Wochenblatt für Papierfabrikation 1-2/2022

PAPER IS ON INTERVIEW Bioökonomie – Quo vadis SPEZIALPAPIERE Spezialist für Thermopapier VOLLPAPPE Tragegriffe aus Pappe FACHMAGAZIN FÜR DIE PAPIER- UND ZELLSTOFFINDUSTRIE PAPIERFABRIKATION WOCHENBLATT 1/2 JANUAR / FEBRUAR 2022 D 11579 D 150. JAHRGANG

RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 2 Ihre digitale Präsenz Live Streams, Videos, digitale Events… STUDIO13 Heute buchen. Morgen posten. Das neue Angebot der dfv Mediengruppe für Ihre digitale Präsenz. Lieber schnell selber machen als lange warten – in unserem studio13 mitten in Frankfurt erwartet Sie modernste Technik für Ihre Bewegtbild Produktion. Wir beraten Sie gerne zu maßgeschneiderten Lösungen für Ihre Online-Eventformate – und wir produzieren auch für Sie. Profitieren Sie von unserer Digital-Event-Expertise. Buchen, machen, posten. www.studio13.dfv.de

Aufbruch Wir feiern Jubiläum: 150 Jahre Wochenblatt für Papierfabrikation. In der Oktober-Ausgabe werden wir das Thema vertiefen – Tradition trifft Moderne, Rückblick, Innovationen und Visionen. Wir laden Sie ein, dabei zu sein und informieren Sie gern! Die Erfindung der Papiermaschine 1799 durch den Franzosen Louis-Nicholas Robert führte im 19. Jahrhundert zum Übergang vom Handwerk des Papiermachens (Schöpfen) zur Maschinenpapierproduktion. Bereits 1840 zählte man in Deutschland etwa 25 Papiermaschinen. Mit der Erfindung des Holzschliffs aus nachwachsendem Rohstoff (1845) durch Friedrich Gottlob Keller aus Sachsen erfolgte mit der Be- seitigung des entstandenen Faserstoffmangels (Lumpen) ein weiterer industrieller Schub. In dieser Zeit des Aufbruchs und hoher unternehmerischer Aktivität gründete der Metall- tuchfabrikant Heinrich Güntter 1870 in Biberach/Württemberg das „Wochenblatt für Papierfabrikation“. Technik trifft zeitgenössische Tradition Gehören Sie zu den Besitzern der 1. und der folgenden Ausgaben des Wochenblattes für Papierfabrikation? Bei genauer Prüfung werden Sie feststellen, dass es immer mal wieder Veränderungen am Layout gegeben hat. Für unser Jubiläumsjahr hatten wir uns vorgenommen, ein Redesign umzusetzen, um demMagazin, auch visuell ein modernes und zeitgenössisches Erscheinungsbild zu verleihen. Anspruchsvolle Herausforderungen Die Dekarbonisierung wird die Papierherstellung und auch weitere Industrien in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor große Herausforderungen stellen. Der von der EU beschlossene Green Deal sieht CO2-Neutralität in der EU bis 2050 vor, und bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 55 Prozent reduziert sein, gemessen an den Emissionswerten von 1990. Um die ambitionierten CO2-Reduktionsziele in der Papierindustrie zu erreichen, werden neben der Weiterentwicklung bestehender Technologien auch bahnbrechende Ansätze und Konzepte benötigt. Gern begleiten wir diesen Prozess und freuen uns auf die informative Berichterstattung. Dr.-Ing. Kerstin Graf Chefredakteurin Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 3 EDITORIAL

Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit den Mitteilungen der Papiertechnischen Stiftung (PTS) München, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Das Papiermacherwappen Die sogenannten „Papierer“ wurden in alter Zeit zusammen mit den Buchdruckern, Buchbindern und Glasern der Gilde der Maler zugeordnet und führten deshalb aucwh das Zeichen dieser Gilde: die Schildchen und den Ochsenkopf. Der geflügelte Ochse war der ständige Begleiter des Evangelisten Lukas, des Schutzheiligen der Maler. Er verdankt diese Ehre einer Verwechslung mit dem Mönch und Maler „il Santo Luca“. Eines der ersten Papierwasserzeichen, wie wir sie auch in Gutenbergs Bibeldrucken vorfinden, ist der Ochsenkopf. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen PapieringenieurVereins an der TU Dresden e. V. Organ des Akademischen PapieringenieurVereins e. V. an der DHBW Karlsruhe Mitteilungsblatt des Vereinigten Papierfachverbandes München e. V. Organ des Papierzenrtums Gernsbach Organ des Akademischen Papi ingenieur-Vereins e.V. an de DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieringenieur-Vereins an der TU Dresden e.V. Mitt ilungsblatt des Vereinigten P pierfachverbandes München e.V. Organ des Papierzentrums Gernsbach Mit d Mitteilungen der Papiertechnischen Stiftung (PTS) Mü chen, Heidenau Organ der Vereinigung Gernsbacher Papiermacher e.V. Organ des Akademischen Papi ringenieur-Vereins e.V. an der TU Darmstadt Organ des Akademischen Pap eringeni ur-V reins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademische Papiering nieur-Ve eins an der TU D esden e.V. Mitteilungsblatt des Vereinigten Papi rfachverbandes Münch e.V. Organ d s Papierzentrums Gernsbach Mit n Mitteilungen der Pap ertechnischen Stiftung (PTS) München, Heid nau Organ der Vereinigung Gernsbache Papiermacher e.V. Organ des Akademische Papieringeni ur-V reins e.V. n der TU Darmstadt Organ des Akademischen ier genieur-V eins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ A d ische Papi ring nieur-V reins an der TU Dresde e.V. Mitteilung blatt des Vereinigt n Papierf chverba des München e.V. Orga des Papi rzen ums Gernsbach Mit den Mitteilung n der Papiert ch ischen Stiftung (PTS) München, Heid nau Ver Organ A d ische Papi ringe ieur-Ver ins e.V. an d r TU Darmsta t Organ des Akad mischen Papiering ni ur-Vereins e.V. an der DHBW Karlsruhe Organ des Akademischen Papieri g nieur-Ver ins an de TU resden e.V. Mitteilungsblatt des Ver inigt n Papierfachverba des ünchen e.V. Organ des Papierzentrums Ger sb ch Mit Mitteilun e der Papiert ch is n Stiftung (PTS) Mü chen, H idenau Organ des Akademischen Papiering ur-V r ins e.V. an der TU Darmstadt 17 Im Januar 2022 wurde an DREWSEN SPEZIALPAPIERE GmbH & Co. KG ein Questec-Querschneider von BW Papersystems zum effizienten Schneiden von leichten, komplexen Papieren ausgeliefert. 26 OutNature, eine Marke von PreZero, startet nach Abschluss der Forschungs- und Entwicklungsphase nun mit der Produktion von Silphie-Papier im industriellen Maßstab. Bild: DREWSEN SPEZIALPAPIERE) Bild: Pfleiderer Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 4 INHALT

