Aktiver Urwaldschutz
Mit dem Bambusfahrrad von Hannover nach Minsk

Donnerstag, 07. September 2017 Der letzte Tieflandurwald Europas liegt zwischen Polen und Weißrussland. Die Einzigartigkeit der ursprünglichen Flora und Fauna des 8.000 Jahre alten Urwaldes ist stark gefährdet, da die polnische Regierung Teile des Waldes abholzen lässt.

Ankunft mit dem Bambusfahrrad auf dem Oktoberplatz in Minsk
© Foto: dieUmweltDruckerei
Ankunft mit dem Bambusfahrrad auf dem Oktoberplatz in Minsk
dieUmweltDruckerei organisierte daher eine Spendenradtour, um auf die Urwaldzerstörung aufmerksam zu machen und um Spenden für den Waldschutz zu sammeln. Dr. Kevin Riemer von der UmweltDruckerei ist daher vom 15. Juni bis 08. August mit einem Bambusfahrrad weit über 2.000 Kilometer von Hannover über das polnische Białowieża bis ins weißrussische Minsk geradelt.

Der Urwald von Białowieża ist UNESCO-Weltnaturerbe und bietet etwa 20.000 Arten ein sicheres zu Hause. Auf polnischer Seite ist jedoch nicht der gesamte Wald als Biosphärenreservat geschützt. Hier fällt die polnische Regierung seit 2012 Bäume und verweist auf dessen Notwendigkeit aufgrund des Borkenkäferbefalls. Umweltverbände wie Greenpeace und der WWF beurteilen die Situation allerdings ganz anders und sehen in den Baumfällungen nichts weiter als eine lukrative Einnahmequelle durch den Verkauf des wertvollen Holzes. Zumal die Regierung weitere großflächige Abholzungen bis 2021 plant.

dieUmweltDruckerei selbst spendete 1,50 € für jeden gefahrenen Kilometer (1.736 km), der mit dem Rad in Richtung Urwald zurückgelegt wurde. Letztlich wurden 2.604 € an die Fundacja Dzika Polska gespendet, einer regionalen Waldschutz-Partnerin von Greenpeace, die vehement vor Ort gegen die Waldrodung protestiert. Trotz einer einstweiligen Anordnung des Europäischen Gerichtshofs, wonach die Baumfällungen umgehend zu stoppen sind, wird in dem Urwald weiter Holz geschlagen. Der Lebensraum des europäischen Bisons sowie seltene Vogel-, Pilz und Pflanzenarten sind somit weiterhin massiv gefährdet.

In Weißrussland ist der gesamte Urwald hingegen als Nationalpark geschützt. Die symbolische Weiterfahrt mit dem nachhaltigen Bambusrad bis in die weißrussische Hauptstadt Minsk soll verdeutlichen, dass der Kampf um den letzten Urwald in Europa noch nicht gewonnen ist.

www.dieUmweltDruckerei.de

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