephan Igel werden vorerst innerhalb der Geschäftsleitung neu verteilt. Peter Cornelißen in den Ruhestand verabschiedet; Yong Li Gao neu in das BoE bestellt. Die Felix Schoeller Group hat Yong Li Gao mit Wirkung zum 1. Januar 2022 zum neuen Mitglied des BoE ernannt. In seiner Funktion als Vice Chief Executive Officer APA (Vice CEO APA) trägt Yong Li Gao die Regionalverantwortung für das Unternehmen in der Region Asia Pacific und hier speziell China. Herr Li Gao tritt im BoE die Nachfolge von Peter Cornelißen an. Peter Cornelißen war seit dem Jahr 2002 für den weltweit agierenden Spezialpapierhersteller tätig. Von 2002 bis 2017 war er Chief Financial Officer (CFO) und Geschäftsführer der Felix Schoeller Group. Zum Jahr 2018 ging Peter Cornelißen für das Unternehmen nach China, um als Mitglied im Board of Directors (BoD) und in der Rolle des BoD Advisors maßgeblich das Joint Venture Winbon Schoeller New Materials Co., Ltd mitaufzubauen. Nach seinem Ausscheiden aus dem BoE der Felix Schoeller Group wird Peter Cornelißen bis auf weiteres beratend und unterstützend für die Weiterentwicklung des Joint Ventures Winbon Schoeller New Materials tätig sein. Der 53-jährige Yong Li Gao ist seit dem 1. September 2020 bei der Felix Schoeller Group. Zunächst war er als Deputy Vice CEO APA tätig, bevor er zum 1. Januar 2021 als Chief Representative die Leitung des Vertriebsbüros in Shanghai übernahm. Zum 1. April 2021 wurde Yong Li Gao die Rolle des Vice CEO APA übertragen. Zum 1. Januar 2022 erfolgte die Bestellung in das BOE der Felix Scholler Group. „Wir freuen uns sehr, Yong Li Gao als neues Mitglied des BoEs der Felix Schoeller Group begrüßen zu dürfen“, erklärt HansChristoph Gallenkamp. „Yong Li Gao verfügt über langjährige operative und strategische Erfahrungen im internationalen Industrieumfeld. Seine Expertise wird nachhaltig zum Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten in Asien und vor allem in China beitragen.“ Das BoE der Felix Schoeller Group besteht nun aus Hans-Christoph Gal lenkamp (CEO/CSO), Georg Haggenmüller (COO), Matthias Breimhorst (CFO), Michael Szidat (CEO NA) und Yong Li Gao (CEO APA). www.felix-schoeller.com Bild: T.CON Bilder: Felix Schoeller Stephan Igel Peter Cornelißen Yong Li Gao Eva Heuer Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 64 PERSONEN

T.CON Erweiterung des Gesellschafterkreises beim SAP Gold Partner Die T.CON GmbH & Co. KG, Plattling, erweitert ihre Eigentümerrunde um ein neues Mitglied: Eva Heuer ergänzt seit dem 01.01.2022 den Gesellschafterkreis. Aktuell verantwortet sie imManagement Board, der erweiterten Geschäftsführung der T.CON, die Themen Personal, Organisationsentwicklung und Unternehmens- kultur. Diese Aufgabe wird sie auch weiterhin wahrnehmen. Seit mehr als 20 Jahren berät die T.CON Unternehmen bei der Digitalisierung zentraler Geschäftsprozesse mit Hilfe von SAP-Software und hat inzwischen den Status SAP Gold Partner. „Eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ist uns sehr wichtig. Dazu gehört auch, dass wir Gründungsgesellschafter uns frühzeitig Gedanken über Regelungen machen, um unsere Firma auch für die Zukunft stabil und verlässlich aufzustellen“, sagt der Sprecher der T.CON-Geschäftsführung, CEO Karl Fuchs. „Mit dem Einstieg von Thomas Blöchl in die Gesellschafterrunde im Jahr 2019 haben wir einen ersten Schritt gemacht. Nun begrüßen wir mit Evi unsere erste Gesellschafterin.