6 BRANCHE 10 PERSONEN INTERVIEW 14 Bioökonomie – Quo vadis Steigerung von Nachhaltigkeit und Effizienz des Papierherstellungsprozesses 17 Effizienzsteigerung in der Papierausrüstung Erwartungen an den Questec-Querschneider bei DREWSEN VOLLPAPPE 20 Kapazitätserhöhung im Bereich Vollpappe um 50 Prozent Schumacher Packaging übernimmt Mehrheit an Kartonfabrik Kaierde 22 Verpackungsrecycling leicht gemacht Tragegriffe aus Pappe statt Plastik SPEZIALPAPIERE 25 EIT-Food-Projekt „PACK4SENSE“ Syntegon entwickelt Lebensmittelverpackungen auf Papierbasis 26 Nachhaltiger Rohstoff für die Papierherstellung Pfleiderer Spezialpapiere startet Silphie-Produktion 28 Spezialist für Thermopapier Koehler Paper feiert Jubiläum TISSUE 30 Nachhaltige Hygienepapierproduktion Essity erhält Silbermedaille von S&P 31 Hygienelösungen digital neu erleben WEPA Professional präsentiert virtuellen Showroom RESTSTOFFE 32 Innovative Flockungsmitteldosierung Schlammentwässerung auf höchstem Niveau BRANDSCHUTZ 34 Gut vorbereitet bei Feuer, sonst wird es schnell teuer Sanierung der Löschwasserversorgung bei Kartonverpackungs-Spezialisten PRÜFTECHNIK 38 Seit 70 Jahren kompetenter Partner für die Wellpappenindustrie und ihre Kunden Qualitätssicherung im Fokus: die wfp Institut für Wellpappenforschung und -Prüfung GmbH 48 VERANSTALTUNG 49 EINKAUFSFÜHRER MARKTPLATZ 51 IMPRESSUM / SERVICE PAPER IS ON TITELBILD Let’s make papermaking digital! Voith Paper ist mit seinem Digitalisierungs- und Automatisierungsportfolio Papermaking 4.0 internationaler Vorreiter und Innovationstreiber in der Papierproduktion. Mittlerweile kann das Technologieunternehmen weltweit über 300 digitale Installationen verzeichnen. Die zahlreichen Referenzen belegen, wie Digitalisierung den Produktionsprozess hinsichtlich Effizienz, Nachhaltigkeit und Qualität kontinuierlich optimiert. Discover our Papermaking 4.0 solutions on voith.com/paperisON INSTANDHALTUNG 42 Maschinendynamische Analysen Vibrationsmessung und Diagnostik an einer Papiermaschine FORSCHUNG 47 Neuer Meilenstein erreicht Modellfabrik Papier – Unterzeichnung des Letter of Intent 42 Der Beitrag stellt beispielhaft die Vorgehensweise der Vibrationsmessung an einer Papiermaschine zur Vorhersage möglicher Störungen bei künftigen Geschwindigkeits- steigerungen vor. Bild: fipptec Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 5 INHALT

Deutscher Nachhaltigkeitspreis für die industrielle Produktion des Hanfpapiers als Verpackungsalternative Umweltpreis der Wirtschaft Schleswig-Holsteins 2021 für nachhaltige Barrierepapiere Erweitertes Angebot im Bereich der Rakeldosiersysteme v.l.n.r.: Dr. Mar tin Schreer (Geschäf tsführer | Mitsubishi HiTec Paper), Karsten Böde (Direktor HR, CSR & Compliance | Mitsubishi HiTec Paper), Dirk Schrödter (Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein), Joachim Küster (Leiter der Produktion Werk Flensburg | Mitsubishi HiTec Paper), Nic Holmer (Direktor Sales & Marketing | Mitsubishi HiTec Paper) Bild: Mitsubishi HiTec Partner Bild: Gmund Bild: IBS Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 6 BRANCHE

Mitsubishi HiTec Paper Staatssekretär Schrödter zu Besuch Steigende Energiepreise Kein Spielraum für Investitionen in Klimaneutralität Der Chef der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, Staatssekretär Dirk Schrödter, besuchte am 2. Februar 2022 das Flensburger Werk der Mitsubishi HiTec Paper. Anlass war der Umweltpreis der Wirtschaft SchleswigHolsteins 2021, den das Unternehmen Ende letzten Jahres für seine nachhaltigen barricote® Barrierepapiere erhalten hatte. Beeindruckt von der Innovationskraft des Unternehmens und von den vollständig recyclingfähigen Barrierepapieren für flexible Verpackungen, konnten sich Staatsekretär Schrödter und Kai-Michael Kugler (Büro Chef der Staatskanzlei) bei einemWerksrundgang ein Bild der Produktion der gestrichenen Spezialpapiere am traditionsreichen Flensburger Standort machen. Im Anschluss wurden mit der Geschäftsführung aktuell drängende wirtschaftspolitische Themen diskutiert: die Energiepolitik mit den besonderen Herausforderungen für die energieintensive Papierindustrie Deutschlands sowie der Mangel an Fachkräften und Auszubildenden mit den entsprechenden Auswirkungen für einen hochspezialisierten Produktions- und Ausbildungsbetrieb wie Mitsubishi HiTec Paper. Abschließend wurde erörtert wie die Politik den notwendigen Innovations- und Transformationsprozess der Papierindustrie intensiver fördern und unterstützen kann – vor dem Hintergrund der angestrebten Klimaneutralität. Mitsubishi HiTec Paper Europe GmbH ist eine deutsche Tochter von Mitsubishi Paper Mills Ltd., Japan, einem der führenden Spezialpapierhersteller weltweit. Mit zirka 770 Beschäftigten werden an den traditionsreichen Standorten Bielefeld und Flensburg hochqualitative Thermo-, Inkjet-, Selbstdurchschreibe-, Etiketten- und Barrierepapiere für flexible Verpackungen produziert. Eine eigene Basispapierproduktion, modernste Produktionsmaschinen, sechs verschiedene Streichtechnologien und innovative Strichrezepturen kennzeichnen beide Werke. Als Vollsortiment-Lieferant bietet Mitsubishi HiTec Paper über ein engmaschiges, weltweites Vertriebsnetz Spezialpapiere für viele Anwendungen und Drucktechnologien – und ist ein starker Partner, wenn es um individuelle Produktlösungen im Bereich der gestrichenen Spezialpapiere geht. www.mitsubishi-paper.com Die Unternehmen der deutschen Papierindustrie sind von den aktuell dramatischen Energiepreissteigerungen schwer getroffen und fürchten um ihre Investitionsfähigkeit in die Transformation zur Klimaneutralität. Laut einer Blitzumfrage des Verbandes DIE PAPIERINDUSTRIE gaben rund 80 Prozent seiner Mitglieder an, von den Preissteigerungen bei Strom und Gas vor allem kurz- und mittelfristig stark bzw. sehr stark belastet zu sein. Über die Hälfte erwartet, die Preissteigerungen nicht am Markt weitergeben zu können. Wirtschaftliche Planungssicherheit sei damit für die Unternehmen nicht mehr gegeben. Besorgniserregend ist aus Sicht von Alexander von Reibnitz, Hauptgeschäftsführer von DIE PAPIERINDUSTRIE, dass gut 60 Prozent der Unternehmen befürchten, auf Grund der gestiegenen Energiekosten keine ausreichenden Investitionen in die Transformation ihrer Produktionsprozesse tätigen zu können. 30 Prozent rechnen sogar mit vorübergehenden Produktionsstopps. Als Ausweg fordern die Papierhersteller eine staatliche Deckelung der Strom- und Gaspreise. Auch erwarten die Unternehmen Liquiditätshilfen. Andernfalls sei die internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährdet. Die deutsche Zellstoff- und Papierindustrie ist die Nr. 1 in Europa und Nr. 4 weltweit. Sie beschäftigt an rund 150 Produktionsstandorten knapp 47.000 Mitarbeiter. www.papierindustrie.de Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 7 BRANCHE

