Blitzschnelles Nummerierwerk für Banknoten
Leibinger präsentiert Lenservo 12 auf der Fachmesse Security Printers 2018

21.03.2018 Sicherheitsdruckereien nummerieren Banknoten, Pässe und Visa in Zukunft noch effektiver. Denn der deutsche Nummerierwerkspezialist Leibinger aus dem Donautal hat Lenservo 12 entwickelt – ein Nummerierwerk, das zwölf Zahlen- und Buchstabenräder im Bruchteil einer Sekunde einstellt.

Das neue Nummerierwerk Lenservo 12: Die Servomotoren der zwölf Zahlen- und Buchstabenräder stellen sich in nur 80 Millisekunden um.
© Foto: Leibinger
Das neue Nummerierwerk Lenservo 12: Die Servomotoren der zwölf Zahlen- und Buchstabenräder stellen sich in nur 80 Millisekunden um.
 Zu sehen ist es erstmals auf der Fachmesse Security Printers, die vom 21. bis 23. März 2018 in Dublin stattfindet.
 
Der Euroschein ist ein kleines Wunderwerk der Sicherheitstechnik. Hält man eine 20-Euro-Note gegen das Licht, erscheint das Porträt der mythologischen Gestalt Europa – ein Hologramm, an dem sich Fälscher die Zähne ausbeißen. Dreht man den Schein um, erscheint ein weiteres Sicherheitsmerkmal: ein zwölfstelliger Sicherheitscode, bestehend aus zwei Buchstaben und zehn Zahlen. Um solche Codes anzubringen, nutzen Druckereien Nummerierwerke, die auf drehenden Zylindern montiert sind und ganze Banknotenbögen auf einen Schlag bedrucken.
 
Die Herausforderung: Bei jeder Rotation müssen die Nummerierwerke vor dem Einfärben einen neuen Sicherheitscode einstellen. Und zwar in wenigen Millisekunden. Denn moderne Druckereien drucken bis zu 12.000 Banknotenbögen pro Stunde. Die Lösung des Unternehmens Leibinger, das seit 1948 Nummerierwerke entwickelt und damit zu den Branchenpionieren zählt: das elektronische Nummerierwerk Lenservo 12.
 

Höhere Drehzahl als ein Formel-1-Wagen

 
Lenservo 12 verhilft Druckereien zu mehr Effizienz. Alle zwölf Zahlen- und Buchstabenräder sind mit leistungsstarken Servomotoren ausgestattet, die mit bis zu 80.000 Umdrehungen pro Minute arbeiten. Zum Vergleich: Formel-1-Motoren haben ein Drehzahllimit von rund 15.000 Umdrehungen pro Minute. Das bedeutet: Ist eine Banknote bedruckt, stellen die Servomotoren in nur 80 Millisekunden einen neuen Sicherheitscode ein.
„Wir haben darauf geachtet, dass unsere neuen Nummerierwerke schneller sind als gängige Druckmaschinen-Modelle“, erklärt Dietmar Waizenegger, Konstruktionsleiter, der seit vierzehn Jahren bei Leibinger arbeitet. „Nehmen Druckmaschinen in den nächsten Jahren an Fahrt auf, wird das Nummerierwerk trotzdem nicht zum Flaschenhals der Produktion.“ Von der Sicherheitsreserve profitieren nicht nur Druckereien für Banknoten. Lenservo 12 ist auch für Sicherheitsdruckereien geeignet, die Sicherheitscodes auf Pässe und Visa aufbringen.
 

Modularer Aufbau ermöglicht schnelle Wartung

 
Komponenten, die in Sicherheitsdruckereien bestehen wollen, müssen nicht nur schnell, sondern auch zuverlässig sein. „Unsere neuen Nummerierwerke sind ausfallsicher, weil unsere Konstruktionsweise die Anzahl der bewegten Teile auf ein Minimum reduziert – und damit auch die Anzahl potentieller Fehlerquellen“, unterstreicht Waizenegger die hohe Qualität Made-in-Germany. „95 Prozent der Bauteile fertigen unsere Facharbeiter in Tuttlingen – so präzise, dass die Nummerierwerke den hohen Belastungen des Drei-Schicht-Betriebs in Druckereien zuverlässig standhalten.“ Auch die Gefahr einer Überhitzung ist gebannt. Die Servomotoren arbeiten zwar rasend schnell, behalten aber trotzdem eine niedrige Betriebstemperatur.  
Eine weitere Besonderheit: Die Nummerierwerke lassen sich schnell warten. Techniker entfernen die Abdeckung mit einem Handgriff – ein patentierter Klappmechanismus macht es möglich. Einzelne Technikmodule wie Motoren und Buchstabenräder lassen sich mit wenigen Schraubumdrehungen lösen und in wenigen Minuten tauschen. „Druckereien reduzieren somit die Anlagenstillstände und erhöhen ihre Produktivität.“
 

Intuitive Bedienung über ein Touchscreen

 
Leibinger bietet Lenservo 12 mit einer hauseigenen Steuerungssoftware an. Über einen Touchscreen stellen Mitarbeiter bei neuen Aufträgen die Ausgangsnummern ein. Die Ziffern und Buchstaben der Nummerierwerke stehen einige Millisekunden später auf der richtigen Position. „Bei mechanischen Nummerierwerken müssen Mitarbeiter diese Aufgabe immer noch mit Stellstiften erledigen“, erklärt Waizenegger. „Dank der Automation sparen sich Druckereien diesen Set-up-Aufwand und erhöhen ihren Durchsatz.“
 
Leibinger ist Aussteller auf der Konferenz Security Printers – eine internationale Konferenz in Dublin (Irland), auf der sich unter anderem Hersteller von Sicherheitsdokumenten, Banknotenproduzenten und Behörden austauschen. Vom 21. bis 23. März wird dort erstmals das neue Nummerierwerk Lenservo 12 zu sehen sein.
 
 
www.leibinger-group.com
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