“ Eva Heuer ist 41 Jahre alt. Sie kam im April 2002 zur T.CON. Nach verschiedenen Stationen im Personal- Umfeld übernahm sie im Oktober 2017 die Leitung der Personalabteilung bei T.CON. Seit Januar 2019 ist Heuer als Personalverantwortliche Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung. Dabei liegt ein Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der internen Weiterentwicklung des Unternehmens hin zu einer agilen und weitgehend hierarchie-freien Netzwerkorganisation. „Evi hat einen unschätzbaren Anteil an der Entwicklung unserer vom Prinzip Freiheit und Verantwortung geprägten Unternehmenskultur, die die Grundlage für unsere erfolgreiche Arbeit darstellt“, sagt Karl Fuchs. Einen Arbeitsschwerpunkt sieht Eva Heuer darin, das weitere Personalwachstum der T.CON voranzutreiben. „Wir sind in einem dynamischen Geschäftsfeld unterwegs und haben ambitionierte Ziele“, sagt sie. „Um sie zu erreichen, brauchen wir neben vielen neuen Talenten auch weiter unsere von Eigeninitiative, Agilität und Selbstorganisation geprägte Unternehmenskultur. Meine Aufgabe ist es, auch in einer stark wachsenden Organisation dafür den richtigen Rahmen zu schaffen.“ Zum Eigentümerkreis der T.CON gehören neben Heuer vier Mitglieder der Geschäftsführung der T.CON: Gesellschafter sind die Gründer Karl Fuchs, Stefan Fiedler und Michael Gulde sowie seit 2019 Thomas Blöchl. Als Mitglied des Management Boards wird Eva Heuer weiterhin die Themen Personal, Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur verantworten. Karl Fuchs bleibt CEO und Sprecher der Geschäftsführung. Als CFO verantwortet Michael Gulde den Bereich Finanzen. CIO Stefan Fiedler steuert IT und Infrastruktur. Thomas Blöchl übernimmt als Chief Operations Officer (COO) die Verantwortung für das operative Geschäft. www.team-con.de Neuer technischer Geschäftsführer bei Steinbeis Papier Am 14. Februar 2022 startete Andreas Rauscher neben Ulrich Feuersinger als neuer Geschäftsführer der Steinbeis Papier GmbH am Standort Glückstadt. Er verantwortet von da an die Bereiche Technik, Produktion sowie Forschung und Entwicklung. „40 Jahre Erfahrung in der ökologisch-integrierten Papierproduktion – heute zählt Steinbeis Papier zu den erfolgreichsten Unternehmen in Europa auf diesem Gebiet. An diese Führungsrolle ist auch Verantwortung für die Zukunft geknüpft, die wir mit Innovationsgeist mitgestalten wollen. Ein Bereich, der dazu beiträgt, ist unsere technische Evolution. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, ist die Digitalisierung der Produktion eines unserer Kernthemen. Mit Andreas Rauscher als neuem technischen Geschäftsführer wollen wir die Technologie in der Recyclingpapier produzierenden Branche ausbauen“, sagt Ulrich Feuersinger, Sprecher der Geschäftsführung und für die Bereiche Finanz- und Rechnungs-wesen, IT, Personalwesen, Supply-ChainManagement sowie Verkauf und Marketing verantwortlich. Andreas Rauscher tritt mit allerhand Erfahrungswerten aus der Papierbranche in Glückstadt an: Zuletzt war der 56-jährige für die Zellstoff Pöls AG tätig. Bei dem österreichischen Unternehmen führte er ab Mitte 2018 als CEO die Zellstoffproduktion und Produktion von Kraftpapier. Nach seinem Studium zum Diplomingenieur Verfahrenstechnik konnte sich Andreas Rauscher als Experte und Führungskraft in unterschiedlichen leitenden Funktionen etablieren: der Einstieg gelang ihm bei MD Papier in Plattling. Sein Weg führte ihn weiter zum UPM Konzern in Steyrermühl, wo er bald darauf am Standort in Schwedt den Werksleiterposten übernahm. Mit seiner anschließenden Tätigkeit als Technischer Geschäftsführer in