IBS-Gruppe Erwirbt weiteren Spezialisten für Rakeldosiersysteme Der internationale Technologiekonzern IBS Paper Performance Group erwirbt V.I.T. Papertec AG und V.I.T. PapierMaschinen-Service GmbH, beide mit Sitz in Gerlingen, Deutschland. Damit baut der Spezialist für Papiermaschinenoptimierung sein Angebot im Bereich der Rakeldosiersysteme weiter aus. Hintergrund des Engagements der IBS-Gruppe ist die feste Überzeugung, ihre Kunden in der Papier-, Karton- und Zellstoffindustrie dadurch noch besser und umfassender bedienen zu können. Die V.I.T. Papertec AG ist Komplettanbieter für hochwertige kundenspezifische Ersatz- und Verschleißteile in den Bereichen Rakelwellen, Rakelbetten und dem kompletten Zubehör sowie Papierschneidemesser für Rol lenschneider. Die V.I.T. PapierMaschinen-Service GmbH ist für den Service und die Kundenbetreuung für Produkte der V.I.T. Papertec AG in Europa zuständig. Anwendungstechnik, kompetenter Service, Troubleshooting und innovative Produktentwicklung sind die Stärken beider Unternehmen. Von der Produktauswahl bis hin zur Inbetriebnahme, inklusive Mitarbeiterschulungen wird alles geboten. Die Eigenständigkeit beider Unternehmen bleibt erhalten – ebenso die gut eingeführten Markennamen, die Mannschaft und das Know-how. www.ibs-austria.com Gmund Papier Deutscher Nachhaltigkeitspreis für industrielles Hanfpapier für Verpackungen Zum 14. Mal wurde der Deutsche Nachhaltigkeitspreis am Freitagabend, 03.12.21, in Düsseldorf verliehen. Prämiert wurden innovative Zukunftsideen und Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in den Bereichen Wirtschaft, Forschung und Kommunen. EUKommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen, Oscarpreisträger Forest Whitaker, Musiklegende Chris de Burgh und Superstar Billie Eilish erhielten für Ihren persönlichen Einsatz den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Gmund Hanf Papier für die Verpackung von morgen Gmund Papier erhielt den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für die industrielle Produktion des Hanfpapiers als Verpackungsalternative. Hanf bietet eine Reihe ökologischer Vorteile: die Fasern sind resistenter, können häufiger geerntet und recycelt werden und benötigen keine schädlichen Pflanzenschutzmittel. Die Sonderauszeichnung für besonders innovative und nachhaltige Verpackungsideen wurde zum dritten Mal von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis in Zusammenarbeit mit der REWE Group vergeben. Über den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist die nationale Auszeichnung für Spitzenleistungen der Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Mit acht Wettbewerben, über 1.000 Bewerbern und 2.000 Gästen zu den Veranstaltungen ist der Preis der größte seiner Art in Europa. Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen. Über Gmund Papier Gmund Papier steht für Designpapiere aus ökologischer Herstellung. Vom Entwicklungs- und Produktionsstandort Gmund am Tegernsee aus entstehen maßgeschneiderte Lösungen für nachhaltige Markenauftritte. Ca. 75 % der Papiere werden exportiert. Gmund Papier ist im Familienbesitz und wird heute von Florian Kohler in vierter Generation und Herbert Eibach geleitet. www.gmund.com Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 8 BRANCHE

Feldmuehle Investiert weiter in die Zukunft Im Rahmen der langfristigen Strategie der Weiterentwicklung hat die Gesellschaft per Ende Januar entschieden in den Jahren 2022 und 2023 in mehreren Stufen weiter in den Standort zu investieren. Bei den Maßnahmen handelt es sich imWesentlichen um Projekte im Dampf- und Kondensat-System, der Wärmerückgewinnung und Prozessverbesserung. Mit den Maßnahmen wird u.a. der Energieverbrauch um weitere 10 % gesenkt werden. Diese weiteren Maßnahmen sind Bestandteil eines auf die nächsten 10 Jahre ausgerichteten Entwicklungsplanes zur Standortsicherung und Steigerung der Nachhaltigkeit. Über die Feldmuehle GmbH Die Feldmuehle GmbH entwickelt und produziert hochwertige weiße, gestrichene Etikettenpapiere und flexible Verpackungspapiere für den deutschen und internat ionalen Markt. In diesen beiden Geschäftsbereichen bietet das Unternehmen ein breites Produktportfolio für die Etiketten- und Verpackungsindustrie, Druckereien, Markenartikler, und weiterverarbeitende Betriebe. Seit Juni 2018 gehört das Unternehmen zu einer Tochtergesellschaft der Berliner Beteiligungsgesellschaft Kairos Industries AG. Damit wird die über 100-jährige Tradition der Papierherstellung am Standort Uetersen fortgeführt. www.feldmuehle-uetersen.com + Informationen Erfahren Sie mehr aus der Branche, immer aktuell. www.fibers-in-prozess.de Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 9 BRANCHE Franz Baron Papierfabrik Wolfenbütteler Str. 44 38642 Goslar franz.baron@web.de Auf Kundenwunsch prüfen wir die Wiederinbetriebnahme der VOITH Papiermaschine „Oker 2“ mit einer Arbeitsbreite von 2600mm. Wir suchen Investoren, die bereit sind, Ihr Kapital für eine sichere Versorgung mit Schrenzpapier 70 – 90g/qm für 100t / 24h zur Verfügung zu stellen

