Gemeinschaft der Papiersackindustrie zur Lebensmittelsicherheit
Papiersäcke bieten Keimen und Kontamination Paroli

Donnerstag, 21. September 2017 Die Hersteller von Papiersäcken erfüllen ein engmaschiges Sicherheitskonzept bei der Verpackung von Lebensmitteln. Es entspricht nicht nur allgemeinen Sicherheitsstandards, sondern wird auch den stetig wachsenden Qualitätsanforderungen der Kunden gerecht. Insbesondere gegenüber losen Transporten und Big Bags bringt der Papiersack als Individualverpackung Vorteile mit sich, die viele Unternehmen schon für sich nutzen: Laut dem aktuellen Branchenbarometer der Gemeinschaft Papiersackindustrie e.V. (GemPSI) zeigt der Markt für den Bereich Lebensmittelsäcke kontinuierliche Zuwächse.

Papiersäcke bieten Lebensmitteln Schutz
© Foto: GemPSI
Papiersäcke bieten Lebensmitteln Schutz
Papiersäcke eignen sich als Verpackung für eine Vielzahl von pulverförmigen Lebensmitteln wie beispielsweise Zucker, Mehl, Ei- oder Milchpulver sowie Nahrungsmittelzusätze oder Gewürzkräuter. „Werden Lebensmittel bei der Produktion durch Fremdkörper, Umwelteinflüsse oder andere Faktoren verunreinigt, können die Folgen verheerend sein“, erklärt GemPSI-Mitglied Norbert Feldmann. „Daher ist der Produktschutz hier deutlich wichtiger als beispielsweise bei Füllgütern wie Sand.“ Dank seiner Konstruktion und komplexen Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit dem eingesetzten Material und bei der Produktion erfüllt der Papiersack höchste Hygieneanforderungen.

Schutz vor Qualitätsverlust und Kontaminationen

Um Verunreinigungen und Kontaminationen der Lebensmittel zu vermeiden, bietet das „Sack-in-Sack“-Prinzip optimale Voraussetzungen. Es kommt in Papiersäcken für Lebensmittel wie zum Beispiel Milchpulver für Babynahrung oder für pharmazeutische Anwendung zum Einsatz: Während ein außenliegender Papiersack für Stabilität und Schutz vor Umwelteinflüssen sorgt, bildet ein innenliegender dicht verschweißter Schlauchfoliensack eine Barriere, die u.a. vor Feuchtigkeit, Sauerstoff und dem Eintritt von Fremdkörpern schützt. Zusätzlich können Aromen oder beim Abfüllen hinzugefügter Stickstoff zur Vermeidung von Schimmelbildung nicht nach außen treten. So werden Kontaminationen vermieden und die Sortenreinheit sowie die einwandfreie Qualität der Lebensmittel gewährleistet.

Je nach Anforderung des Produkts gibt es Folien mit unterschiedlichen Barriere-Funktionen. Aufgrund besonderer Beschichtungen, spezieller Kleber, verschiedener Öffnungshilfen und der Einbringung einer Folienfaltung in der Sackkonstruktion kann der innere Foliensack ohne Rückstände von der umliegenden Papierhülle getrennt werden. So erfüllt er die hygienischen Voraussetzungen für eine Verwendung in Reinräumen. Neben offenen Kreuzbodensäcken erfüllen mittlerweile auch Ventilsäcke diese Bedingungen für eine sichere Verpackung von Lebensmitteln. „Eine so hohe Lebensmittelsicherheit können andere Packmittel nicht bieten“, erläutert Feldmann.

Keine Chance für Mineralölmigration

Bei der Produktion von Lebensmittelsäcken wird ausschließlich Frischfaserpapier verwendet. „Im Vergleich zu recyceltem Papier ist das Risiko bei Frischfaserpapier verschwindend gering, dass Rückstände von Mineralöl enthalten sind, die dann in die Lebensmittel gelangen können“, so Feldmann. „Mit weiteren Prozessüberwachungen, Analyse- und Prüfverfahren wirken wir dem potentiellen Migrationsrisiko entgegen.“  Zudem werden natürliche Farbstoffe für die Bedruckung genutzt und Klebstoffe auf Stärkebasis. So bieten auch reine Papiersäcke, die in direkten Kontakt mit dem Produkt kommen, optimale Lebensmittelsicherheit. Sie sind die Verpackung der Wahl für Produkte wie Mehl, Stärke oder Backpulver.

Strikte Kontrollen entlang der gesamtem Lieferkette

Die Global Standard Zertifikate des BRC/IoP (British Retail Consortium/Institute of Packaging) gelten im europäischen Raum als die Zertifikate mit den höchsten Spezifikationen im Bereich Lebensmittelsicherheit. Laut Feldmann liegen die Kundenanforderungen an Qualität, Hygiene und Produktschutz jedoch wesentlich höher als die Standards es vorgeben: „Die Kunden fordern BRC/IoP in einer XXL-Variante. Bei Produkten, die in Kindernahrung oder in der Pharmazie eingesetzt werden, sind die Ansprüche sogar noch höher.“ Das zeige sich auch durch intensivere Audits. Die deutsche Papiersackindustrie sorgt mit umfangreichen Vorkehrungen entlang der gesamten Lieferkette für die Sicherheit der abzupackenden Lebensmittel. „Das fängt bereits bei der Rohstoffanlieferung an“, erklärt Feldmann.

„Neben einer Auditierung der Lieferanten muss hier u.a. sichergestellt sein, dass die LKW für den Transport von Lebensmitteln geeignet sind und die Ware in hygienisch einwandfreien Verpackungen angeliefert wird.“ Hinzu kommt die Standortsicherheit und -hygiene. Das reicht von der Zutrittskontrolle und Geländeüberwachung über die regelmäßige Reinigung und Schädlingsbekämpfung bis hin zur Einteilung der Produktion in unterschiedliche Hygienezonen. Darüber hinaus wird das Personal regelmäßig geschult und muss zudem strenge hygienische Vorschriften einhalten – von der Händedesinfektion bis zum Tragen hygienischer Arbeitskleidung. In der Produktion werden die Papiersäcke zudem mit speziellen Detektoren geprüft, um Fremdkörper wie z.B. Metall ausfindig zu machen.

www.papiersack.de

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