einem Werk der delfortgroup in Finnland konnte er seine Führungsstärke und sein technisches Know-how noch mal unterstreichen. So empfahl Andreas Rauscher sich auch für die Geschäftsführerposition bei Steinbeis Papier. „Steinbeis Papier ist die führende Adresse im Bereich Recyclingpapiere. Mit der technisch hoch versierten Kreislaufwirtschaft setzt das Unternehmen samt all seinen Mitarbeiter:innen Maßstäbe hinsichtlich Ökologie und Nachhaltigkeit. Ich bin sehr gespannt auf meine neue Aufgabe und freue mich darauf, zu dem hier ausgeprägten Innovationsgeist meinen Beitrag zu leisten“, sagt Andreas Rauscher. www.stp.de Andreas Rauscher Bild: STP Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 65 PERSONEN

Modellfabrik Papier „Die Vision einer klimaneutralen Papierproduktion“ „ Potentiale für die Papierindustrie im Sinne der Nachhaltigkeit und biobasierter Produkte sehen wir insbesondere beim Thema CO2- Einsparung, Erschließung neuer nachwachsender oder biobasierter Rohstoffe sowie der Minimierung des Wasserverbrauchs.“ Im Gespräch mit Peter Bekaert Bilder: MFP Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 66 INTERVIEW

anderen Industrien wie beispielsweise der Lebensmittelindustrie bezüglich Flächennutzung zu geraten und gleichzeitig die hohe Recyclingquote von 79 Prozent aufrechtzuerhalten. Was sind die größten Herausforderungen für Ihre Kunden aus der Industrie und wie kann der Maschinenbau dabei helfen? Die größte Herausforderung wird der politische und gesellschaftliche Druck auf die Entwicklung CO2-neutraler und noch umweltschonenderer Produkte sein. Sowohl für die Entwicklung von Technologieträgern zur Forschung als auch für neue Verfahren der Papierfertigung braucht die Modellfabrik Papier Unterstützung aus dem Maschinenbau. Dafür haben wir bereits drei Partner aus dieser Industrie in unserem Gesellschafterkonsortium und freuen uns über weiteres Interesse aus dem Maschinen- und Anlagenbau. Sind die Herausforderungen in Ihrer Branche regional unterschiedlich oder global dieselben? Es gibt deutliche regionale Unterschiede in unserer Branche. Diese sind an erster Stelle begründet in der Verfügbarkeit und dem Einsatz von wahlweise Frischfasern oder rezyklierten Sekundärfasern. Mit der hohen Recyclingquote von Papier haben deutsche Papierhersteller zum Teil andere Interessen als die nordeuropäischen Papierhersteller mit einer hohen Verfügbarkeit von Frischfasern. Die regionale Verfügbarkeit von Energie für die energieintensive Papierindustrie spielt ebenfalls eine zentrale Rolle. Andererseits sind alle Unternehmen in der Branche von gleichen äußeren Faktoren wie steigenden Energiepreisen und nationaler sowie internationaler Gesetzgebung etwa in Bezug auf CO2-Emissionen betroffen. Daher sind die Entwicklungen der Modellfabrik Papier regional im Rheinischen Revier verankert und werden auch Ausstrahlungskraft auf nationale und internationale Ebene haben. Bis Mitte des Jahrhunderts wollen die führenden Industrienationen klimaneutral wirtschaften. Braucht es eine politische Flankierung hin zur Bio- ökonomie? Wenn ja, was erwarten Sie konkret von der Politik? Innovationen und grundlegend nachhaltige Forschung brauchen eine starke politische Unterstützung. Die Signale aus der Politik sind positiv. Es gilt, einen unbürokratischen und pragmatischen Zugang zur Unterstützung zu schaffen, damit die notwendige Geschwindigkeit an Innovationen und Investitionen sichergestellt ist. Wir brauchen maximale Zuverlässigkeit bei möglichst hoher Flexibilität. Über den VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik Der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik ist das Sprachrohr von rund 170 Herstellern von Anlagen und Systemen für die Bereiche Druck und Druckverarbeitung, Papierherstellung und -verarbeitung sowie Hilfsmittel und Geräte aus Europa. Damit vertritt er rund 90 Prozent der Branche. Der Fachverband bietet seinen Mitgliedern Leistungen an, zum Beispiel zu Themen wie Messen, Öffentlichkeitsarbeit, Technik und Forschung. www.vdma.org/drucktechnik-papiertechnik In der Interviewreihe „Bioökonomie – Quo vadis“ be- fragt der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik seine Mitgliedsunternehmen und Anwender zu ihren Plänen, Lösungen und Herausforderungen auf dem Weg zur Bioökonomie. Was kann die Branche dazu beitragen? Peter Bekaert, Geschäftsführer der Modellfabrik Papier gGmbH, erörtert im Interview die Strategien und konkreten Ansätze für den Einstieg in die Bioökonomie. Mit welchen Technologien unterstützen Sie die Transformation hin zu einer kreislaufbasierten Bioökonomie? Man könnte sagen, dass wir bereits heute Teil der Bioökonomie sind. Potentiale für die Papierindustrie im Sinne der Nachhaltigkeit und biobasierter Produkte sehen wir insbesondere beim Thema CO2-Einsparung, Erschließung neuer nachwachsender oder biobasierter Rohstoffe sowie der Minimierung des Wasserverbrauchs. Wir haben erkannt, dass wir dies am besten gemeinsam mit anderen Stakeholdern angehen und vorwettbewerblich die Basis für neue bahnbrechende Technologien schaffen. Mit der Gründung der Modellfabrik Papier durch 15 Unternehmen aus der Papier- und Papierzulieferindustrie im Dezember 2020 wird eine gemeinnützige, vorwettbewerbliche Forschungsinfrastruktur geschaffen. Sie gibt der Papierindustrie die Möglichkeit, im Rahmen eines offenen Innovationsnetzwerkes, disruptiv an der Vision einer klimaneutralen Papierproduktion zu arbeiten. Die Modellfabrik Papier hat sich als Ziel gesetzt, 80 Prozent des spezifischen Energieverbrauchs in der Papierfertigung zu reduzieren und damit bis 2045 eine klimaneutrale Papierherstellung zu realisieren. Ansatzpunkte ergeben sich in allen Phasen der Papierproduktion: Von den Rohstoffen und Additiven über die Herstellungsprozesse bis hin zur Wiedernutzung von Reststoffen und Energie. Eine wichtige Rolle spielt die Sektorenkopplung in der Energieversorgung und in der Reststoffverwertung sowie die Rohstoffverfügbarkeit. Die Papierfertigung ist mit einer Recyclingquote von 79 Prozent bereits eine gut funktionierende Kreislaufwirtschaft. Aber um die gesteckten Ziele in Sachen Nachhaltigkeit zu erreichen, braucht es grundlegend innovative Verfahren. Entsprechende Technologien werden in der Modellfabrik Papier erforscht. Dabei zeichnen sich Ansatzpunkte wie das Konzept einer wasserfreien Papierfertigung ab. Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die technischen Hürden zur effizienteren, ressourcenschonenderen Verarbeitung in Ihrem Segment? In unserer Forschung sehen wir ein Grundverständnis der Wechselwirkungen zwischen Fasern einerseits und andererseits zwischen Fasern und anderen Medien als elementar an. Dieses Verständnis gilt es zu generieren, um zukünftige grundlegende neue Fertigungsmethoden zu entwickeln. Gleichzeitig steht die Entwicklung neuer Trocknungsverfahren an, die deutlich weniger Energie benötigen, um das Wasser aus der Papierbahn zu entfernen. Berücksichtigung findet außerdem der zukünftig erwartbar höhere Wettbewerb, um den Rohstoff Holz und die Erschließung von anderen Rohstoffen. Zugleich gilt es ohne in Wettbewerb mit Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 67 INTERVIEW