Jubilar beim bvse 30-jähriges Dienstjubiläum Am 1. Januar 2022 feierte Geschäftsführer Thomas Braun (60) sein 30-jähriges Dienstjubiläum im bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock beglückwünschte Thomas Braun und dankte ihm, dass er sich mit Herzblut und klarer Linie für die Belange der Verbandsmitglieder einsetze. Bestens vernetzt, loyal, verbindlich und mit großem diplomatischem Geschick trage er maßgebend zum Erfolg des Verbandes bei. Zusammen mit dem Präsidium freue er sich auf weitere gemeinsame Jahre und Erfolge im bvse. Der studierte Betriebswirt Thomas Braun hatte 1991 erste Berührung mit der Recyclingwirtschaft in der Vfw – Vereinigung für Wertstoffrecycling GmbH in Köln und wechselte Anfang 1992 als Referent in den bvp – Bundesverband Papierrohstoffe e.V., Köln, den Vorläufer des heutigen bvse e.V. Hier wurde er 1996 stellvertretender Geschäftsführer und 2001 dann zum Geschäftsführer ernannt. Schon früh vertrat Braun die Interessen der bvse-­ Mitglieder auch über die nationalen Grenzen hinaus. So war er rund 15 Jahre Generaldelegierter der Paper Division im internationalen Recycling-Dachverband BIR – Bureau of International Recycling in Brüssel und repräsentiert den bvse dort bis heute u. a. in dessen Internationalem Umweltrat. Seine besondere Leidenschaft für Altpapier brachte Thomas Braun über vier Jahre als Vize-Präsident von ERPA, der European Recovered Paper Association in Brüssel, zum Vorteil unserer Branche ein. Seit 2015 ist er Vorstandsmitglied im europäischen Recycling-Dachverband EuRIC – European Recycling Industries Confederation aisbl, deren Mitgliedsverbände ihn 2019 zu ihrem Vize-­ Präsidenten wählten. www.bvse.de Thomas Braun Bild: bvse Ehrungen Hanns-Voith-Stiftungspreise 2020 Am 12. November 2021 wurden bei Voith in Heidenheim die Hanns-Voith-Stiftungspreise 2020 und 2021 in feierlichem Rahmen an die Preisträgerinnen und Preisträger übergeben. Die Preise werden von einer Jury unter Leitung von Prof. Dr. Dr. e.h. Dr. h.c. mult. Sigmar Wittig für herausragende Master- bzw. Diplomarbeiten in den Kategorien Papier, Neue Werkstoffe, Wirtschaftswissenschaften, Antriebstechnik, Digital Ventures und Wasserkraft vergeben. Die Preise in der Kategorie Papier erhielten Frau Katharina Korb für Ihre Diplomarbeit am Institut für Naturstofftechnik der Technischen Universität Dresden mit dem Titel „Reduzierung des spezifischen Frischwasserverbrauchs der Papiermaschine unter Beachtung der Besonderheiten der Produktion von Spezialpapieren“ und Herr Niklas Schäfer für seine Masterarbeit am Fachgebiet Papier fabr ikat ion und Mechanische Verfahrenstechnik (PMV) der Technischen Universität Darmstadt zum Thema „Leichtbaupotential durch Faltstrukturen aus Papier als Sandwichkern“. www.voith.com Von links: Andreas Endters (Voith), Samuel Schabel (TU Darmstadt), Niklas Schäfer (TU Darmstadt), Katharina Kolb (TU Dresden), Frank Miletzky (TU Dresden), Frank Opletal (Voith) Bild: Oliver Vogel Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 10 PERSONEN

Mayr-Melnhof-Gruppe Neue Geschäftsführerin für MM-Tochter Kotkamills Die Mayr-Melnhof-Gruppe mit Sitz in Wien hat Päivi Suutari zur neuen Geschäftsführerin von MM Kotkamills ernannt. Die Übernahme von Kotkamills durch MM wurde Anfang August 2021 abgeschlossen. Suutari trat ihre Stelle am 1. Oktober 2021 an. Sie übernahm die Position von Markku Hämäläinen, der das Unternehmen verlassen hat. Sie ist seit mehr als 30 Jahren in der Karton- und Verpackungsindustrie tätig, zuvor bei Stora Enso und Huhtamaki. Suutari kam 2019 als Vizepräsidentin für Forschung, Entwicklung und Innovation zu Kotkamills und spielte eine Schlüsselrol le bei der Förderung der Entwicklungs- und Innovationsaktivitäten des Unternehmens. Mayr-Melnhof CEO Peter Oswald: „Päivi Suutari ist eine erfahrene Führungskraft und kennt sich mit internationalen Integrationssituationen aus. Ihre Aufgabe ist es nun, gemeinsam mit der MM Group eine Strategie zu erarbeiten, die es der Gruppe ermöglicht, eine führende Position im Frischfaserkartonmarkt einzunehmen.“ www.mayr-melnhof.com Yasin Birgül und Ulrike Lemm Papierfabrik Meldorf Neue Doppelspitze in der Geschäftsführung Bei der Papierfabrik Meldorf findet ein Führungswechsel statt. Der langjährige Geschäftsführer, Herr Martin Pf lug, wurde sich zum Jahresende in den Ruhestand verabschieden und übergab die Verantwortung an eine jüngere Führungsriege. Die beiden bisherigen Prokuristen, Frau Ulrike Lemm und Herr Yasin Birgül, übernehmen nun als Team die Geschicke der Papierfabrik und führen das Unternehmen übergangslos weiter. Beide neuen Geschäftsführer sind auch weiterhin in ihren bisherigen Kernfeldern, kaufmännische Leitung sowie Leitung für Verkauf und Rohstoffbeschaffung, tätig und gewährleisten so für die Kunden und anderen Partner einen reibungslosen Fortbestand der Geschäftsbeziehungen. Das Unternehmen dankt Herrn Pflug für seinen praxisnahen, unermüdlichen Einsatz, bei dem er viele Großprojekte zu einem Erfolg geführt hat und nicht zuletzt den Weg für die nachhaltigen Graspapierprodukte geebnet hat. Unter seiner Federführung sind damit viele wichtige und zukunftsweisende Entscheidungen getroffen worden. Herr Pflug steht dem Unternehmen weiterhin beratend zur Seite, so dass jederzeit auf seine umfangreiche Erfahrung zurückgegriffen werden kann. www.papierfabrik-meldorf.de Bild: PF Meldorf Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 11 PERSONEN Entwässerung faserhaltiger Suspensionen von 0,5-15%auf 30-60% • Feinrejekten aus Sortierer- und Cleanerstufen • Kreislauf- undWaschwasserströmen • Prozess- und Abwasserströmen KPNB • Düsseldorfer Str. 37 • 42781 Haan • E-Mail: info@kp-nb.de • Mobil: +49 172 699 47 68 KPNB Komponenten + Partner Nicole Buschmeier KPNB-Netz-Werk-Partner UTS Separator FSP Innovative Separationstechnik: Maximale Abscheidung +Minimale Betriebskosten kp-nb.de

