Dow und Koehler erhalten den 2017 U.S. EPA Presidential Green Chemistry Challenge Award
Neues Thermopapier bietet ein Reaktivfarbstoff-freies nachhaltiges Direkt-Thermodruck-Verfahren

Mittwoch, 23. August 2017 Die Dow Chemical Company (NYSE: DOW) und die Koehler Paper Group wurden als Gewinner des 2017 U.S. EPA Presidential Green Chemistry Award für die Entwicklung von ROPAQUE™ NT-2900 Opaque Polymer für BLUE 4EST™ Thermopaper bekannt gegeben. Diese bisher einmalige Innovation eröffnet die Möglichkeit einer nachhaltigen Produktion von Thermopapier ohne chemische Farbentwickler

Aufbau eines Direkt-Thermopapiers
© Foto: Dow
Aufbau eines Direkt-Thermopapiers

Thermopapier findet weltweit Anwendung für Kassenbelege, Flugtickets, Klebeschilder und Etiketten. Heute übliche Thermopapiere verwenden chemische Reaktivfarbstoffe mit Farbentwicklern wie Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (Produkte, bei deren Anwendung zunehmend Einschränkungen durch die Behörden für Verbraucherschutz zu erwarten sind und denen viele Verbraucher auch heute schon kritisch gegenüberstehen) in der Papierbeschichtung um bei Wärmeeinwirkung ein Bild zu entwickeln.

“Wir sind begeistert, in der Partnerschaft mit Koehler den Weg für diese zukunftsweisende Technologie gestalten zu können” sagte Bob Gargione, Global Business Director für Dow Functional Coatings. “Unser breites Angebot und unsere Aufwendungen in nachhaltige Beschichtungstechnologien für Thermopapier, aber auch für Karton und weitere Papieranwendungen zeigt unser beständiges Bekenntnis innovative Lösungen anzubieten. Der Green Chemistry Award ist eine wunderbare Anerkennung dieser Bemühungen.”

Mehr zu ROPAQUE™ Opaque Polymeren von Dow auf www.coatings.dow.com/en/products/ropaque. Besuchen Sie www.koehlerpaper.com/en/papier/thermal/ für weitere Details zu Thermopapier von Koehler.

Innovative  Anwendungen für die Papierindustrie

ROPAQUE™ von Dow Coating Materials wurde in der 80er Jahren eingeführt als weltweit erste Hohlkugeltechnologie, ursprünglich entwickelt zum Einsatz in Anstrichfarben als teilweiser Ersatz von Titandioxid, einem bewährten, aber teuren Streichfarbenpigment mit hoher Lichtbrechkraft. Schon bald zeigte sich, dass diese Hohlkugeln auch außerhalb der Farbenindustrie interessante Anwendungen fanden, in der Papierindustrie zuerst als Glanzadditiv bei hochwertigen Druckpapieren und dann als funktioneller Zusatz im Basisstrich für Thermopapiere.

“In unserer Zusammenarbeit haben wir die bewährte Leistung der ROPAQUE™ Hohlkugelpigment-Technologie von Dow kombiniert mit unserer Erfahrung in der Streichfarbenentwicklung für Thermopapiere. Vom Start des Projektes her vor einigen Jahren wussten wir, dass wir in dieser Kombination zusammen eine innovative und nachhaltige Lösung erreichen würden” sagte Dr. Stefan Karrer, COO Koehler Paper Group.

Der Direkt-Thermodruck ist weiterhin eine in hohem Maß wettbewerbsfähige Technologie in einem wachsenden Marktumfeld. Koehler hat seit 210 Jahren Tradition und Erfahrung mit der Weiterentwicklung der Papierqualität und ist einer der größten Hersteller von Thermopapier weltweit. Die jüngste Entwicklung in Kooperation mit Dow hat jetzt die Marktreife erreicht und wird in nächster Zeit kommerziell verfügbar sein.

Die neue Direkt-Thermodruck-Technologie basiert nicht auf chemischen Farbentwicklern zur Bildgebung, sondern nutzt die Möglichkeit, die optischen Eigenschaften der luftgefüllten Hohlkugelpigmente im Thermopapierstrich durch Wärmeeinwirkung physikalisch so zu verändern, dass ein Druckbild generiert werden kann. Dieser Verfahrensweg erlaubt es, ausschließlich mit Additiven zu arbeiten, die für den direkten Lebensmittelkontakt zugelassen sind – ein erheblicher Vorteil gegenüber der bestehenden Technologie. Das Direkt-Thermopapier nach diesem Verfahren kann in den meisten heute üblichen Thermodruckern eingesetzt werden. In einem weiteren Unterschied zu der bestehenden Technologie sind die Ausdrucke sehr langlebig und neigen nicht zum Verblassen.

Der Presidential Green Chemistry Challenge Award wird von der U.S. Environmental Protection Agency’s Office of Chemical Safety and Pollution Prevention zusammen mit dem American Chemical Society Green Chemistry Institute und weiteren Mitgliedern aus der Chemie verliehen. Die U.S. EPA vergibt diese Auszeichnung jährlich an Organisationen, die sich um die Einbeziehung  von Prinzipien einer Grünen Chemie in die chemische Entwicklung, Herstellung und Anwendung verdient gemacht haben.

Über Koehler Paper Group

Basierend in Oberkirch in Baden-Württemberg ist die Koehler Paper Group ein führender, globaler Anbieter von Feinpapieren, farbigen Papieren, Thermopapieren, Selbstdurchschreibepapieren und Dekorpapieren. Mit einem Umsatz von ca. 800 Millionen EUR, einem Absatz von ca. 500.000 t Papier und 1.800 Mitarbeitern ist die Koehler Paper Group eines der wenigen unabhängigen Unternehmen der Deutschen Papierindustrie. Koehler setzt state-of-the-art Technologien ein um Papier an 4 Standorten herzustellen – am Hauptsitz in Oberkirch und den weiteren Produktionsstätten in Kehl, Greiz und Weisenbach.

Über Dow

Dow (NYSE: DOW) kombiniert die Macht der Wissenschaft und Technologie, um den menschlichen Werdegang und Fortschritt leidenschaftlich zu innovieren. Mithilfe der neuesten Erkenntnisse aus Werkstoffkunde, Polymerwissenschaft, Chemie und Biologie treibt das Unternehmen Innovationen voran, um zur Bewältigung der zahlreichen drängenden Probleme der Welt beizutragen. Dazu zählen der Bedarf an frischen Nahrungsmitteln, sichereren und nachhaltigeren Transportmitteln, sauberem Trinkwasser, Energieeffizienz, langlebigerer Infrastruktur sowie die Steigerung landwirtschaftlicher Erträge. Dows integriertes, marktorientiertes Portfolio liefert eine große Bandbreite an Technologie-basierten Produkten und Lösungen für Kunden in 175 Ländern und in wachstumsstarken Sektoren, wie zum Beispiel Verpackung, Infrastruktur, Transport, Consumer Care, Elektronik und Landwirtschaft. Im Jahr 2016 erwirtschaftete Dow einen Jahresumsatz von 48 Mrd. US-Dollar und beschäftigte etwa 56.000 Mitarbeiter weltweit. Das Unternehmen produziert an 189 Standorten in 34 Ländern mehr als 7.000 unterschiedliche Produktfamilien. „Dow“ bzw. das „Unternehmen“ stehen für „The Dow Chemical Company“ und deren verbundene Unternehmen, sofern nicht ausdrücklich anderweitig vermerkt.

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