Dr. Michael Weiss, Vice President New Business & Research bei Voith, Heidenheim, spricht über unabdingbaren Klimaschutz, das technisch umsetzbare Ziel energie- und ressourcen-effizienterer Papierherstellung sowie über den Wunsch nach stringenten, verlässlichen Rahmenbedingungen. Bis Mitte des Jahrhunderts wollen die führenden Industrienationen klimaneutral wirtschaften. Ist diese Zielsetzung aus Ihrer Sicht realistisch? Die Zielsetzungen sind nicht nur realistisch, sondern notwendig. Es gibt viele positive Ansätze und Entwicklungen, um die Klimaneutralität in der Wirtschaft zu fokussieren. Das Material Papier leistet hierbei einen wichtigen Beitrag, beispielsweise als Ersatz von erdölbasierten Materialien für nachhaltige Verpackungslösungen, da dieses aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird und recycelbar ist. Als führender Technologie-Lieferant und Full-Line-Anbieter unterstützt Voith seine Kunden weltweit, eine möglichst nachhaltige Papierproduktion zu etablieren. Basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung haben wir hierfür das notwendige Know-how und können individuelle und zielorientierte Lösungen für den gesamten Papierherstellungsprozess entwickeln. Was unternehmen Sie, um den Energiebedarf Ihrer Produktion zu minimieren? Nachhaltigkeit spielt eine wesentliche Rolle in der Voith-­ Strategie. Wir möchten branchenweit Impulsgeber sein und sehen uns als Familienunternehmen einem ökologischen, fairen und wirtschaftlich langfristig erfolgreichen Wirtschaften verpflichtet. Mithilfe von neuen Technologien wird die Energie- und Ressourceneffizienz unserer Produktionsprozesse kontinuierlich optimiert. Unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit machen wir mit unserem Nachhaltigkeitsbericht transparent und messbar. Eine Zielsetzung ist, dass alle Voith-Standorte bis 2022 CO2-neutral sind. Die Rating Agentur ISS ESG hat Voith für sein Nachhaltigkeitsengagement mit der Bewertung B- ausgezeichnet. Auf der Basis von über 100 Kriterien wurde die Leistung von Voith im Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung überdurchschnittlich bewertet. Voith gehört damit zu den drei besten Unternehmen innerhalb der Branche Anlagen- und Maschinenbau weltweit. Nachhaltige Papierproduktion im Fokus „Wir sind bereit für herausfordernde Ziele“ In der Interviewreihe „Circular Competence“ befragt der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik seine Mitgliedsunternehmen zu ihren Plänen, Lösungen und Herausforderungen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Was kann die Branche dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck von Verpackungen und anderen Druckerzeugnissen zu minimieren? Dr. Michael Weiss Bild: Voith Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 68 INTERVIEW

Wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, energieeffizienter zu produzieren? Wir liefern modernste Technologielösungen, die den Einsatz von Energie, Rohstoff und Wasser minimieren. Unser Ziel als Full-Line-Anbieter ist es, die effizientesten und nachhaltigsten Lösungen im Markt anzubieten: Unsere vollintegrierten XcelLine Papiermaschinen, die das gesamte Spektrum an Papiersorten abdecken, zählen ebenso dazu, wie unsere energetisch hoch effizienten und am Markt führenden BlueLine-Stoffaufbereitungslösungen, unser Service- und Ersatzteilportfolio und unsere