Nachruf Zum Gedenken an Günter Zien Am 07.11.2021 verstarb der langjährige Direktor für Produktion des Kombinates Zellstoff und Papier und erste Geschäftsführer des Verbandes Ostdeutscher Papierfabriken Günter Zien, an einer Lungenembolie im Diakonissenkrankenhaus Dresden. Günter Zien wurde am 16.12.1936 in Bad Lobenstein/ Thüringen geboren. Nach dem Schulbesuch im Geburtsort trat er 1951 die Lehre in der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal an und beendete diese 1953 erfolgreich. Da in diesem Betrieb Zellstoff, Papier, Echtpergamentpapier und Sulfitspiritus erzeugt wurde, bot sich für ihn eine breite Palette von praktischen Ausbildungsmöglichkeiten an. Nach Berufstätigkeit im gleichen Betrieb nahm Günter Zien 1957 ein Studium an der Ingenieurschule für Papier- und Verpackungstechnik in Altenburg auf, das er 1960 beendete. Beruflich ging es in der Papier- und Kartonfabrik Niederschlema weiter. Als Produktionsleiter war er anfangs für das Werk I in Schlema zuständig. Später wurde er zum Produktionsdirektor für alle Werke ernannt. 1976 folgte die Berufung zum Direktor für Produktion des Kombinates Zellstoff und Papier Heidenau. Diese Funktion behielt Günter Zien bis zur Wende 1990. Der Direktor für Produktion war für die im Ranking der ökonomischen Kennziffern in der DDR dominierende „Industrielle Warenproduktion“ verantwortlich. Diese Position trotz beständiger Probleme hinsichtlich der erforderlichen Ressourcen solange zu halten, erforderte eine hohe Flexibilität und Standfestigkeit. Für seine Leistungen in der Papierindustrie wurde Günter Zien mit dem von der Kammer der Technik verliehenen Titel „Oberingenieur“ ausgezeichnet. Nach der Wende galt es, die Papierindustrie Ostdeutschlands an die neuen Wirtschaftsbedingungen anzupassen. Günter Zien engagierte sich insbesondere auf dem Gebiet der Wirtschaftsorganisation. Mit aktiver Unterstützung der alten Kombinatsleitung sowie des Verbandes Deutscher Papierfabriken entstand am 24. August 1990 der Landesverband Papier und Zellstoff Sachsen/Thüringen – später erweitert zum Verband Ostdeutscher Papierfabriken e.V. – mit Sitz in Heidenau. Günter Zien wurde zum Geschäftsführer berufen und übte diese Funktion bis zum Eintritt in das Rentenalter im Jahr 2002 aus. Der VOP vertrat die Interessen der ostdeutschen Papierindustrie erfolgreich im Bereich des Verbandes Deutscher Papierfabriken sowohl gegenüber den Landesregierungen der neuen Bundesländer als auch gegenüber der Bundesregierung und war auch Ansprechpartner für Investoren. Die enorme Entwicklung, die die Zellstoff- und Papierindustrie in diesem Teil Deutschlands nach einer Talfahrt Anfang der 90ger Jahre genommen hat, ist auch durch diese Bemühungen unterstützt worden. Durch Bildung der Fachausschüsse Umwelt, Altpapier, Technik und Einbeziehung der PTS, der TU Dresden und des Bildungswerkes Altenburg wurden Foren geschaffen, die auch unter wettbewerbsorientierten Kriterien einen Erfahrungsaustausch und die koordinierte fachliche Einflussnahme auf politische und wirtschaftliche Entscheidungsgremien möglich machten. Günter Zien engagierte sich auch in Fachverbänden der Branche. So war er 1991 Gründungsmitglied der Bezirksgruppe Sachsen/Thüringen im Vereinigten Papierfachverband München und unterstützte aktiv dessen Erhaltung und Entwicklung. Er war ebenfalls Mitglied des Vereins Zellcheming und aktiver Unterstützer des Akademischen Papieringenieurvereins der TU Dresden. Als Papiermacher von der Pike auf hielt er durch aktive Mitgliedschaft im Papiermacherstammtisch Heidenau die Traditionspflege an diesem traditionellen Papiermacherstandort hoch. Wir vermissen Günter sehr und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Papiermacherstammtisch Heidenau Günter Zien Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 12 PERSONEN

Koehler Paper Neue Leitung für Bereich der flexiblen Verpackungspapiere Im Januar 2022 hat Christoph Wachter die Leitung des Bereichs der flexiblen Verpackungspapiere bei Koehler Paper übernommen. Er folgt auf Eckhard Kallies, der diesen neuen Geschäftsbereich im Rahmen eines dreijährigen Mandats sehr erfolgreich positioniert, entwickelt und strategisch langfristig aufgestellt hat. Mit einer Investition von über 300 Millionen Euro in die neue Produktionslinie 8 am Produktionsstandort in Kehl, ist Koehler Paper 2019 in denWachstumsmarkt der flexiblen Verpackungspapiere eingestiegen. Mit Koehler NexPlus® deckt Koehler mittlerweile den stark steigenden Bedarf an nachhaltigen Verpackungslösungen ab. Koehler NexPlus® sind Papiere mit Barrierefunktion, mit verschiedenen Funktionalitäten. Das sind insbesondere Barrieren für Aromen, Fette, Mineralöle, Wasserdampf und auch für Gase. Christoph Wachter übernimmt den Bereich bei Koehler Paper in einer starkenWachstumsphase. Er stammt aus Tirol in Österreich, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Der 58-jährige hat Betriebswirtschaft studiert und bringt 30 Jahre Erfahrung für Spezialpapiere in der Papierindustrie mit, wo er unter anderem als Geschäftsführer mit internationaler Verantwortung unterwegs war. Weiteres Wachstum für flexible Verpackungspapiere von Koehler Paper Seit dem Markteintritt von Koehler Paper setzen bereits zahlreiche Kunden, wie beispielsweise RitterSport oder Südzucker, auf Verpackungspapiere des Unternehmens. Kai Furler, Vorstandsvorsitzender der Koehler-Gruppe, betont: „Wir stehen vor großem Wachstum im Bereich der flexiblen Verpackungspapiere und freuen uns, dass Christoph Wachter seine Erfahrung jetzt als Spartenleiter einbringen wird.“ Nach dem erfolgreichen Eintritt mit strategischen Kundenprojekten im europäischen Markt liegt der Fokus jetzt zusätzlich auf dem asiatischen sowie amerikanischen Markt. Christoph Wachter blickt in die Zukunft: „Das interne Know-how unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kombination mit der »State of the Art« Produktionsanlage macht Koehler einzigartig. Das gelebte Unternehmertum ist allseits spürbar, was uns zu einem führenden Anbieter im Bereich flexible Verpackung macht.“ www.koehler.com CHT Neue Leiterin des Geschäftsfeldes General Industries global bei CHT Mit Wirkung zum 20. Januar 2022 hat Eva Baumann als Global Head of Business Field General Industries die Nachfolge von Jim Cottington angetreten. Baumann war zuvor seit 2021 Head of Business Field General Industries EMEA. Unter der Geschäftseinheit General Industries als Teil der INDUSTRY SOLUTIONS bietet die CHT ihren Kunden innovative Produktlösungen für Automobil- und Elektronikanwendungen, Reinigungs- und Pflegeprodukte, die Papier- und Lederindustrie, aber auch Prozesshilfsmittel für den Bergbau und die Agrarindustrie. Eva Baumann bringt für diese Aufgabe neben Abschlüssen im Marketing und in der Personal- und Organisationsentwicklung mehr als 20 Jahre Berufs- und Managementerfahrung in der Chemiebranche mit. 2021 übernahm sie in der CHT Gruppe zunächst die regionale Leitung in EMEA, bevor sie nun gesamtverantwortlich im Geschäftsbereich zeichnet. „Ich sehe großes Potential, das Geschäftsfeld General Industries global in einem starken Team weiterzuentwickeln“, sagt Baumann. „Mit kundenspezifischem Service, Innovationskraft und einer hervorragenden Produktqualität wollen wir uns auch weiterhin am Markt differenzieren. Zukünftig werden wir dabei noch stärker den Aspekt der Nachhaltigkeit in den Fokus nehmen.“ Das Geschäftsfeld General Industries der CHT hat seinen globalen Verwaltungssitz am Standort Tübingen, dem Headquarter der Gruppe. Über die CHT Gruppe Die CHT Gruppe ist ein mittelständischer Global Player für Spezialitätenchemie und weltweit aktiv in Entwicklung, Produktion und Vertrieb. Die CHT Germany GmbH in Tübingen ist Hauptsitz der Unternehmensgruppe, die sich auf nachhaltige chemische Produkte und Prozesslösungen fokussiert. In den Bereichen Silikone, Baustoffe, Farben, Lacke, Papier, Agrar sowie Reinigungs-und Pflegeprodukte bieten die INDUSTRY SOLUTIONS innovative Produkte und Prozesslösungen. Die CHT Gruppe ist mit Produktions- und Vertriebsstandorten weltweit durch 25 Gesellschaften vertreten und erzielte im Geschäftsjahr 2020 mit ca. 2.300 Mitarbeitern einen Konzernumsatz von 501 Mio. Euro. www.cht.com Eva Baumann Bild: CHT Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 13 PERSONEN Formatschneiden / Rollenschneiden / Papierservice Verpackungspapiere / Grafische Papiere / Spezialpapiere / Verbundstoffe PAPIER KOMMT IN FORM Papierverarbeitung Golzern GmbH . info@pv-golzern.de . +49 34385 5060-0 www.pv-golzern.de

