Mehrwegsystem für Einkaufstaschen
Fraunhofer IML und Böhmer Schuhe starten "My Eco Bag"

25.01.2018 Gemeinsam mit dem Schuhhaus Böhmer hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML im Ruhrpark Bochum am 11. Januar 2018 »My Eco Bag« gestartet, ein neues und innovatives Mehrwegsystem für Einkaufstaschen. Es ermöglicht Kunden den Kauf einer Tasche mit Pfand und schafft ein Kreislaufsystem für zurückgegebene Taschen wie bei Mehrweg-Pfandflaschen. My Eco Bag hilft so dabei, den Verbrauch von Einkaufstaschen und damit eine Verschwendung von Ressourcen zu reduzieren.

Projektleiterin Christiane Auffermann (M.) mit zwei Vertretern des Schuhhauses Böhmer bei der Präsentation im Ruhrpark Bochum am 11. Januar
© Foto: Fraunhofer IML
Projektleiterin Christiane Auffermann (M.) mit zwei Vertretern des Schuhhauses Böhmer bei der Präsentation im Ruhrpark Bochum am 11. Januar
Laut einer aktuellen Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung verbraucht der deutsche Konsument pro Jahr etwa 45 Einkaufstaschen aus Plastik; hinzukommen Taschen aus Papier, Baumwolle und anderen Materialien. Einweg-Taschen aus Kunststoff oder Papier sind ökologisch nicht optimal. Aber auch Taschen aus Baumwolle sind nur dann eine umweltfreundliche Alternative, wenn sie sehr häufig wiederverwendet werden. Oftmals vergisst der Kunde die Taschen jedoch beim Einkauf. »Unsere Umfragen haben ergeben, dass bis zu 25 % der Kunden im Supermarkt und bis zu 78 % der Kunden in Einkaufszentren regelmäßig eine Tasche vergessen. Mehrfach nutzbare Taschen werden daher nicht häufig genug eingesetzt, um wirklich ökologisch vorteilhaft zu sein«, berichtet Christiane Auffermann, Leiterin des Projekts.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat das Fraunhofer IML ein Mehrwegsystem für Einkaufstaschen entwickelt, das am 11. Januar 2018 im Schuhhaus Böhmer im Ruhrpark Bochum erstmals in einem Test an den Start ging. Weitere Händler im Dortmunder Raum kommen schon bald hinzu.

Zusätzlich zum Kaufpreis zahlt der Kunde Pfand und kann die Tasche zurück geben
Das System funktioniert so: Wie bisher kann der Kunde die Taschen im Laden erwerben. Für diese zahlt er zusätzlich zum Kaufpreis noch ein Pfand. Benötigt er die Tasche nicht mehr, ist sie dreckig oder abgenutzt, kann der Kunde sie zurückgeben. Die zurückgegebenen Taschen werden sortiert, gereinigt und wieder an den Handel zurückgeführt. So lassen sich deutlich mehr als 30 Nutzungszyklen realisieren. So viele sind mindestens notwendig, um ökologisch vorteilhaft zu sein.

Sechmonatige Testphase

»Das System ist vorteilhaft für die Umwelt und bietet dem Kunden einen Zusatznutzen, denn er kann eine ökologisch vorteilhafte Tasche immer dann nutzen, wenn er sie braucht – ohne vorher lang zu planen – sogar, wenn er seine Tasche vergessen hat. Darum haben wir uns entschlossen, gemeinsam mit dem Fraunhofer IML in die Testphase zu gehen«, berichtet Heinz-Werner Döring, Prokurist der Schuhhaus Klauser GmbH und Co. KG mit Sitz in Wuppertal, zu der das Schuhhaus Böhmer in Bochum gehört.

Die sechsmonatige Pilotphase dient nun dazu, Erkenntnisse im Hinblick auf die Rücklaufquote und Umlaufgeschwindigkeit der Taschen zu erlangen sowie die Wirtschaftlichkeit des Systems besser beurteilen zu können.

www.iml.fraunhofer.de

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