Papermaking 4.0 – Lösungen. Mithilfe von modernsten Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien können unsere Kunden deutliche Effizienz- und Produktivitätssteigerungen im gesamten Prozess erzielen und dabei gleichzeitig nachhaltiger produzieren, indem sie den spezifischen Energieeinsatz verbessern, die Anlagen-verfügbarkeit erhöhen und so letztlich auch die spezifischen CO2-Emissionen senken. Neben der Optimierung von bestehenden Technologien sind neue, disruptive Ansätze zum Erreichen der ambitionierten CO2-Ziele in der Papierbranche notwendig. Diese bahnbrechenden Ansätze zählen auch zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie und sind fester Bestandteil unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Welche Rolle spielt das Thema in Ihrer Forschung und Entwicklung? Nachhaltigkeit, und insbesondere Dekarbonisierung, stehen im Fokus bei der Optimierung und Weiterentwicklung unseres Produkt- und Technologieportfolios. Innovationen nehmen dabei eine wichtige Rolle ein – neue Standards haben wir beispielsweise mit unseren AquaLine Wassermanagement-Konzepten gesetzt, die den Frischwasserverbrauch im Papierherstellprozess deutlich reduzieren. Bei neuen Forschungsprojekten kooperieren wir auch mit vielen Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Papierherstellung. Ein Beispiel ist die Modellfabrik Papier gGmbH in Düren, in der über 17 Industriepartner gemeinsam Lösungen für eine CO2-neutrale Papierherstellung erforschen. Daneben ist Voith in vielen weiteren Nachhaltigkeits-Initiativen Mitglied, unter anderem in der 4evergreen-Alliance, die sich die Erhöhung der Recyclingquote von faserbasierten Verpackungen auf über 90 % bis 2030 zum Ziel gesetzt hat. Auch mit unserer modernisierten Versuchsstreichmaschine in Heidenheim stellen wir die Weichen für nachhaltige Verpackungspapiere. Auf der weltweit modernsten Versuchsanlage für Streichtechnologien können Kunden ein breites Spektrum an unterschiedlichen Beschichtungsvarianten testen. Die Testversuche verschaffen unseren Kunden eine deutlich höhere Sicherheit bei möglichen zukünftigen Projekten. Was wünschen Sie sich von Gesetzgebern auf dem Weg zur Klimaneutralität? Wichtig sind klare Rahmenbedingungen und verlässliche Entscheidungen seitens Politik und Gesetzgebung. Es gilt, langfristig die Weichen zu stellen und die Transformation der Branche gewinnbringend zu unterstützen. Der Ausbau von erneuerbaren Energien und die damit zusammenhängende notwendige Infrastruktur, wie Transportnetze und Speichersysteme, sollte weiter unterstützt werden. Daneben gilt es, CO2-emissionsarme Produktionstechnologien zu fördern. www.vdma.org RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 3.2022 69 HybriFlex Mit der HybriFlex Zweischichttechnologie kombiniert SchäferRolls die Vorteile von weichen und harten Werkstoffen in einem einzigen Walzenbezug. Somit profitieren Sie sowohl von hervor- ragender Elastizität, Dämpfung und Rückformungseigenschaften als auch von höchstmöglichem Verschleißwiderstand und hoher Oberflächenstabilität. Mit den HybriFlex Zweischichtbezügen sparen Sie also Energie, steigern die Effizienz Ihrer Produktion und erhöhen die Qualität Ihrer Produkte. SchäferRolls GmbH & Co. KG Benzstrasse 40 71272 Renningen, Germany T +49 / 7159-806-0 info@schaeferrolls.com www.schaeferrolls.com Rundum Präzision. außen hart. und innen ganz weich. höhere Energieeffizienz bessere Produktqualität längere Lebensdauer Y Y Y

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