Bioökonomie – Quo vadis: Steigerung von Nachhaltigkeit und Effizienz des Papierherstellungsprozesses „ Um die ambitionierten Nachhaltigkeitsziele in der Papierindustrie zu erreichen, werden bahnbrechende Ansätze und Konzepte benötigt“ Im Gespräch mit Dr.Michael Weiss Bilder: Voith Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 14 INTERVIEW

betriebseigene Reinigungsanlage mit modernster Aufbereitungstechnik gereinigt und ressourcenschonend als Kreislaufwasser wieder in die Produktion eingespeist. So wird kein Prozesswasser aus der Papierfabrik abgeleitet und der tatsächliche Frischwasserverbrauch reduziert sich pro Kilogramm produziertem Papier auf nur noch etwa 1,5 Liter. Die Dekarbonisierung wird die Papierherstellung und auch weitere Industrien in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor große Herausforderungen stellen. Der von der EU beschlossene Green Deal sieht CO2-Neutralität in der EU bis 2050 vor, und bis 2030 sollen die Treibhausgasemissionen um 55 Prozent reduziert sein, gemessen an den Emissionswerten von 1990. Um die ambitionierten CO2-Reduktionsziele in der Papierindustrie zu erreichen, werden neben der Weiterentwicklung bestehender Technologien auch bahnbrechende Ansätze und Konzepte benötigt. Die Entwicklung und Umsetzung dieser Konzepte und Technologien ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie bei Voith. Sind die Herausforderungen in Ihrer Branche regional unterschiedlich oder global dieselben? Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung, und damit einhergehend die Veränderungen in unserer Branche, sind globale Entwicklungen. So hat auch die chinesische Regierung das Ziel ausgerufen, bis 2060 CO2-neutral zu sein, und die USA sind unter neuer politischer Führung wieder dem Pariser Klimaabkommen beigetreten. Am weitesten vorangeschritten sind diese Entwicklungen hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie jedoch in Europa. Bis Mitte des Jahrhunderts wollen die führenden Industrienationen klimaneutral wirtschaften. Braucht es eine politische Flankierung hin zur Bioökonomie? Wenn ja, was erwarten Sie konkret von der Politik? Es ist Aufgabe der Politik, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und verlässliche Entscheidungen zu treffen, um allen Akteuren in den Märkten und entlang der Wertschöpfungskette Investitionssicherheit zu geben. Dies ist notwendig, um die Transformation zur Bioökonomie auch erfolgreich umzusetzen und dabei gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Papierproduzenten weiter zu steigern. Ein weiterer wichtiger Punkt wird die Weichenstellung für den zusätzlichen Ausbau von erneuerbaren Energien sein. In diesem Zusammenhang muss auch die notwendige Infrastruktur, wie Transportnetze und Speichersysteme, gefördert werden. Zudem sollten die Entwicklung und Markteinführung von CO2-emissionsarmen Produktionstechnologien unterstützt und beschleunigt werden. Welche Rolle spielt das Thema nachhaltige Ressourcennutzung in Ihrer Forschung und Entwicklung? Der Trend zu einer nachhaltigen Papierherstellung und insbesondere die Dekarbonisierung des Papierherstellungsprozesses nehmen bereits heute einen sehr großen Stellenwert in der Forschung und Entwicklung bei Voith ein, und sind eine zentrale Säule in der Strategie von Voith. Wichtige Fokusgebiete sind hierbei die Reduzierung des Energie- und Wasserbedarfs im In der Interviewreihe „Bioökonomie – Quo vadis“ befragt der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik seine Mitgliedsunternehmen zu ihren Plänen, Lösungen und Herausforderungen auf dem Weg zur Bioökonomie. Was kann die Branche dazu beitragen? Dr. Michael Weiss, Vice President New Business & Research bei Voith, Heidenheim, spricht über nachhaltigen Ressourceneinsatz, den Wunsch nach stringenten, verlässlichen Rahmenbedingungen sowie über neue Technologien. Mit welchen Technologien unterstützen Sie die Transformation hin zu einer kreislaufbasierten Bioökonomie? Als Full-Line-Anbieter liefert Voith Paper ganzheitliche und kundenorientierte Lösungen aus einer Hand für einen effizienten und nachhaltigen Papierherstellungsprozess. Mit den XcelLine Papiermaschinen bietet Voith effiziente Papierherstellung für jede Papiersorte, und mit den innovativen Stoffaufbereitungsprodukten der BlueLine profitieren Kunden von maximaler Effizienz und Rohstoffausbeute. Die Digitalisierungslösungen aus dem Papermaking 4.0-Portfolio nehmen mit Blick auf maximale Ressourceneffizienz und Anlagenverfügbarkeit eine zunehmend wichtigere Rolle in der Papierherstellung ein. Auch das breite Spektrum an Verbrauchsgütern und Ersatzteilen, das Voith in die Papierindustrie liefert, leistet einen wichtigen Beitrag zu niedrigstem Energieverbrauch, hoher Maschineneffizienz und Anlagenverfügbarkeit. Was sind Ihrer Meinung nach aktuell die Herausforderungen auf demWeg zu einer nachhaltigeren Papierproduktion und wie kann der Maschinenbau dabei helfen? Hier sind mehrere Faktoren zu nennen, die vor allem auch vor dem Hintergrund hohen Kostendrucks auf die Papierhersteller zu sehen sind. Ein entscheidender ist die Verfügbarkeit und Qualität des Rohstoffes für die Papierherstellung, d.h. die Zellulosefasern und das Altpapier. In Europa ist die Recyclingquote bereits heute auf einem sehr hohen Niveau. Derart hohe Wiederverwertungsraten erfordern eine besonders faserschonende Aufbereitung des Rohstoffs Altpapier, um beispielsweise das Festigkeitspotential des Rohstoffs zu erhalten. Solche Technologien und Lösungen werden bei einer Erhöhung der Recyclingquote weiter an Bedeutung gewinnen, da die Qualität des Rohstoffs bzw. eine qualitativ hochwertige Aufbereitung des Rohstoffs auch einen entscheidenden Einfluss auf die gesamte Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Papierherstellungsprozesses hat. Mit der BlueLine Stoffaufbereitung bietet Voith das weltweit ressourcenschonendste Prozesskonzept am Markt. Ein weiterer Faktor ist, den Wasserverbrauch in der Papierherstellung zu minimieren. Hier haben wir in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte durch die schrittweise Schließung der Produktionswasserkreisläufe erzielt. Voith und Meri haben in diesem Jahr mit AquaLine Zero ein solches zukunftsweisendes Wassermanagement-Konzept mit einem vollständig geschlossenen Wasserkreislauf vorgestellt. Dabei wird das gesamte in der Papierherstellung verwendete Wasser durch eine Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 15 INTERVIEW

