Jahrespressekonferenz des VDW
Wellpappe weiter auf Wachstumskurs

Dienstag, 04. April 2017 Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW) haben 2016 arbeitstäglich betrachtet ein Absatzwachstum von 1,5% erzielt. In absoluten Zahlen gemessen, d.h. ohne arbeitstägliche Bereinigung, haben die VDW-Mitglieder 2016 knapp 7,6 Mrd. m2 Wellpappe abgesetzt. Damit verzeichnen sie ein Plus von 113 Mio. m2 gegenüber dem Vorjahr, was ebenfalls einer Steigerung von 1,5% entspricht.

Ein Rollenlager
© Foto: Palm Packaging / VDW
Ein Rollenlager
„Erneut konnten Wellpappenverpackungen die Rolle als Möglichmacher im Konjunkturaufschwung unter Beweis stellen“, sagte Dr. Steffen P. Würth, Vorsitzender des VDW, anlässlich der Jahrespressekonferenz des Verbands. Maßgeblich für das Absatzwachstum der Branche seien die robuste Exportwirtschaft, die positive Kauflaune privater Haushalte und die gestiegenen staatlichen Ausgaben, so Würth weiter.

Der gestiegenen Nachfrage nach Wellpappenerzeugnissen steht eine negative Entwicklung der Erlöse gegenüber. Der Preis pro m2 Wellpappe sank im Jahresverlauf 2016 von 52,9 ct im Januar auf 51,5 ct/m2 im Dezember. Dies ist der niedrigste gemessene Wert seit Dezember 2010. Im Durchschnitt lagen die Preise für Wellpappenerzeugnisse in 2016 bei 52,5 ct/m2 und somit 0,5% niedriger als 2015. Entsprechend blieb der Umsatz mit einem Plus von 1,0% hinter den Erwartungen der Branche zurück.

Mit einem im Jahr 2016 um durchschnittlich 3,8% gesunkenen Einkaufspreis für den wichtigsten Rohstoff, das Wellpappenrohpapier, entspannte sich für die Unternehmen die seit Jahren problematische Kostensituation nur kurzfristig. Zum Jahresbeginn 2017 hat sich das Blatt mit zweistelligen Preiserhöhungen bei den Wellpappenrohpapieren allerdings drastisch gewendet, so Würth. Weitere Preiserhöhungen seien angekündigt. Zusätzlich belastend wirkt sich der Tarifabschluss zwischen dem HPV und ver.di aus, der Lohnerhöhungen von jeweils 2,1% zum Januar 2017 und weitere 2,1% zum April 2018 vorsieht.

Für das laufende Jahr rechnet Würth erneut mit einem Absatzplus, verweist dabei jedoch auf internationale Unwägbarkeiten: „Es besteht das Risiko, dass dem aktuellen Aufschwung die Luft ausgeht – insbesondere, falls die jüngeren protektionistischen Bestrebungen dies- und jenseits des Atlantiks ihre ungute Wirkung entfalten sollten.“ Vor diesem Hintergrund kalkuliert Würth mit einem Anstieg des arbeitstäglichen Wellpappenabsatzes um 1,2%.
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