Im Interview Voith Paper ernennt Dr. Michael Weiß, zuletzt Vice President Business & Research, zum Chief Technology Officer und Mitglied der Geschäftsführung. Er startete zum 1. Februar 2022 in seiner neuen Rolle und folgt damit Frank Opletal, der nach 38 Jahren bei Voith Paper in den wohlverdienten Ruhestand geht. In seiner Funktion berichtet Dr. Michael Weiß direkt an Andreas Endters, President & CEO von Voith Paper. Dr. Michael Weiß ist seit 2006 in verschiedenen Funktionen an der Entwicklung richtungsweisender Technologien und Innovationen bei Voith Paper beteiligt. Seit 2017 führte er als VP New Business & Research das Innovationsmanagement, die Simulationsabteilung und das Zentrallabor bei Voith Paper. Als CTO wird er seine langjährige Erfahrung im Bereich Forschung und Entwicklung einbringen, um die Voith Paper-Innovationsstrategie rund um die Differenzierungsmerkmale Nachhaltigkeit, Effizienz und Full-Line-Anbieter voranzutreiben. Dabei gilt es vor allem, Antworten auf die Megatrends Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu finden und sie für die Papierbranche nutzbar zu machen. „Als Technologieführer und Full-Line-Anbieter ist Voith Paper seinen Kunden seit jeher ein verlässlicher Partner, wenn es darum geht, neue Wege einzuschlagen. Gerade heute benötigt die Papierbranche mehr Innovationen, um die Produktion effizienter und nachhaltiger zu gestalten. Mit seiner Erfahrung und seinem visionären Blick für die Möglichkeiten, die im nachhaltigen Werkstoff Papier stecken, freuen wir uns, Michael Weiß in die Voith Paper Geschäftsführung zu berufen“, so Andreas Endters, President & CEO von Voith Paper. Dr. Michael Weiß, Jahrgang 1970, trat 2006 als Entwicklungsingenieur bei Voith Paper ein. Es folgten verschiedene Stationen in der Forschung und Entwicklung, bei denen er sich unter anderem mit den Themen Prozessoptimierung, mathematische Simulation, Wassermanagement und Abwasserbehandlung beschäftigte. Ab 2017 bekleidete er die Position des Vice President New Business & Research. Dr. Weiß studierte Verfahrenstechnik an der RWTH Aachen. Seinen PhD in Chemical Engineering absolvierte er 2004 an der University of Oxford, Großbritannien, gefolgt von einem zweijährigen Aufenthalt in Frankreich als Postdoc in der industriellen Forschung und Entwicklung. Papierherstellprozess, die weitere Erhöhung der Recyclingquote und die Verbesserung der Rohstoffausbeute und -qualität. Zudem werden neue Applikationsfelder für den Rohstoff Papier bzw. Zellulosefasern erforscht, beispielsweise als nachhaltiger Ersatz für erdölbasierte Verpackungslösungen. Weitere wichtige Kriterien und Entwicklungsziele sind der weitere Ausbau der Digitalisierung und die kontinuierliche Verbesserung der Kosten- und Ressourceneffizienz unseres Maschinen- und Anlagenportfolios. Voith hat maßgeblich an der Gründung der Modellfabrik Papier gGmbH mitgewirkt, und ist eines von mittlerweile 17 Partnerunternehmen aus der Papierherstellung und ihrer Zuliefererindustrie. Das Primärziel dieser Initiative ist die Identifikation und Erforschung von Ansätzen, um den gesamten Papierherstellungsprozess klimaneutral und zukunftsfähig aufzustellen. Durch innovative und disruptive Forschungsansätze sollen 80 Prozent des Energiebedarfs im Papierherstellprozess eingespart werden. Mit Blick auf eine weitere Schließung der Materialkreisläufe engagiert sich Voith in einer weiteren industrieübergreifenden Initiative: die 4evergreen Alliance. Ziel dieser Initiative ist die Erhöhung der Recyclingquote von faserbasierten Verpackungen auf 90 Prozent bis 2030. www.vdma.org/drucktechnik-papiertechnik KOMPAKT! VDMA FACHVERBAND DRUCK- UND PAPIERTECHNIK Der VDMA Fachverband Druck- und Papiertechnik ist das Sprachrohr von rund 170 Herstellern von Anlagen und Systemen für die Bereiche Druck und Druckverarbeitung, Papierherstellung und -verarbeitung sowie Hilfsmittel und Geräte aus Europa. Vertritt rund 90 Prozent der Branche. Der Fachverband bietet seinen Mitgliedern Leistungen an, zum Beispiel zu Themen wie Messen, Öffentlichkeitsarbeit, Technik und Forschung. Test der Papierqualität in Bhigwan, Indien Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 16 INTERVIEW

Effizienzsteigerung in der Papierausrüstung Erwartungen an den Questec-Querschneider bei DREWSEN Seit März 2021 nutzt die DREWSEN SPEZIALPAPIERE GmbH & Co. KG erfolgreich die Pilotanlage eines Questec-Querschneiders von BW Papersystems zum effizienten Schneiden von leichten, komplexen Papieren. Im Januar 2022 wurde nun die maßgeschneiderte Questec-Anlage ausgeliefert. Dr. Matthias Rauhut, Geschäftsführer von DREWSEN, freut sich auf seinen neuen Formatschneider und zieht im Interview eine erste Bilanz. Der Questec-Formatschneider von BW Papersystems liefer t markierungsfreie Bogen und bietet ausgezeichnete Stapelqualität bei leichten Spezialpapieren wie auch höheren Grammaturen. Bilder: DREWSEN SPEZIALPAPIERE) Die Formatausrüstung der DREWSEN SPEZIALPAPIERE GmbH & Co. KG mit Sitz in Lachendorf bei Celle wurde im März 2021 um einen leistungsfähigen Questec Querschneider von BW Papersystems erweitert. Zunächst als 850 mm breite Pilotanlage auf Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 17 INTERVIEW

Mietbasis, um die Lieferzeit der eigentlichen, maßgeschneiderten Kleinlosanlage zu überbrücken. Im Januar 2022 wurde nun der 1350 mm breite Querschneider installiert. Dr. Matthias Rauhut, Geschäftsführer von DREWSEN, spricht über Erfahrungen und Verbesserungen der letzten Monate und über seine Erwartungen an die neue Anlage. Seit ca. neun Monaten werden viele Ihrer Spezial- oder Sicherheitspapiere auf einem Questec-­ Querschneider geschnitten. Was sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit der Pilotanlage, Herr Dr. Rauhut? Die Questec-Anlage läuft bei uns inzwischen rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche. Natürlich gab es zu Anfang ein paar Kinderkrankheiten zu überwinden. Wir haben uns bewusst für die Pilotanlage entschieden, um diese bis zur Lieferung unseres maßgeschneiderten Questec-Querschneiders Anfang 2022 nutzen können. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Team von BW Papersystems haben wir das gemeinsam geschafft, vieles gemeinsam auch in Hinsicht auf den „großen“ 1350 mm breiten Querschneider verbessert, und jetzt läuft die Anlage stabil. Eventuell auftauchende Schwierigkeiten sind dank dem direkten Draht zu BW Papersystems immer schnell beseitigt, diese Zusammenarbeit schätze ich wirklich sehr. Insgesamt würde ich es unter der Überschrift „gemeinsame kontinuierliche Verbesserung“ zusammenfassen. Welche Produkte fahren Sie auf dem Questec-­ Querschneider? Haben sich Aufträge von den bestehenden Anlagen verschoben? Es ist ein bunter Mix und reicht von den niedrigen Flächengewichten ab 38 g/m2 bis hin zu Papieren mit 300 g/m2. Die Möglichkeit, diese große Spanne auf einer Maschine zu verarbeiten, macht den Questec für uns als smarten Kleinlosquerschneider ideal. Wir haben inzwischen viele Aufträge des älteren Bielomatik-Querschneiders aber auch vom SHM Formatschneider auf die Questec-Anlage verlagert. Beim SHM-Formatschneider muss natürlich die Rollenbreite passen, aber dann können wir inzwischen häufig alle sechs Abrollungen der großen Anlage effizient nutzen und fahren eine oder mehrere Rollen auf dem Kleinlosquerschneider. Früher musste für solche Losgrößen für z.B. sieben Abrollungen, der Auftrag auf der SHM in zwei Läufe hintereinander aufgeteilt werden. Das war alles andere als wirtschaftlich. Insbesondere Sicherheitspapiere schneiden wir nun, wenn möglich gerne auf der Questec-Anlage, denn da können wir sie schnell und leistungsfähig produzieren. Auch auf der SHM könnten wir solche Papiere nur mit einer Abrollung fahren – durch den Wechsel zum Kleinlosquerschneider kann die 1650 mm breite Anlage nun mit anderen Aufträgen belegt werden. Das ist auch dringend nötig, denn momentan kommen wir kaum hinterher mit der Produktion, die Nachfrage ist enorm und leider die Lieferzeiten auch. Jede Kapazität – und vor allem jede möglichst smart genutzte Kapazität – wird benötigt. Durch die Installation der Pilotanlage hat sich also die Auslastung der Anlagen in Ihrer Papierausrüstung insgesamt verändert. Wie sieht es inzwischen mit der Wirtschaftlichkeit aus? Sehen Sie bereits Veränderungen in der Effizienz? In der Tat sehen wir bereits eine bessere Effizienz. Die Verlagerung der Sicherheitspapiere und die Möglichkeit, die SHM mit maximaler Rollenbelegung zu fahren, d.h. diese Anlage von vielen ineffizienten Aufträgen zu befreien, hat zu einer spürbaren Produktivitätssteigerung geführt. In der Monatsstatistik sehen wir die Steigerung der Tonnagen deutlich. In Zahlen ausgedrückt: Wir konnten unsere Effizienz bislang um 10 % oder um rund 1000 Tonnen im Jahr steigern. 10 % mehr Effizienz dank der Pilotanlage sind bereits ein sichtbarer Erfolg. Was sind Ihre Erwartungen an die neue Anlage? Ganz klar: eine weitere Effizienzsteigerung. Die neue Anlage wird ja mit einer Arbeitsbreite von 1.350 mm wesentlich mehr Wir erleben aktuell eine wahre Auftragsflut und die Kapazität des Questec-Querschneiders wird gebraucht. ­ Dr. Matthias Rauhut, Geschäftsführer DREWSEN Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 18 INTERVIEW

Rollenbreiten abdecken als die schmalere 850 mm breite Pilotanlage momentan. Dadurch können wir noch mehr unwirtschaftliche Aufträge, insbesondere im Bereich der Sicherheitspapiere und Dünndruckpapiere, von der SHM auf unseren Questec-Kleinlosquerschneider verlagern. Des Weiteren wünschen wir uns natürlich eine ganz schnelle Hochlaufkurve. Durch die gesammelten Erfahrungen an der Pilotanlage erwarten wir, dass die neue Anlage nach Installation mehr oder weniger nahtlos in die Produktion integriert werden kann. Unsere Bediener sind mit der Pilotanlage vertraut und dank der engen Zusammenarbeit mit BW Papersystems konnten viele Anregungen der Bediener für den breiten Querschneider umgesetzt werden. Ein großer Vorteil, denn so entfällt sicher ein Großteil der sonst nötigen Schulungsphase – auch wenn die Bedienung der breiteren und auch längeren Anlage natürlich neue Herausforderungen bergen wird. Wir erwarten keine sofortigen Rekordleistungen, aber es ist sehr wichtig, dass die Anlage so schnell wie möglich zum Laufen gebracht wird. Wir erleben aktuell eine wahre Auftragsflut und die Kapazität des Questec-Querschneiders wird gebraucht. Ich bin zuversichtlich, dass dies gelingt, auch dank der Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit BW Papersystems. Am Ende sitzen DREWSEN und BW Papersystems in einem Boot: Gemeinsam haben wir die Pilotanlage weiterentwickelt durch die Erfahrungen in der Produktion hier bei DREWSEN, gemeinsam wollen wir die neue 1350 mm Anlage zum Laufen bringen, um das Ergebnis der gesammelten Erkenntnisse und der auch mal mutigen Experimente zu sehen. Ich denke da an die Tatsache, dass BW Papersystems eine kleine Revolution gelungen ist: Mit einigen Änderungen am Querschneider-Aggregat konnte die Schnittqualität erheblich verbessert werden. Jetzt können auch hohe Flächengewichte sehr sauber geschnitten werden. Das gab es so noch nicht und wir bei DREWSEN freuen uns, dass wir diese Qualität an unsere Kunden weitergeben können! Aus einer Anlage, die wir speziell für unsere leichten Spezialpapiere vorgesehen hatten, ist ein rundum smarter Querschneider geworden, der mit höchster Schnittgenauigkeit auch schwere Grammaturen bis 300 g/m2 verarbeitet. Unsere Erwartungen an den neuen Kleinlosquerschneider von BW Papersystems sind hoch. Die bisherige Zusammenarbeit mit dem Team aus Wedel und Neuss stimmt mich sehr zuversichtlich, dass wir in ein paar Monaten sagen können: Unsere Erwartungen wurden erfüllt und das Warten hat sich gelohnt. Vielen Dank für das erneute Gespräch, Herr Dr. Rauhut. www.bwpapersystems.com RUBRIK Wochenblatt Papierfabrikation 1/2.2022 19 PAPIERVERARBEITUNG BARRIER COATINGS NACHHALTIG VERPACKT Lebensmittelhersteller wie Verbraucher wünschen sich nachhaltige Verpackungsmaterialien ohne schädliche Substanzen wie Fluorkohlenwasserstoffe oder Mineralöle. Die CHT bietet optimale Lösungen für flourfreie, recyclingfähige Beschichtungen mit ausgeprägter Fett-, Wasserdampf- und Mineralöl- beständigkeit. Die CHT-COATs können als Einfach- oder Zweifachbeschichtung appliziert werden und überzeugen mit außergewöhnlichen Barriereeigenschaften. Mehr über uns unter www.cht.com

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